Dienstag, 22. September 2009

Sielmanns Enkel

Hab ich nicht gesagt, ich schreibe das naechste Mal frueher? Hab ich da vielleicht etwas geschwindelt...? 3 Wochen sind nun schon wieder rum, Kinder, Kinder... wie soll das weitergehen? Wir sind heute den letzten Tag in Quito- aber nicht, dass ihr denkt, wir haben die letzten 3 Wochen nur schmusend im Hotelzimmer verbracht- Naahhhhheiiiinnn! D.h., also AUCH, aber nicht NUR ;-)! Denn wir haben nicht nur 3 wunderbare "Wandertage" in atemberaubender Natur rund um die Quilotoa-Lagune gehabt, sondern sind auch schon mal eben nach Galapagos ruebergejuckelt und haben eine faszinierende Woche dort verbracht- eher wacklig zwischen, aber staunend auf den einzelnen Inseln. Zugegebenermassen hab ICH waehrend der Woche beim Beobachten der Tiere, die sich weniger als 2 m entfernt von uns unbeeindruckt ihrem Tagesprogramm gewidmet haben, nun nicht staendig "Wahnsinn- fantastisch!- das ist ja sooooo unglaublich...!" gejubelt und bin mit aufgerissenen Augen und Mund fassungslos ueberwaeltigt durch die Woche geschwebt, aber nun, da ich Zoogeschaedigte danach auch einen Nationalpark mit angeblich 150 Vogelarten durchstreift habe, in dem wir aber nur genau 1 Vogelsorte besichtigen konnten, weil die anderen sich versteckt haben oder gleich weggeflogen sind, weiss ich die Besonderheit der Galapagos-Inseln auch deutlich mehr zu schaetzen. Tom dagegen war schon waehrend der Inselwoche offensichtlich mehr beeindruckt- auch war ER es, der trotz mittelschweren Wellengangs des abends frisch und froehlich im Zimmer hin und her wurschteln, ja sogar LESEN oder mit anderen jungen Gaesten einen gemuetlichen Abend verbringen konnte (z.B. um den Grundstein fuer unsere herzliche deutsch-franzoesische Freundschaft zu legen); waehrend unserereiner (also ICH) nach dem Abendessen binnen einer Minute zusehen musste, sich in Horizontallage zu bringen, damit nicht alles wieder ueber Bord landet... trotz regelmaessigen Reisetabletten war das Schwanken kein Freund meines Wohlbefindens. Nun zum G.-Bericht: Wir haben uns mit 12 anderen Gaesten in ein romantisches altes Segelboot eingemietet, das mit uns innerhalb von einer Woche zu den verschiedenen Inseln fahren sollte. Ja, es war schon etwas alt... denn schon am ersten Abend unserer Ankunft hat der Generator (der nicht nur den Motor mit Energie fuettert, sondern nebenbei auch fuer allgemeinen Strom und auch Wasser! sorgt) den alten Geist aufgegeben... der erste Tag bestand also nur aus Warten auf dem Schiff und fuer mich gluecklicherweise auch ein paar Stuendchen auf dem Festland, bis ein neuer Generator angeschafft und behelfsmaessig oben und aussen auf dem Schiff befestigt wurde (wir dachten nur, hoffentlich kommt waehrend einer langen Nachtfahrt keine grosse Welle und ruiniert auch DEN noch! An diesem Tag haben wir die ersten Schnorchelversuche gestartet, wurden zur Bekaempfung der Langenweile naemlich zum Tortuga Bay gefuehrt, wo wir ausserdem (nein, keine Schildkroeten) Marineleguane gesehen haben. Dann abends ging die erste Fahrt los- die Kabinen selbst waren sehr gemuetlich, nur hatten wir oefter das Beduerfnis, das Fenster aufzumachen- ging natuerlich nicht auf, denn anderenfalls haetten wir ziemlich schnell den Zustand "Kabine unter..." (siehe Foto). Das Wasser hat zeitweise ordentlich ans Fenter geklopft, da kommen einem schon die wildesten Gedanken und Fantasien (was haben wir bloss gebucht???). Man liegt da und hoert oben nur die Stuehle umkippen, auch das ein oder andere Glas klirrte auf dem Boden und andere "mobile" Gegenstaende waren auch wirklich mobil. Den Kuehlschrank hatten sie gluecklicherweise festgeknotet...
