Man nehme Italien. Dazu noch 30 Grad Celsius im Schatten und viel Freizeit. Man biete dem Menschen ganze 2 Varianten der Zeitverwendung: Er hat die Wahl zwischen dem Pilgerurlaub - aufstehen, laufen bis die Socken qualmen und die Sohlen brennen, sich todschwitzen, von der Landschaft dann und wann auch was von der Landschaft sehen(wenn nicht grad ein Schweisstropfen vermischt mit Sonnencreme die Sicht verhindert), schliesslich total verloddert und puterrot im Gesicht in einem Ort ankommen und mit letzter Kraft erst sich und dann die Sachen waschen (wobei die Reitube auch nur Alibiwaschmittel zu sein scheint, denn letztendlich kommen die Socken und die Shirts mit den gleichen Flecken wieder aus dem Waschbecken...) und die letzten 2 Stunden bis zum ins Bett fallen noch den Ort ankucken. Variante 2: Irgendwo bleiben, Kaffee schluerfen, auf die Decke legen, dann und wann mal baden gehen, Eissorten auswaehlen und Beine HOCH legen...
Logisch, da faellt die Wahl nicht schwer, man nimmt das Pilgerpaket!!! Oder? Wer ist eigentlich auf diese Idee gekommen...? Diese Antwort kann inzwischen keiner mehr geben...
Aber wir haben gerade einen kleinen Urlaub genommen von unserem inzwischen Alltag gewordenen Pilgerleben. Wir sind tatsaechlich schon den dritten Tag am gleichen Ort! Was sagt Ihr nun? Tjahaha, wir koennen auch anders. Die Wanderschuhe vermuten bestimmt schon, ihre Arbeit ist getan, da werden wir sie allerdings morgen frueh schon wieder eines besseren belehren. Hier bot sich einfach die Moeglichkeit, weil am Lago di Bolsena alle Urlaubskriterien erfuellt sind: Sonne, Wasser, ZEIT!!! Fuer boese Autos sind es noch 113 km von hier aus nach Rom, da kann selbst bei Zickzackwanderwegen es nicht mehr allzuweit sein. Und deshalb: Pause. Das letzte Mal musste ich aus Zeitnot den Bericht abbrechen, wir waren "damals" in Siena, einer etwas wirren Stadt. Seitdem wird es von Tag zu Tag hier immer waermer und pilgerreicher. Wir treffen auf sehr viele Leute, die nicht zum ersten (und wahrscheinlich auch nicht zum letzten) Mal Pilgerwege bestreiten- wir gehoeren da nach aktuellem Stand nicht dazu. Wahrscheinlich wiederhole ich mich, wenn ich sage, dass es sich schon um einen ganz speziellen Trip handelt. Nennen wir es einfach mal "Hassliebe"... Das Laufen und die Zwickmuehle zwischen ausschlafen wollen, aber eigentlich mitten in der Nacht losmuessen, weil sonst das Laufen noch schlimmer wird, weil in der Hitze... die Entkraeftung und zeitweise Schmerzen nerven schon echt manchmal. Von zunehmender Aggressivitaet stand nirgends was in den Pilgerberichten, ich kann mich bei Hape Kerkeling auch nicht daran erinnern. Aber wenn LKWs an Dir vobeizischen oder es schattenlos bergauf geht, dann denken wir abwechselnd: so eine verdammt bescheuerte Idee, wir koennten so schoen auf dem Balkon sitzen, ein bisschen im Blumenbeet rumzuppeln und wissen, dass wir abends ohne Badelatschen duschen und anschliessend in unser mummeliges Bettchen kriechen koennen. UND ICH KOENNTE MAL WIEDER WAS ANDERES ANZIEHEN!!! Und dann kommste an in dem Ort und es ist doch meistens ein furchtbar nettes Doerfchen, mittelalterlich manchmal, aber auf jeden Fall immer typisch italienisch. Biste geduscht, kurz entspannt und dann kommt die Ruhe. Gedanken, dass es doch eigentlich total irre ist, hier so lange rumzunomaden, durch Italien zu kommen und die Strecke sowas von intensiv kennenzulernen, also eins wissen wir: Italien hat fuer uns ein absolut feingezeichnetes Gesicht, nicht nur mal ein paar Staedte abgehakt und wieder zurueck... DAS ist schon ganz cool, der Gedanke. Mit anderen Pilgern kommen wir ins Gespraech und im Prinzip erleben alle das Gleiche: Verzweiflung, Wut, Glueck, Freude und intensive Emotionen, oh ja, Kinder, DAS ist allerdings auch wahr! Innerhalb eines Tages geht die Gemuetswippe bis ganz nach oben und dann wieder abwaerts bis halb unter die Erde, dann aber wieder hoch, ....
