Nach guter, ALTER (haha) Tradition schreibe ich den letzten Blogeintrag in good old Germany, JETZT NEU! MIT Umlauten!!!
Also: Bolivien sind wa fast durchjerannt, da blieb trotz der straffen Planung noch Zeit fuer spontane 2 Tage in La Paz, der gefuehlten Hauptstadt Boliviens. Gesund und munter hatte ich beim letzten Mal geschrieben, was auch eher geprahlt waere, denn Tom hatte mit fiebriger Erkaeltung zu tun und wir beide hatten - pulga pulga trallala - mit blinden Passagieren zu kämpfen, die uns jeden Tag ein paar neue rote Punkte auf dem Hautbildschirm bescherten. Recherchen via Internet als auch Besuch in einer Klinik haben unsere Hoffnung auf Bekämpfung nicht unbedingt geschürt, denn alle konnten nur Haushaltstipps geben wie "Sachen in die Sonne legen und ausschütteln" oder "sie gehen von alleine irgendwann weg von Menschen"- IRGENDWANN???? Was bitte schön soll das heißen? Nun gut, letztendlich waren wir sie wirklich IRGENDWANN los, so nach einer Woche und alles komplett durchwaschen und getrennten Betten und so.... Die Rezeptionsdame in einem Hotel schaute etwas verwirrt, als wir auf die Frage "Zimmer mit Ehebett?" uns erst ansahen und ihr dann wie aus der Pistole ganz wild entschlossen, lautstark und fast angewidert "No! No, no!" entgegenwarfen. Doch nun ein Wort zu La Paz: eine pulsierende Stadt, in einem landschaftlichen Kessel auf bis zu 4 km Höhe, leicht chaotisch, doch streckenweise auch ziemlich organisiert und ordentlich. Auf jeden Fall ziemlich modern, in den reicheren Gegenden überraschen Wolkenkratzer und westliche Geschäfte. Im Zentrum ist jedoch alles wie gewohnt: auf dem Bürgersteig sitzen die Frauen und verkaufen Fisch und Fleisch aus'm Karton (frisch?) , Blumen, Kräuter und Obst/Gemüse. Die Straßen sind vollgestopft mit Autos, das Beste hier sind davon die Dodge-Busse, die würden bei uns ein Vermögen wert sein, und dort sind sie Alltag... einen von den vielen dort angebotenen getrockneten Lamaföten (werden dort vor der Haustür vergraben, um Glück zu bringen) haben wir nicht mitgebracht, konnten uns grad keinen vorstellen, der diesen Brauch hier praktizieren wollte. Aber wer doch interessiert ist und keinen anderen Weg zum Glück vermeint zu wissen, die gibt es also in La Paz auf dem Hexenmarkt.
Über katastrophale Straßen- waren es überhaupt Straßen?- fuhren wir durch die Nacht nach Uyuni, der Startpunkt zu einem Trip in die größte Salzwüste der Welt. Wenn wir uns bis dahin nicht den Bandscheibenvorfall gesichert haben sollten, so konnten wir es im Jeep beim 3-Tages-Ausflug nachholen... aber um direkt in diese Wüste zu kommen, gab es keinen anderen Weg. "Endlose Weißen" waren die Belohnung für stundenlanges Fahren. Ist schon beeindruckend und sieht eher aus wie ein riesiger zugefrorener See. Wenn man mal die anderen 20 Jeeps weglässt, die bei Besichtigungen oder Mittagspausen um einen herum standen und andere Touristen mitbrachten, dann war es doch ganz schön. Anderenfalls könnte man durchaus behaupten: SEHR touristisch. Aber was soll's, wir wollen es trotzdem sehen... Die Landschaft außerhalb der Salzwüste ist sehr öde und trocken- wie hier Lebensfreude aufkommen kann, ist mir ein Rätsel. Kein einziges Grünzeug, aber trotzdem haben sich Dörfer hierhergepflanzt, braune Häuser auf braunem Sand vor braunen Bergen... Obwohl!!! Hier haben die Berge teilweise 7 Farben, unser wortkarger Guide hat mal blicken lassen, dass dies aufgrund verschiedener Mineralien so sei. Neben bizarren Gesteinsformationen haben wir auch noch verschiedenfarbige (Grund siehe oben) Lagunen zu Gesicht bekommen, in denen sich hunderte von Flamingos tummelten- VIEL näher als auf Galapagos!!! Gefundenes Kamerafutter, so dass wir darüber fast unser Mittagessen vergaßen, das der Guide mitten in der Wüste aus dem Auto heraus kochte und uns mit den Worten "Jetzt ist alles schon kalt" noch mal extra an den Tisch bitten musste. Uups.
