Wuerde das Internetcafe schon um 5 Uhr morgens geoeffnet haben, koennte ich doch glatt mal in Deutschland zu vertraeglichen Zeiten anrufen- Jetlag macht´s moeglich! Andere Beschwerden hab ich ansonsten nich. Quito- so hab ich schon beim Anflug den Eindruck gehabt, ist ungefaehr so gross wie Berlin, hat immerhin auch 3 Mio Einwohner! Ist allerdings etwas hoeher, naemlich 2850 m- jawohl- und ich merk es echt, wenn die Strasse ne leichte Steigung hat- das bedeutet ja eigentlich, dass ich mich fuer mindestens 4 Wochen im Hochlandtraining befinde- passt auf, wie fit ich bin, wenn ich erstmal wieder seufz in Jo´thal die zwei Treppen hochflitze! So hoch war ich sonst nur aufm Board in Ischgl oder so... Aber kein Schnee, immerhin. "Nur" Gewitter, Wolken, etwas Regen... muchas gracias. Trotzdem knallt die Sonne hier DURCH die Wolken und ich hab am ersten Tag nen netten Sonnenbrand im Gesicht- macht sich fuer den ersten Eindruck am ersten Schultag bei anderen estudiantes richtig gut. Ich wohne nur 5 min von der Schule entfernt- das heisst- schlafen bis Dreiviertel acht, an den Tisch setzen, den unsere HAUSHAELTERIN deckt und abraeumt!!!, und fuenf vor halb neun loszwitschern. Ja, wir haben eine kleine tuechtige Biene im Haus, alle setzen sich an den Tisch, zum Fruehstueck, zu Mittag und zum Abendessen- nicht einmal das Essen muss man sich auf den Teller packen- ich gehe sozusagen taeglich essen! Is fast ein bisschen unangenehm, aber eben nur fast ;-) Sogar mein Bett wird gemacht, tja... ich bin nicht nur hoehentechnisch aufgestiegen, haha. Uebrigens noch ein Witz, aber ist wahr: Am Sonntag bin ich mit noch unbekannten Schulkollegen einfach mit eingestiegen in die Tour zum Aequator (Mitad del Mundo). Nee, das ist nicht der Witz, sondern die Tatsache, dass mir ein Maedel von allen 10 Personen am sympathischsten war- wird es daran liegen, dass - wie ich spaeter erfahre - sie Beraterin in der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in Erfurt ist und ebenfalls ein Sabbatical genommen hat???!!!??? Ey, da fliegt man auf die andere Seite der Welt und dann sowas- crazy. Der Tag am Aequator ist ganz nett gewesen- Monumente sind ja nicht so meine Leidenschaft, aber Experimente si!!! Zum Beispiel das mit dem Abflussstrudel- auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn (oder genau andersrum??) und exakt auf der Linie schnurstracks gerade durch das Abflussrohr. Oder das Ei, das auf einem Nagel stehen kann, natuerlich ohne es aufzupieksen. Und noch einige Experimente mehr, die echt beeindrucken, wenn man das direkt vor Ort am eigenen Leib erfaehrt.
Ich bin ganz stolz auf mich, ich habe noch kaum Fotos gemacht, sondern komme erstmal hier an und schnupper rein in diese etwas andere Welt. Gefaehrlich ist hier erstmal nix- aber wir leben ja hier auch in der Reichengegend... Gerade komme ich von meiner ersten Salsastunde- wow! Hab jetzt noch einen roten Kopf, das ist ja Extremsport! Aber macht viiiieeel Spass- wer hat denn Lust auf ein Dezember-Taenzchen? Krille, kannst schon mal wieder anfangen mit nem Salsakurs bei Dir in der Stadt, dann werden wir zu Weihnachten statt Gedichten oder Klavierstuecken einen flotten Salsaschritt auf den Teppich legen, dass der Schnee im Garten schmilzt!
Meine Spanischkenntnisse haben offensichtlich eine Keimdauer von evtl. einer Woche, aber anschliessend werden´s schon wachsen und gedeihen. Hier sind aber auch viele Deutsche- mannomann... das ist schon echt ne zweischneidige Geschichte- zwar erholsam, einen Satz fliessend (deutsch) sprechen zu koennen, aber wo bleibt da der Lerneffekt??? Ts ts ts, nuestros professores sind not amused... egal- ein bisschen Spass muss sein. Allerdings kriegt man hier sogar Hausaufgaben auf! Ja, aber nachmittags ist doch immer was anderes los... na wie gut, dass es den/das Jetlag gibt- da bleibt doch morgens immer noch genuegend Zeit! WICHTIG: Ich habe nicht meine bisherige Handynummer in Betrieb. Die neue weiss ich nicht, aber sms an die uebliche Nummer braucht Ihr nicht zu schicken, dazu habt Ihr ja den Blog!!! Oder E-Mail.