Jetzt aber noch kurz zu unserer Route. Seit Siena haben wir immer nur noch kleine Orte als Etappen, was uns ja wie schon mal erwaehnt nicht unlieb ist. die Toskana liegt schon hinter uns, Orte wie San Quirico, Radicofani sind echt nette Bekanntschaften. Der Lago di bolsena, der groesste Vulkansee Europas war ein bedeutendes Etappenziel und nun werden erst recht alles per Pedes hinkriegen wie geplant. Busse sind Pilgerkiller! In diesem Sinne laeuft doch alles echt ganz fantastisch, wir hoffen, bei Euch auch! Und uebrigens sind Eure Kommentare fuer uns eine wahre Wonne!!!
Sonntag, 24. Mai 2009
Freitag, 15. Mai 2009
Halbzeit!
Vorbei...die Toskana hat sich in unser Herz geschlichen... in den letzten Tagen konnten wir bilderbuchmaessige Landschaften erblicken, dass es eine wahre Wonne war. Staedte, von den wir vorher nichts, aber auch wirklich gar nichts gehoert oder gelesen hatten, erobern unser Herz im Sturm, wobei wir die kleineren Orte inzwischen vorziehen, in Staedten wie Florenz oder Siena prasseln fast zu viele Eindruecke auf uns ein. Aber von monstroesen Stadtmauern umzingelte Orte wie San Gimignano oder Monteriggioni (erinnert an das kleine Dorf von Asterix und Obelix) sind schon ein bis zwei Wohlfuehl-Seufzer wert. In Colle de Val d'Elsa gibt es fuer Fussfaule wie uns (haha) sogar einen glaesernen Aufzug in die Altstadt!!! Hier werden 14% des in der Welt vorhandenen Kristalls hergestellt- sieh an, sieh an... In Erinnerung an den boesen 1. Mai haben wir inzwischen auch begriffen, dass selbst Pilgerherbergen vorher telefonisch reserviert werden muessen. Ich fuehle mich am Telefon schon fast wie eine kleine Italienerin (die telefonieren hier auch staendig) mit Sprachfehlern und nicht unbedeutenden Wortschatzdefiziten, wenn ich meine drei Saetze dort mehr schlecht als recht runterblabbere und dafuer immer wieder praesentiert bekomme, wieviele Woerter es noch im Italienischen gibt, die ich nicht verstehe, und vor allem, wie schnell man die hintereinander sprechen kann... aber die Fetzen, die mir bekannt vorkommen, fuehren dazu, dass ich schon verstehe, ob noch 2 Betten frei sind oder nicht... Eine mittelschwere Erkaeltung mit erhoehter Temperatur habe ich auch schon hinter mir gelassen, Tom hat mich so gut gepflegt (wir durften am naechsten Tag eine kurze Etappe von nur 14 km laufen ;-)), nee im Ernst- da habe ich einen guten Kuemmerer um mich herum. .....
Mittwoch, 6. Mai 2009
die geschichte vom boesen Feiertag...
Hier nun unerwartet schnell eine neue www.moeglichkeit.it, Euch Neues zu berichten.
Keine minutengetreute Nacherzaehlung, trotzdem moechte ich am letzten Kapitel anknuepfen.