Nachts geschippert, tagsueber an Land, das Inselprogramm dabei immer unterteilt in Inselwanderung und Schnorcheln. Jeden Tag gab es ein anderes "Gesicht": der Inselsand wechselte von schneeweiss ueber goldig bis hin zu lavaschwarzgrau, die Inselherrschaft haben hier die Seeloewen oder Leguane, teilen sich da die Blaufusstoelpel, Fregattvoegel und Albatrosse, auf einer anderen Insel ist alles nur von Lava bedeckt und die Falten und aufgeplatzten Blasen noch so klar, als waere der gluehende Fluss erst gestern erstarrt. Vegetation gibt es hier fast keine, seit 120 Jahren hat es aus den (zu) entfernten anderen Inseln kein Samenkorn geschweige denn Tier geschafft, sich anzupflanzen/-siedeln. DAS ist schon beeindruckend. Tuerkisblaues Meer umgibt jede Insel und darin tummeln sich neben vielen bunten Fischen auch Meeresschildkroeten (auch die knabbern unbeeidnruckt von den Schnorcheltouristentieren in 1m-Entfernung an den Algen und sind gigantisch gross!), Haie, Rochen und lustigerweise fangen die Seeloewen im Wasser an, mit uns zu spielen! Die Geraeusche der Seeloewen an Land hoeren sich allerdings nicht wie "Oink!Oink!" an, sondern eher wie Brechreiz, wuerd ich mal sagen... macht aber nix, es ist einfach schoen, eine Weile am Strand zu sitzen und nur zu beobachten, wie die "Kinder" im Wasser spielen oder sich tolpatschig am Strand fortzubewegen versuchen, nach "Mama" schreien oder wie sich alle uebereinanderwerfen, um es sich in der Gruppe gemuetlich zu machen. Ja, so ein gewisses "Sielmann"-Feeling kommt da auf- hier sind sie die Nr. 1: die Tiere. Und wie oben schon erwaehnt- so unglaublich nah, dass man sich selbst wie ein Seeloewe, Blaufusstoelpel oder was auch immer in der jeweiligen Herde fuehlen koennte. Wenn wir uns heute die gut 500 (!) Bilder von dieser einen Woche ansehen, ist es selbst fuer uns schon wieder fast unwirklich- gut daher, dass Tom ein T-Shirt im dortigen Kiosk gekauft hat, so haben wir -neben seinem inzwischen verloren gegangenen Galapagos-Hut, willkommen daher im Club der "Welten(ver)bummler"- immerhin noch EINEN Nachweis: wir haben's tatsaechlich getan! Das bleibt auf jeden Fall unvergesslich und ist daher einen extra Foto-Ordner wert... bleibt artig und zufrieden- und seid auf jeden Fall lieb gegruesst von den gluecklich wiedervereinten Toms und Suses

Dienstag, 1. September 2009

SchnupPERUrlaub

Ist sie da, ist sie auch schon wieder weg... 3 Wochen Probereisen in Peru, um mein 90 Tage-Visum in Ecuador nicht auszureizen, sind schon wieder um und ich bin nun kurz vor meinem Ende als blonder, blauaeugiger, alleinreisender suedamerikanischer Albino- yippieh! Eine echt coole, aber auch praegende Zeit, die ich in jedem Fall NICHT missen moechte, geht vorbei. Aber jetzt freu ich mich wie Bolle, dass der Tom nun endlich auf dem Weg zu mir ist. Es ist schon fast ein bisschen unwirklich. Und nun, da er ja schon unterwegs ist, kann ich Euch auch schon ein paar Fotos von Peru rueberwachsen lassen, denn er sollte die ja noch nicht sehen, die echten Bilder warten schliesslich noch auf ihn...