Muchos besitos (viele Kuesschen -fuer die die wollen), hasta entonces (bis dann - fuer alle!)
Eure Susanita
Mittwoch, 24. Juni 2009
Freitag, 12. Juni 2009
Ende gut, alles bestens...
Buona sera! Auch Joanne K. Rowling lässt 'ne Weile auf neue Harry-Potter-Schinken warten, also bin ich doch mit 3 Wochen Abstand zur letzten Meldung noch echt gut...
Um der Mission "Italien" einen runden Abschluss zu geben, werde ich die letzten 2 Wochen hier kurz wiedergeben: Nach unserem Kurzurlaub vom Pilgern am Bolsenasee (wir haben dreisterweise aus 2 spontan 3 freie Tage gezaubert) fiel es uns und unseren Knochen gar nicht so einfach, wieder in den Tritt zu kommen. Deshalb haben wir nach 3 Tagen Weiterlaufen die ursprüngliche Route des Via Francigena heimlich verlassen, weil der Pilgerweg uns doch tatsächlich einen (laut Karte nicht weit entfernten) ziemlich großen See vorenthalten wollte- und DAS geht nun wirklich nicht! Zumal wir - nach Wälzungen aller Laufbücher und daraus erstellter Bilanz - immer noch gut in der Zeit lagen. Der laut Karte höchstens 1,5 cm kurze Abstecher ging gemeinerweise natürlich wieder ordentlich hoch und runter, als würden wir uns diesen Badegenuss noch durch Extra-An-und-Abstiegspunkte verdienen müssen... pah. Die erhofften 14 km zum Campingplatz IM ORT DIREKT AM SEE entpuppten sich IM ORT letztendlich als "nur" noch 5 km vom Ort entfernt (ja, immer schön häppchenweise ankündigen!!!), dafür aber Tatsache DIREKT AM SEE. Wenn die Füße nur auf 14 km Tagesetappe programmiert sind, können 5 km mehr zum Ding der Unmöglichkeit werden...
Aber SO einen schönen Zeltplatz hatten wir wirklich noch nie- ein Glücksseufzer jagt den anderen. Für diese Quälerei hierher haben wir glatt nochmal 2 Tage Pause eingelegt, denn der Braccianosee hatet auf uns eine Magnetwirkung. Aber dann gings weiter, und: man wird ja dann als Pilger so blöd und unlogisch, dass wir NACH dieser Pause zwar zurück auf den Via Francigena gelaufen sind, aber nicht etwa Richtung Rom, sondern schön noch ein Stückel zurück, damit (durch unseren Umweg) so wenig wie möglich von der ursprünglichen Pilgerwegstrecke verloren geht. Mehrere Leute, denen wir erzählten, dass wir nach Rom pilgern und sie uns ganz entsetzt antworteten, dass wir in die falsche Richtung liefen, bewarfen uns mit unverständlichen Blicken, als wir versuchten, auf italenglisch zu erklären, dass wir diese Strecke nachholen müssten... man ist so langsam aber sicher im Pilgerwahn...
Die letzten Etappen waren weder vom Weg noch von den Orten her attraktiv. Die allerletzte Etappe nach Rom war noch mal eine Art Prüfung oder so: Es hat von morgens an so geregnet wie gestern und heute hier in Berlin (also aus Kannen) und wir durften schön die Straße entlang, wo alle LKW's, Busse und normale Autos zum Fontänebasteln verabredet schienen. Der inzwischen unbezahlbare 3-EUR-Schirm aus Mailand hat uns hier wieder (diesmal seitlich) Wahnsinns-Dienste geleistet. Ein Hochgefühl, wenn man tatsächlich die gesamte Strecke zu Fuss geschafft hat- auch oder gerade, wenn solche harten Proben dabei sind- zumal wie ein Grinsen der Ironie ständig auch Busse nach Rom an uns vorbeifuhren!