Es waren naemlich einmal 2 Pellegrini, nennen wir sie ihrer "Trikot"-Farben wegen Orangeat und Citronat, weil in neongelb und BSR-orange. Die verliessen das letzte 5Terre-Doerfchen Riomaggiore froher Laune auf dem Weg nach Portovenere, eine wie schon erwaehnt ganz entzueckende Strecke, zwar auch bergauf und -ab, aber die Natur hielt fuer die beiden die atemberaubendsten Blicke bereit. es war ein sonniger Tag, nebenbei bemerkt der 1.Mai des Jahres. Alle Welt, so auch hier wurde der Tag der Arbeit zum Feiertag, also ohne Arbeit. Orangeat und Citronat hatten schon eine weite Reise hinter sich an diesem Tag und wollten nach Portovenere nach einem Zimmer Ausschau halten- nicht pompoes oder gross musste es sein, eine klitzekleine Bleibe... als sie jedoch vom Berg herabstiegen mit ihren gewichtigen Rucksaecken, staunten sie nicht schlecht, denn es schien, als ob scheinbar auch alle Welt in dieses sonst so beschauliche Hafenstaedtchen einkehren und UEBERNACHTEN wollte. Sie kannten solche Fuelle sonst nur in einem Kaufland am Freitag, wobei dieser Ort im Vergleich zu diesem Tag nur noch als Totentanzplatz bezeichnet werden koennte. Doch weiter guter Dinge fuhren sie mit dem Schiff in das ihnen empfohlene La Spezia, eine "soooo grosse Stadt mit soooo vielen Zimmern", wie ihnen versichert wurde. Auf dem Boot trafen Orangeat und Citronat auf aeltere Herrschaften, die stolz von ihrer 5-Sterne-Busfahrt mit taeglichen Tagesausfluegen erzaehlten. Orangeat fluesterte zu Citronat "oh nein, wie originell ;-)". Sie gingen vom Schiff und fragten sich durch zur Touriinfo. Doch die hatte geschlossen- es war ja der 1.Mai!!! Egal, dachte sich auch Citronat, gehen wir durch die groooosse Stadt mit den vielen Zimmern und suchen uns ein guenstiges aus. Es war schon nach 18 Uhr.... es wurde 19 Uhr, doch alle Anfragen blieben ohne Erfolg. Ein Hotelier laechelt fast mitleidig und eruaehlte von einem Campingplatz in der Naehe eines Ortes, der in der Naehe sei. Also fuhren die beiden blauaeugigen Pellegrini mit dem Bus bis 3/4 8 abends in den ziemlich verlassenen Ort, doch weit und breit kein Campingplatz. Es wurde langsam dunkel und auch ein nicht ungefaehrlicher Wanderung von ca. 1 km auf der Landstrasse liess sie nicht zu einem Campingplatz kommen, so dass sie ungetaner Dinge umkehren mussten. Es WAR bereits dunkel, denn immerhin schon halb 9 und sie hatten immer noch keine Herberge. Nachdem sie selbst in diesem Ort keine Unterkunft fanden, waren beide nicht nur fast ohne Kraft, sondern auch schon fast ohne Hoffnung. Waehrend alle Welt froehlich in allen Bars und Restaurants den 1.Mai feierten, hatten die beiden Pellegrinis nur einen grossen Wunsch- ein Dach ueber dem Kopf. "So ein Pauschal-5-Sterne-Bus-Urlaub, das waer's jetzt", dachte Orangeat... Aber es ist ja ein Maerchen, und was haben alle Maerchen gemeinsam? Ein glueckliches Ende... Wie durch ein Wunder haben die beiden den allerallerallerletzten Bus aus diesem Kaff "getroffen" und er fuehrte sie... zumindest erstmal raus aus dem aussichtslosen Elend hinein in einen groesseren Ort namens Sarzana. Auch dort wurde ausgelassen gefeiert und auch dort waren saemtliche Hotels und Pensionen mit einem "completo"-schild geschmueckt. Gegen 21:15 klopften Orangeat und Citronat an die Tuer des Convents "San Francesco", bei dem sie trotz vorheriger telefonischer Absage nicht ein, nein zwei Betten angeboten bekamen. So war fuer die beiden Geschoepfe dann der 1.Mai letztendlich auch noch ein Feiertag. Es gab kein schoeneres Geschenk als nach dieser unsicheren Zeit ein Dach und sogar noch ein Bett zu bekommen. So ein erschoepftes Gluecksgefuehl hat man nicht alle Tage.