Kurzer (haha) Abriss der letzten 3 Wochen: Man steigt also abends um 23 Uhr im Sueden von Ecuador in den Bus, wird wg. Grenzuebergangmodalitaeten um halb 4 morgens geweckt, schlaeft weiter, der Hintern schmerzt leicht... und wenn es um halb 7 hell wird, begruesst einen die wuesteste Wueste, die ich bisher gesehen habe- fast KEINE Pflanze, endlose Sandweiten und mittendrin Huettenmeere in einer Gegend, die einem normalerweise unbewohnbar scheint. Ohne fliessend Wasser oder ausreichend sanitaere Anlagen wohnen hier die Menschen, die es aus dem Hochland hier her gezogen hat, u.a. weil mit Einfuehrung des Fernsehens den Menschen ueber den Bildschirm suggeriert wurde, dass das Leben an der Kueste viel luxurioeser waere (scheiss Erfindung...). Sie geben alles bisherige auf (wenn sie vorher etwas hatten), um dieses so viel bessere Leben an der Kueste zu beginnen- und landen letztendlich in diesen - Baracken ist noch zu hoch gegriffen - Buchten. Ich bin ganz schoen irritiert. Nach 18 h Busfahrt incl. 2mal umsteigen komme ich endlich in Trujillo an- eine Kuestenstadt, die nicht nur bei Surfern beliebt sein soll, sondern auch mit praeinkazeitlichen Ueberresten prahlt... auf die ich allerdings nicht hereinfalle, denn ich als weltbekannter Geschichts- und Museumsmuffel checke schon vom Bus aus die Lage und erkenne, dass hier nicht mehr als Sandhaufen ueber Mauerresten auf mich warten. Hah! Durchschaut!!! Dann treffe ich auch noch auf einen (klar!) Amerikaner, der hierherkommt, um mit seinem Freund bisher unentdeckte Orte mit archaeologischen Funden auszumachen- ja, klar...typisch, denke ich.... JEDOCH! dank eines Treffens auf supernettes Paerchen aus Bayreuth bekomme ich einen Kulturtipp und damit auch den notwendigen Funken, der mir die Spannung des Archaeologendaseins hautnah vermittelt. Hier in der Naehe gibt es naemlich noch zwei weitere Sandhaufen (Huaca de la Luna & Huaca del Sol), unter denen sich tatsaechlich Tempel der hiesigen Mochekultur befinden, die zwischen 1. und 8. Jhd. hier "hauste". Als ich hinfahre, sehe ich nur den Sandhaufen, und bin schon fast am enttaeuscht sein, doch als ich mit meinem "personal guide" die Fuehrung mache und sehe, wie dort noch frisch Sand entfernt, also gebuddelt und gepinselt wird und noch ein riesiges Areal von Sand bedeckt ist, das man nicht betreten darf, weil darunter noch etliche Fragmente und Keramiken vermutet werden, moechte ich doch schon fast mitbuddeln und verstehe jetzt den eigentlichen Spass an der Archaeologie! Das Feuer ist entfacht- genau richtiger Start fuer die Perureise also. Ansonsten fuehl ich mich in Trujillo statt wie in einem Surferparadies eher wie bei einer Herbstkur an der Ostsee: wetter- und touritechnisch ist es eher mau, so laufe ich eben jeden Tag (von den beiden...) am Strand lang und entdecke neben Muscheln auch Seeigel, -sterne, Katzenwasserleichen und Kondome... aber AUCH diese schnuckligen Boote, die aussehen wie Harlekinschuhe, ausgestopft mit Styropor, auf denen die Fischer des Abends ins Meer schaukeln, um die Netze auszuwerfen. Koestlichkeit dieses Landes ist roher Fisch oder andere Meeresfruechte in Limone und allmoeglichem Zeug eingelegt- mit dem Probieren warte ich lieber auf Tom... eine andere Spezialitaet hier sind auch die Maenner, die es mir nicht erlauben, laenger als 3 Minuten auf einer Bank zu sitzen und zu entspannen, lesen oder was zu schnabulieren oder einfach nur unbemerkt die Strasse langzugehen- lt. Lonely Planet sollte man als alleinreisende Frau wohl besonders nachts damit rechnen, bis zur Verzweiflung angequatscht zu werden- mir scheint, hier herrschen 24 Std. Nacht... ich werd schon leicht gereizt und unfreundlich und irgendwie kommt mir der Gedanke, dass Totalverschleierung, also incl. der Augen nicht nur erniedrigend sein koennte- obwohl ich froh sein muesste, dass es nur Machismus und keine boesartigen Ueberfaelle sind, die mich begleiten. Ja, so kann man aus fast allem was Positives ziehen. Und letztendlich haben mir schon viele Leute durch ihre Kontaktfreudigkeit, wie ich es nenne, weitergeholfen.