Da sind wir plötzlich in Rom... echt fies nur, dass sie es nicht mal geschafft haben, ein (langersehntes) Ortseingangsschild hinzustellen. Ey, da kommen wir extra angelaufen und dann sowas. Naja. 5 Tage vor der planmäßigen Ankunft sind wir also in der Hauptstadt eingefallen und letztendlich glücklich, diese zusätzliche Zeit gehabt zu haben, denn die Befürchtung, dass Rom-Besichtigung uns zuwider wird, ist bereits am 2. Tag komplett verflogen: Rom ist eine Stadt, die platzt bald aus allen Nähten vor lauter Geschichte, Kultur und Kirche- und so etwas aus den Mündern von Museums- und Städtebesichtigungsmuffelkönigen!!! Wir sind schwerst beeindruckt, nicht zuletzt natürlich dadurch, dass wir als Pilger neben der Audienz beim Papst auch den ultimativen Zutritt in die Vatikanstadt und Gespräche mit einem Don (= Pfarrer?) und einem Kardinal hatten. Uns (den aus dem kommunistisch besetzten Berlin Aufwachsenden...) wurde ein kleiner und sanfter Einblick in das Wesen und den Gedanken der Kirche präsentiert und wir sind von der Art der Schilderung schwer beeindruckt. Auch wenn der religiöse Gedanke ursprünglich kein Grund für diese Reise war, bleibt er nicht außen vor- und erst recht nicht in Rom!
Die Stadt selbst ist die hohe Konzentration italienischer Lebensweise: ziemlich laut, leicht chaotisch, aber ansonsten VIEL gelassener. Die Bars mit den leckersten Kaffees der Welt, die kleinen (sogar in Rom viel persönlicheren) Geschäfte, das GELATO und natürlich die Präsenz der Vergangenheit durch Monumente, Statuen, viele alte Steinbrocken, die uns weiß machen sollen, dass hier die Römer drin gebadet, verurteilt, gewohnt oder gekämpft haben... machen Rom zu einer Citta bellissima.
Dass wir bei unserer Abreise am Dienstag uups versehentlich zum falschen Flughafen gefahren sind (auf italienisch heißt doch echt alles irgendwie gleich) und deshalb fast unseren Flug verpasst hätten, verhalf uns zeitweise noch einmal zu hohem Adrenalinspiegel. Aber ein "gekidnappter" Taxifahrer älteren Jahrgangs (ich habe ihn Eddie Ahrendt getauft) hat mit uns gelitten und uns dann aber doch noch rechtzeitig zum richtigen Airport gebracht. Ich glaub, der braucht nun auch erstmal Urlaub...
So, nun ist er rum, der erste Part des Sabbaticals.
Wie's weitergeht, lesen Sie in der nächsten Folge, wenn es wieder heißt:
"Johannisthal auf Welttournee"
bis dahin- ciao!
Um der Mission "Italien" einen runden Abschluss zu geben, werde ich die letzten 2 Wochen hier kurz wiedergeben: Nach unserem Kurzurlaub vom Pilgern am Bolsenasee (wir haben dreisterweise aus 2 spontan 3 freie Tage gezaubert) fiel es uns und unseren Knochen gar nicht so einfach, wieder in den Tritt zu kommen. Deshalb haben wir nach 3 Tagen Weiterlaufen die ursprüngliche Route des Via Francigena heimlich verlassen, weil der Pilgerweg uns doch tatsächlich einen (laut Karte nicht weit entfernten) ziemlich großen See vorenthalten wollte- und DAS geht nun wirklich nicht! Zumal wir - nach Wälzungen aller Laufbücher und daraus erstellter Bilanz - immer noch gut in der Zeit lagen. Der laut Karte höchstens 1,5 cm kurze Abstecher ging gemeinerweise natürlich wieder ordentlich hoch und runter, als würden wir uns diesen Badegenuss noch durch Extra-An-und-Abstiegspunkte verdienen müssen... pah. Die erhofften 14 km zum Campingplatz IM ORT DIREKT AM SEE entpuppten sich IM ORT letztendlich als "nur" noch 5 km vom Ort entfernt (ja, immer schön häppchenweise ankündigen!!!), dafür aber Tatsache DIREKT AM SEE. Wenn die Füße nur auf 14 km Tagesetappe programmiert sind, können 5 km mehr zum Ding der Unmöglichkeit werden...