Inzwischen haben wir die Via Francigena (ab Sarzana) betreten und sind in Lucca gelandet. Es ist ein fantastischer Ort, sodass wir uns heute einen Pausentag gegoennt haben- diese Stadt ist zum Verlieben. Und ausserdem haben wir gleich noch einen Ausflug mit dem Zug nach Pisa gemacht, Tom ist sicherheitshalber gleich heute auf den schiefen Turm gestiegen. Touristisch gesehen faellt der Ort aber auch in die 5Terre-Kategorie... Fotos haben wir auch, aber die Kiste hier ist so langsam- wir lassen es also fuers Erste. Die Fuesse sind auch wieder okay, nach der gestrigen- wir nennen sie Koenigsetappe - "Tortour" von 33 km haben wir heute nur Stadtbummel auf dem Plan gehabt, auch nicht faul, aber immerhin ohne Gepaeck. Von der Sonne ist unsere Haut schon fast ein bisschen runzlig, mal sehen, wie wir am Ende aussehen. Auf dem Weg (von Beginn an) begleiten uns ueberall Salamander (Tom besteht drauf, d.h. wir haben uns geeinigt, hierbei von Dinosauriern zu sprechen), die auf dem Weg lauern...
3 Wochen sind nun vorbei, wir sind schon fast alte Pilgerhasen. Aber so ein Pannetone oder lecker Café oder beides plus Pizza und Vino lassen wir uns trotzdem nicht entgehen- Genusspilger sozusagen. Und ein Genuss ist es auch, von Euch zu lesen, ob per Kommentar oder in sms- vielen Dank- hier wird einem einen Fetzen bisschen bewusst, was Heimat bedeutet... Wir hoffen, Euch allen geht es bestens, ob in Berlin, Istanbul oder... Namibia...Seid alle gegruesst und gedrueckt von Orangeat und Citronat...!
Keine minutengetreute Nacherzaehlung, trotzdem moechte ich am letzten Kapitel anknuepfen.
Es waren naemlich einmal 2 Pellegrini, nennen wir sie ihrer "Trikot"-Farben wegen Orangeat und Citronat, weil in neongelb und BSR-orange. Die verliessen das letzte 5Terre-Doerfchen Riomaggiore froher Laune auf dem Weg nach Portovenere, eine wie schon erwaehnt ganz entzueckende Strecke, zwar auch bergauf und -ab, aber die Natur hielt fuer die beiden die atemberaubendsten Blicke bereit. es war ein sonniger Tag, nebenbei bemerkt der 1.Mai des Jahres. Alle Welt, so auch hier wurde der Tag der Arbeit zum Feiertag, also ohne Arbeit. Orangeat und Citronat hatten schon eine weite Reise hinter sich an diesem Tag und wollten nach Portovenere nach einem Zimmer Ausschau halten- nicht pompoes oder gross musste es sein, eine klitzekleine Bleibe... als sie jedoch vom Berg herabstiegen mit ihren gewichtigen Rucksaecken, staunten sie nicht schlecht, denn es schien, als ob scheinbar auch alle Welt in dieses sonst so beschauliche Hafenstaedtchen einkehren und UEBERNACHTEN wollte. Sie kannten solche Fuelle sonst nur in einem Kaufland am Freitag, wobei dieser Ort im Vergleich zu diesem Tag nur noch als Totentanzplatz bezeichnet werden koennte. Doch weiter guter Dinge fuhren sie mit dem Schiff in das ihnen empfohlene La Spezia, eine "soooo grosse Stadt mit soooo vielen Zimmern", wie ihnen versichert wurde. Auf dem Boot trafen Orangeat und Citronat auf aeltere Herrschaften, die stolz von ihrer 5-Sterne-Busfahrt mit taeglichen Tagesausfluegen erzaehlten. Orangeat fluesterte zu Citronat "oh nein, wie originell ;-)". Sie gingen vom Schiff und fragten sich durch zur Touriinfo. Doch die hatte geschlossen- es war ja der 1.Mai!!! Egal, dachte sich auch Citronat, gehen wir durch die groooosse Stadt mit den vielen Zimmern und suchen uns ein guenstiges aus. Es war schon nach 18 