Hier in Trujillo lasse ich mir uebrigens auch eine neue Brille machen, denn Suses muessen nicht beklaut werden, sie sorgen bekanntlich selber fuer Verluste: ich hab irgendwo meine Brille verschlumpst- grosse Trauer... unter Traenen kucke ich aus dem Café raus und gegenueber winkt mir ne Werbefigur eines Optikergeschaefts entgegen, die verlautet- Ihr Alter ist Ihr Discount! Kennt man ja... ich trau mich rein... binnen EINES Tages und viel billiger als in Deutschland hab ich eine neue Brille! Also bisher sind die Verluste (Federtasche, Taschenmesser, Brille) alle noch im Rahmen und heilbar, wenn man vom ideellen Wert absieht.
Als ich einmal im Bus ca. 10 min nach der Abfahrt merke, dass ich den lebensnotwendigen Lonely Planet im Internetcafé hab liegen lassen, bestehe ich auf Ausstieg. Allerdings gibt es einen kleinen Haken- mein grosser Rucksack muss im Gepaeckabteil bleiben und soll angeblich am Ziel (3h entfernt) auf mich warten. Als ich aussteige und zurueck zum Café laufe, kommt mir kurz der Gedanke, ob es ein guter Tausch waere, das Buch zwar (evtl.) wiederzukriegen, dafuer aber keinen Rucksack mehr zu haben... aber alles geht gut, ich hab beides wieder- hier funktioniert doch echt ne Menge!!!
Mein naechster Anlaufpunkt sollte Cusco werden- meinen werten Kollegen Frank und seine Familie besuchen, die gerade hier Urlaub bei seinen Schwiegereltern machen- na, das lass ich mir doch nicht entgehen, bekannte Gesichter in unbekanntem Gebiet zu treffen. Wieder Erwarten war es nur kurz komisch, sie hier anzutreffen, dann fuehlte ich mich die ganze Woche echt wie zu Hause bei den supernetten Heidemanns und Familie! So konnte ich Abwechslung jeden Tag geniessen, etwas allein zu unternehmen und auch schoen viel Zeit mit meiner "Gastfamilie" zu verbringen. Eine superschoene Woche! Cusco ist ja auch ne Stadt, die einen in den Bann zieht- nach etlichen eher suedamerikanischen Staedten mit abgeranzten Haeusern und stressigen Strassen fuehlt man sich ja hier schon fast wie in Europa! Es gibt gemuetliche Gassen (incl. der beruehmten Inkamauer mit dem noch beruehmteren 12-Ecken-Stein; hier wurden die Steine so exakt bearbeitet, dass Moertel nicht noetig war!), eine Altstadt, die ich auch als Altstadt bezeichnen wuerde, weil viel mehr Altbauten als irgendwo anders, kurz: ein richtiges Areal, das man durchschlendern kann- das tut auch mal gut. Ausserdem wimmelt es ja in Cusco und Umgebung von Inka-Ruinen; ich mit meinem inzwischen gewachsenen Interesse fuer Geschichte war natuerlich entzueckt, vor allem, weil es hier die fuer mich perfekte Mischung aus Natur und Geschichte zu erleben gibt. Die wirklich ganz wichtigen Dinge wie Macchu Picchu und noch andere Staetten heb ich mir natuerlich auch fuer Tom auf.
Auf dem Weg nach Cusco durchkreuzt man auch Lima- eine Stadt, in der ich auf KEINEN Fall alleine bleiben wollte, also nur durchgefahren bzw. Zwischenstopp von 3 Std. gemacht habe. Von allen Seiten kommt nix positives: Selbst die Baeckerfrau schickt mich unverzueglich (aber freundlich) wieder an meinen Platz (3m entfernt vom Tresen) zurueck, als ich doch nur was bestellen wollte- ich solle doch lieber auf meine Sachen aufpassen... manno... mach ich also ne laute Fernbestellung... das einzig Faszinierende in Lima fuer mich war der Markt, den wir quer mit dem oeffentlichen Bus durchfahren, auf dem die rohen Schweine- und Huehnerfleischbatzen direkt neben einem Kohlestand liegen (sozusagen alles fuers naechste Barbecue an einem Ort), die Busse fast die Kraeuterhaufen ueberfahren und sowieso viel Zeug mitten auf dem Boden liegt, dass unmoeglich noch verkaeuflich ist (denke ICH)...