Aber SO einen schönen Zeltplatz hatten wir wirklich noch nie- ein Glücksseufzer jagt den anderen. Für diese Quälerei hierher haben wir glatt nochmal 2 Tage Pause eingelegt, denn der Braccianosee hatet auf uns eine Magnetwirkung. Aber dann gings weiter, und: man wird ja dann als Pilger so blöd und unlogisch, dass wir NACH dieser Pause zwar zurück auf den Via Francigena gelaufen sind, aber nicht etwa Richtung Rom, sondern schön noch ein Stückel zurück, damit (durch unseren Umweg) so wenig wie möglich von der ursprünglichen Pilgerwegstrecke verloren geht. Mehrere Leute, denen wir erzählten, dass wir nach Rom pilgern und sie uns ganz entsetzt antworteten, dass wir in die falsche Richtung liefen, bewarfen uns mit unverständlichen Blicken, als wir versuchten, auf italenglisch zu erklären, dass wir diese Strecke nachholen müssten... man ist so langsam aber sicher im Pilgerwahn...
Die letzten Etappen waren weder vom Weg noch von den Orten her attraktiv. Die allerletzte Etappe nach Rom war noch mal eine Art Prüfung oder so: Es hat von morgens an so geregnet wie gestern und heute hier in Berlin (also aus Kannen) und wir durften schön die Straße entlang, wo alle LKW's, Busse und normale Autos zum Fontänebasteln verabredet schienen. Der inzwischen unbezahlbare 3-EUR-Schirm aus Mailand hat uns hier wieder (diesmal seitlich) Wahnsinns-Dienste geleistet. Ein Hochgefühl, wenn man tatsächlich die gesamte Strecke zu Fuss geschafft hat- auch oder gerade, wenn solche harten Proben dabei sind- zumal wie ein Grinsen der Ironie ständig auch Busse nach Rom an uns vorbeifuhren!
Da sind wir plötzlich in Rom... echt fies nur, dass sie es nicht mal geschafft haben, ein (langersehntes) Ortseingangsschild hinzustellen. Ey, da kommen wir extra angelaufen und dann sowas. Naja. 5 Tage vor der planmäßigen Ankunft sind wir also in der Hauptstadt eingefallen und letztendlich glücklich, diese zusätzliche Zeit gehabt zu haben, denn die Befürchtung, dass Rom-Besichtigung uns zuwider wird, ist bereits am 2. Tag komplett verflogen: Rom ist eine Stadt, die platzt bald aus allen Nähten vor lauter Geschichte, Kultur und Kirche- und so etwas aus den Mündern von Museums- und Städtebesichtigungsmuffelkönigen!!! Wir sind schwerst beeindruckt, nicht zuletzt natürlich dadurch, dass wir als Pilger neben der Audienz beim Papst auch den ultimativen Zutritt in die Vatikanstadt und Gespräche mit einem Don (= Pfarrer?) und einem Kardinal hatten. Uns (den aus dem kommunistisch besetzten Berlin Aufwachsenden...) wurde ein kleiner und sanfter Einblick in das Wesen und den Gedanken der Kirche präsentiert und wir sind von der Art der Schilderung schwer beeindruckt. Auch wenn der religiöse Gedanke ursprünglich kein Grund für diese Reise war, bleibt er nicht außen vor- und erst recht nicht in Rom!
Die Stadt selbst ist die hohe Konzentration italienischer Lebensweise: ziemlich laut, leicht chaotisch, aber ansonsten VIEL gelassener. Die Bars mit den leckersten Kaffees der Welt, die kleinen (sogar in Rom viel persönlicheren) Geschäfte, das GELATO und natürlich die Präsenz der Vergangenheit durch Monumente, Statuen, viele alte Steinbrocken, die uns weiß machen sollen, dass hier die Römer drin gebadet, verurteilt, gewohnt oder gekämpft haben... machen Rom zu einer Citta bellissima.
Dass wir bei unserer Abreise am Dienstag uups versehentlich zum falschen Flughafen gefahren sind (auf italienisch heißt doch echt alles irgendwie gleich) und deshalb fast unseren Flug verpasst hätten, verhalf uns zeitweise noch einmal zu hohem Adrenalinspiegel. Aber ein "gekidnappter" Taxifahrer älteren Jahrgangs (ich habe ihn Eddie Ahrendt getauft) hat mit uns gelitten und uns dann aber doch noch rechtzeitig zum richtigen Airport gebracht. Ich glaub, der braucht nun auch erstmal Urlaub...
So, nun ist er rum, der erste Part des Sabbaticals.
Wie's weitergeht, lesen Sie in der nächsten Folge, wenn es wieder heißt:
"Johannisthal auf Welttournee"
bis dahin- ciao!
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