Uhr.... es wurde 19 Uhr, doch alle Anfragen blieben ohne Erfolg. Ein Hotelier laechelt fast mitleidig und eruaehlte von einem Campingplatz in der Naehe eines Ortes, der in der Naehe sei. Also fuhren die beiden blauaeugigen Pellegrini mit dem Bus bis 3/4 8 abends in den ziemlich verlassenen Ort, doch weit und breit kein Campingplatz. Es wurde langsam dunkel und auch ein nicht ungefaehrlicher Wanderung von ca. 1 km auf der Landstrasse liess sie nicht zu einem Campingplatz kommen, so dass sie ungetaner Dinge umkehren mussten. Es WAR bereits dunkel, denn immerhin schon halb 9 und sie hatten immer noch keine Herberge. Nachdem sie selbst in diesem Ort keine Unterkunft fanden, waren beide nicht nur fast ohne Kraft, sondern auch schon fast ohne Hoffnung. Waehrend alle Welt froehlich in allen Bars und Restaurants den 1.Mai feierten, hatten die beiden Pellegrinis nur einen grossen Wunsch- ein Dach ueber dem Kopf. "So ein Pauschal-5-Sterne-Bus-Urlaub, das waer's jetzt", dachte Orangeat... Aber es ist ja ein Maerchen, und was haben alle Maerchen gemeinsam? Ein glueckliches Ende... Wie durch ein Wunder haben die beiden den allerallerallerletzten Bus aus diesem Kaff "getroffen" und er fuehrte sie... zumindest erstmal raus aus dem aussichtslosen Elend hinein in einen groesseren Ort namens Sarzana. Auch dort wurde ausgelassen gefeiert und auch dort waren saemtliche Hotels und Pensionen mit einem "completo"-schild geschmueckt. Gegen 21:15 klopften Orangeat und Citronat an die Tuer des Convents "San Francesco", bei dem sie trotz vorheriger telefonischer Absage nicht ein, nein zwei Betten angeboten bekamen. So war fuer die beiden Geschoepfe dann der 1.Mai letztendlich auch noch ein Feiertag. Es gab kein schoeneres Geschenk als nach dieser unsicheren Zeit ein Dach und sogar noch ein Bett zu bekommen. So ein erschoepftes Gluecksgefuehl hat man nicht alle Tage.
Inzwischen haben wir die Via Francigena (ab Sarzana) betreten und sind in Lucca gelandet. Es ist ein fantastischer Ort, sodass wir uns heute einen Pausentag gegoennt haben- diese Stadt ist zum Verlieben. Und ausserdem haben wir gleich noch einen Ausflug mit dem Zug nach Pisa gemacht, Tom ist sicherheitshalber gleich heute auf den schiefen Turm gestiegen. Touristisch gesehen faellt der Ort aber auch in die 5Terre-Kategorie... Fotos haben wir auch, aber die Kiste hier ist so langsam- wir lassen es also fuers Erste. Die Fuesse sind auch wieder okay, nach der gestrigen- wir nennen sie Koenigsetappe - "Tortour" von 33 km haben wir heute nur Stadtbummel auf dem Plan gehabt, auch nicht faul, aber immerhin ohne Gepaeck. Von der Sonne ist unsere Haut schon fast ein bisschen runzlig, mal sehen, wie wir am Ende aussehen. Auf dem Weg (von Beginn an) begleiten uns ueberall Salamander (Tom besteht drauf, d.h. wir haben uns geeinigt, hierbei von Dinosauriern zu sprechen), die auf dem Weg lauern...
3 Wochen sind nun vorbei, wir sind schon fast alte Pilgerhasen. Aber so ein Pannetone oder lecker Café oder beides plus Pizza und Vino lassen wir uns trotzdem nicht entgehen- Genusspilger sozusagen. Und ein Genuss ist es auch, von Euch zu lesen, ob per Kommentar oder in sms- vielen Dank- hier wird einem einen Fetzen bisschen bewusst, was Heimat bedeutet... Wir hoffen, Euch allen geht es bestens, ob in Berlin, Istanbul oder... Namibia...Seid alle gegruesst und gedrueckt von Orangeat und Citronat...!