Von Cusco auf dem Rueckweg Richtung Ecuador mach ich noch eine groessere Pause in Chachapoyas. Hier findet man eine Ruinenstadt ("Kuelap"), die fast so bedeutend ist wie Macchu Picchu, allerdings und GLUECKLICHERWEISE noch nicht so bekannt und ueberlaufen- da muss ich natuerlich noch hin. Verbinde das mit einem 4-Tage-Trek durch die dortige Landschaft und DAS ist einfach megagenial! Wieder eine Mischung aus Geschichte und Natur- an einem Tag sehen wir Sakopharge (mit ueber 1000 Jahre alten Knochen) eingelassen in Felswaende und wandern am anderen Tag auf alten Prae-Inka-Wegen, lassen uns von schwitzenden Mulis die matschigen und felsigen, aber vor allem steilen Berg"wege" hochschleppen (ein schlechtes Gewissen kommt schon zeitweise auf, vor allem, wenn ich sehe, dass die 10- und 15-jaehrigen Kinder neben uns 3h ohne Pause wie die Bergziegen den gleichen Weg hochhopsen...). Die Landschaft hier ist viiiiieeeeelllll schoener und somit bin ich 100mal entzueckter als in diesem komischen Dschungel... ja, das ist superirre... Teilweise sind wir ueber den Wolken, teilweise mitten im Regen und Matsch- weniger superirre, aber nach meinem kurzen Wutanfall auf die (Standard)Frage, ob ich okay sei, nachdem ich mich laengs hinpacke und damit den ganzen Mistmatsch an meiner Hose habe- mit dem Wissen, dass an diesem Abend -wie auch davor und DAVOR- kein warmes Wasser auf mich wartet und auch keine Gelegenheit, die Sachen bis morgen trocken zu kriegen- "NO, I'M NOT OKAY!" schreie ich meinen Mittouristen und den Guide an- was ist das auch fuer eine bloede Frage...- ist dann doch alles wieder gut, und wir lachen, weil die Situation so verrueckt und unurlaubig ist, dass es doch schon wieder lustig ist und letztendlich alles wieder gut wird- irgendwann... wie lang war jetzt dieser Satz eigentlich???
Also mit nassen Hosen und doppelt so schweren Schuhen und Socken besuchen wir am letzten Tag diese Ruinenstadt der Chachas (die danach von Inkas besiedelt wurde) auf dem hoechsten Berg der Umgebung, aber nicht nur das sorgt dafuer, dass ich hin und weg bin: liegt natuerlich auch am Guide, der so emotional und motiviert das Leben und die Geschichte der Kultur an den Mann/die Frau bringt. Hier haben Schamanenmaennchen und Schamanenweibchen noch Sex praktiziert, um Regen herbeizufuehren- nicht nur zum Vergnuegen also! Harte Arbeit... Man sieht auf den Treppen noch die Abriebe von den Lamas, die hier zu hunderten, tausenden gehalten wurden, Knochen von der "koeniglichen Familie" in Mauern vergraben und Meerschweinchenhaeuser...
Diese Tierchen haben hier in der Gegend natuerlich andere Bedeutung als bei uns, das weiss ich ja schon. Aber als ich eines Abends in die Kueche unserer Trekking-herberge sehe und im unteren Teil des Regals die suessen Schnurzis und Stupsis sehe, staune ich. Die Frau der Familie rennt hinter einem Tier her, dieses flieht umher in der Kueche, hat natuerlich keine Chance und wird gefasst- den Zwischenteil erspar ich euch, nur soviel- nur 30 min spaeter lag dieses suesse Tier knusprig braun auf unserem Teller. Essen konnte ich DAS natuerlich nicht mehr. Aber organisch und bio und gluecklich war es auf jeden Fall in seinem Leben.
Das naechste Mal schreib ich frueher und weniger... Ihr koennt Euch ja den Text aufteilen fuer mehrer Wochenenden!
Soweit zu meinem Perutripp- nach einem Megaritt im Bus von 2 Tagen und 2 Naechten hab ich noch 3 Tage in herrlichster Natur verbracht und werd mich nun auf den Weg nach Quito machen, die letzten 2 einsamen Stunden im Bus.
Morgen ist der grosse Tag, ich glaub, ich renne Tom vor Freude ueber'n Haufen.
DAS steht Euch ja noch ein bisschen laenger bevor! Bis dahin druecke ich Euch virtuell und freu mich auch ueber E-Mail oder KOMMENTARE!!! ;-)