Montag, 4. Mai 2009
Neues von den Kleinettis und Westricis
Wir haben gestern Ligurien verlassen und sind zur Toscana "uebergelaufen". Inzwischen haben sogar wir schoenstes Wetter, so dass wir ueber ein Woelkchen oder Baum schon fast dankbar sind. Die Tage nach dem letzten "internetauftritt" waren alles andere als eintoenig oder langweilig: Der Tag, an dem wir von Chiavari aufbrachen, war ein absolut verregneter. Kaum 2 km auf der Piste, waren der beruehmte 3-EUR- Schirm aus Mailand und die Regenjacke schon die wertvollsten Begleiter. Schlaue Entscheidung daher, die Route von einem "huegeligen" Weg in einen stupiden Strassenweg zu aendern, weil wir Pladderregen statt fantastischen Ausblicks eh nur Schlammfuesse und Rutschgefahr geerntet haetten. Dennoch blieb uns nach einigen kmn keine andere Wahl als doch den Weg hinaufzuwaten, weil die Kueste und deren Bergtunnel nur den bequemen Autofahrern (grrr) vorbehalten ist- und wir sind ja nicht lebensmuede. Abgesehen von Sturzregen und inzwischen reissenden Schlammbaechen statt Wanderweg waere diese Strecke bei nettem Wetter total wunderschoen gewesen: Die Vegetation/Zusammenstellung der Straeucher und Baeume haette ein begnadeter Gaertner nicht besser erledigen koennen... ja, alles hat ein Ende, und so kamen wir dann auch irgendwann in Sestri Levante an. Weil ich nur mit Regenjacke, aber ohne Schirm und deshalb ueberall triefend nass, haben wir vereinbart, dass erst Tom in Hotels reingeht und fragt, waehrend ich erstmal draussen bleibe, als Ueberraschung sozusagen... ;-) Ein netter Hotelier hiess uns dann doch willkommen. Wenn der erstmal die Stromrechnung sieht... wir haben naemlich den Zimmerfoen gut beschaeftigt- so ist das, wenn man nur eine lange Hose mithat und "nur" ein Paar Wanderschuhe, die am naechsten Tage wieder trocken sein muessen. Der Ort selber ist ganz neckisch. Und weil es dort abends ziemlich kuehl war, gab es auch nicht das traditionelle taegl. Eis. Aber die Eisdealer nicht dumm, haben fuer diese Faelle auch ne Loesung: Mousse! hmmm...
Von Sestri Levante wollten wir am naechsten Tag nach Moneglia- dieser Plan wurde aber abrupt gg. 14 Uhr auch durchkreuzt, von.... tataaaaaa: Regen!!! Gluecklicherweise haben wir es bis zu einem verlassenen Steinturm (fuer Googler: Torre Punta Baffe) mitten in der Bergpampa geschafft (immerhin 2stoeckig!). Aus anfaenglichem Witz wurde Wahrheit und wir haben diesen Turm zum romantischen Burghotel fuer 2 erklaert. Wieder mal extremer Wind in der Nacht und Regen, aber wir fuehlten uns doch echt sicherer als bei den bisherigen Wildcampaktionen. Am naechsten Morgen ist sowas natuerlich voll cool. Man hat alles ueberlebt und kann morgens gleich in die Natur durchstarten. Seitdem ist mit Regen tatsaechlich Schluss...
Schluss ist nun auch mit dem Auf&Abs an der Kueste! Puh...
Durch einen Zufall haben wir schon Pilger auf Abwegen getroffen: bei einer Pause in Levanto im Park ruft eine Stimme vom nebenliegenden Balkon: "Seid Ihr auf dem Via Francigena?" . Das war Helge- er ist mit seiner Frau Anne seit 4 Wochen auf dem Weg von Rom in Richtung Canterbury. Die beiden sind seit Anfang des Jahres Frischrentner und haben sogar ihre Wohnungseinrichtung in einen Container verfrachtet und sind in der Welt unterwegs... Leute jibb's...Sie haben uns auf einen Kaffee in ihre derzeitige Ferienwohnung eingeladen und wir haben uns supernett ausgetauscht- es ist doch ein irre tolles Gefuehl, wenn man auf Leute trifft, die einen verstehen- nicht nur der Sprache wegen, sondern auch, was einen als unsteter Wanderer bewegt- die Ueberwindung, die es doch manchmal kostet, an einer Kirchentuer zu klingeln und nach einer Uebernachtungsmoeglichkeit zu fragen...Helge und Anne geben uns tolle Tipps und wir haben einen wunderbaren Nachmittag. Motiviert gehen wir dann die weitere Strecke nach Monterosso- der Beginn von Cinque Terre. Diese Gegend ist absolut touristisch ueberlaufen- und das jetzt schon in der Vorsaison. Mal abgesehen von der schmalen und steilen Felswegen ist diese naechste Tagestour nur gepraegt von multilingualen Gruss - und Dankesworten: "Giorno!"-"Hi!"- "Danke"-"Bonjour"-"Grazie" usw.... wir sind dankbar, als dieser Tag auch vorueber ist.
Die letzte Kuestentour von Riomaggiore nach Portovenere ist dagegen wieder super. Trotz des 600m Anstiegs ist die Tour sehr angenehm und aussichtsstark.
so, wir muessen jetzt los, mehr spaeter und hoffentlich zeitnah... schuessi, Leute!
Von Sestri Levante wollten wir am naechsten Tag nach Moneglia- dieser Plan wurde aber abrupt gg. 14 Uhr auch durchkreuzt, von.... tataaaaaa: Regen!!! Gluecklicherweise haben wir es bis zu einem verlassenen Steinturm (fuer Googler: Torre Punta Baffe) mitten in der Bergpampa geschafft (immerhin 2stoeckig!). Aus anfaenglichem Witz wurde Wahrheit und wir haben diesen Turm zum romantischen Burghotel fuer 2 erklaert. Wieder mal extremer Wind in der Nacht und Regen, aber wir fuehlten uns doch echt sicherer als bei den bisherigen Wildcampaktionen. Am naechsten Morgen ist sowas natuerlich voll cool. Man hat alles ueberlebt und kann morgens gleich in die Natur durchstarten. Seitdem ist mit Regen tatsaechlich Schluss...
Schluss ist nun auch mit dem Auf&Abs an der Kueste! Puh...
Durch einen Zufall haben wir schon Pilger auf Abwegen getroffen: bei einer Pause in Levanto im Park ruft eine Stimme vom nebenliegenden Balkon: "Seid Ihr auf dem Via Francigena?" . Das war Helge- er ist mit seiner Frau Anne seit 4 Wochen auf dem Weg von Rom in Richtung Canterbury. Die beiden sind seit Anfang des Jahres Frischrentner und haben sogar ihre Wohnungseinrichtung in einen Container verfrachtet und sind in der Welt unterwegs... Leute jibb's...Sie haben uns auf einen Kaffee in ihre derzeitige Ferienwohnung eingeladen und wir haben uns supernett ausgetauscht- es ist doch ein irre tolles Gefuehl, wenn man auf Leute trifft, die einen verstehen- nicht nur der Sprache wegen, sondern auch, was einen als unsteter Wanderer bewegt- die Ueberwindung, die es doch manchmal kostet, an einer Kirchentuer zu klingeln und nach einer Uebernachtungsmoeglichkeit zu fragen...Helge und Anne geben uns tolle Tipps und wir haben einen wunderbaren Nachmittag. Motiviert gehen wir dann die weitere Strecke nach Monterosso- der Beginn von Cinque Terre. Diese Gegend ist absolut touristisch ueberlaufen- und das jetzt schon in der Vorsaison. Mal abgesehen von der schmalen und steilen Felswegen ist diese naechste Tagestour nur gepraegt von multilingualen Gruss - und Dankesworten: "Giorno!"-"Hi!"- "Danke"-"Bonjour"-"Grazie" usw.... wir sind dankbar, als dieser Tag auch vorueber ist.
Die letzte Kuestentour von Riomaggiore nach Portovenere ist dagegen wieder super. Trotz des 600m Anstiegs ist die Tour sehr angenehm und aussichtsstark.
so, wir muessen jetzt los, mehr spaeter und hoffentlich zeitnah... schuessi, Leute!
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