Einzige Unternehmung in Bolivien beendet, dann aber nix wie fix rueber nach Argentinien! Das Land des Steaks und des Weins- seit Tagen freuen wir uns auf diese Köstlichkeiten... Der Grenzübertritt war wie das Eintauchen in eine andere Welt- plötzlich und UNERWARTET ist man Europa einen Riesenschritt näher: alle Straßen sind rüttelfrei, hier stehen richtige Häuser und man friert sich trotz 30° C Außentemperatur den Hintern ab, weil man hier ja in Bussen und Gebäuden beweisen muss, welche Maximalleistungen Klimaanlagen so bringen... Furchtbar! In der zuerst angefahrenen Stadt Salta gibt es richtige Kaufhäuser, Fußgängerzonen, Supermärkte, Restaurantketten, Cafés... soso. Wir fühlten uns beide recht überrumpelt von der ganzen Zivilisation. Natürlich, es ist schön, mehrere Optionen für Nahrungsaufnahme zu finden, ohne große Angst vor Darmproblemen zu haben. Aber der Rest.... wir wollten noch nicht nach Europa zuück! Eines der leckersten Steaks des ganzen Urlaubs und ein netter Rotwein mitten am Hauptplatz der Stadt hat uns erstmal versöhnt. Und Kaffee gibt es hier auch endlich wieder ordentlichen! Na gut, wollen wir mal nicht zu hart ins Gericht gehen mit Europargentinien... Nach 2 Tagen haben wir dann auch genug Stadt und fahren in eine sagenhaft schöne Gegend namens Cafayate - die Stadt heißt so und der Weg dorthin ist umzingelt von Steinbergen mit unterschiedlichsten Farbschichten. Durch Erosion haben sich auch hier ganz wilde Gesteinsformationen gebildet wie Frosch oder Mönch, dass man manchmal doch denken könnte, hier hat eine Menschenhand heimlich nachgeholfen- doch der Guide streitet's ab. Wie dem auch sei, ein sehr schöner Ausflug in diese sogenannte Quebrada, gefolgt von einer stundenlangen Wanderung über Stock und Stein flussaufwärts bis zu einem gut 10 m hohen Wasserfall, an dem wir wie im Paradies baden konnten, nachdem wir in der Gluthitze schon FAST aufgegeben hätten, diesen blö.... Wasserfall zu finden. Denn DAS war mal wieder ein typischer Gesichtszug dieses Kontinents, laut Theorie und Hostalheini schien das ein total einfacher Weg dorthin zu sein. Als wir auf dem Weg dorthin aber eigentlich nur Gruppen plus Guide treffen, werden wir schon etwas misstrauischer. Und als uns diese Gruppen plus Guide auch noch versichern, dass es schwer zu finden und ein Guide zu empfehlen sei, ja, da spüren wir wieder, dass wir in Südamerika sind- jeder sagt wat anderet. Aber ist ja -wieder mal- gut gegangen und letztendlich ist aller Frust und alle Wut vergessen, wenn du dann in der malerisch gelegenen Wasserfallbadewanne sitzt und juchzt und eigentlich kaum begreifen kannst, wie schön das grad hier ist. Und dann ist man doch froh, dass man keine Gruppe und keinen Guide hat, die einen in der trauten 2samkeit stören... Das war erstmal der letzte Naturausflug, denn folgen sollten danach die Staedte Cordoba, Rosario und dann...: BUENOS AIRES!!! Cordoba ist laut Lonely Planet die Kulturhauptstadt des Landes, unserer Meinung nach nicht mehr Wert als 3 Std. Aufenthalt bis zur nächsten Busreise nach Rosario. Mit dieser Stadt verbinden wir - neben dem Geburtshaus von Che Guevara, das erinnert an ein Vielfamilienhaus in Berlin-Prenzlauer Berg - das Ende der diebesopferfreien Ära, denn beim Einsteigen in den Bus merke ich plötzlich, dass mein Rucksack offen ist und das Portmonee fehlt. Doch nicht nur das, denn nach kurzer Zeit wird klar, dass etwas viel Wertvolleres auch nicht mehr da ist: mein Tagebuch!!! Oh nein! Das ist ein herber Schlag und Toms Bemerkung, das wäre das Zweitschlimmste nach der Speicherkarte mit den Fotos ist zwar nicht aufbauend, aber wahr. Wir fragen in dem Laden, in dem wir kurz vorher noch waren, ob ich es nicht vielleicht dort.... aber natürlich nicht. Wir luken in verschiedene Mülleimer dieser Gegend, doch nix. Sch....! Sch....! Sch....! Verdammt- wir sind gerade ohne jegliche Energie und Motivation und Lust auf irgendwas. Noch in einen letzten Mülleimer gekuckt... und da! Die Tüte kenn ich doch! Aber da sind nur noch die Bonbons drin... DA! Da liegt mein Tagebuch im Müll, voller Emotionen, einsam und einfach weggeschmissen- daneben mein (leeres) Portmonee. Ich breche in Tränen aus vor lauter sich lösender Anspannung. Drei ältere Damen sprechen mich an, ob alles in Ordnung sei. Ich erzähle kurz und sie erzählen durcheinander ihre Klau-Erlebnisse und beschwören mich schlussendlich, ich solle gut aufpassen auf meine Sachen... is gebongt! Über dieses Glück im Unglück komme ich stundenlang nicht hinweg. Und über das Unglaubliche, dass auch ich beklaubar bin, OHNE es zu merken. 10 Sekunden unbeobachtet, schon sind die Langfinger am Werk.
Buenos Aires ist voll und laut, geschäftig laufen die Leute durch die Straßen, eine Großstadt eben. Bezeichnend ist hier die Menge und Dichte der schönen Altbauten, die eine Romantik in dem ganzen Gewusel ausstrahlen, dass man sich schon verlieben könnte. Und wenn man erstmal eine Tangoshow im urigen Stadtteil San Telmo gesehen hat- dann gibt es keinen schöneren Tanz auf dieser ganzen weiten Welt. Probleme gab es bei der Nahrungsaufnahme- das Preisniveau ist erschreckend hoch- also nix mit dem täglichen Steak... die Zeit des Erinnerungsstück-Kaufs war demzufolge auch vorbei. Aber sonst- schon ne tolle Stadt- vielleicht auch erst auf den zweiten Blick.
2 Stationen hatten wir noch: Die Wasserfälle von Iguazu und Rio de Janeiro.
Iguazu bezeichnet Tom als Höhepunkt seiner Südamerikareise, unsere Erwartungen wurden auch (wie selten!) tatsächlich mehr als erfüllt. Es ist gigantisch, diese Wassermassen und dieses riesige Areal live zu erleben. Und erst recht, wenn man sich einen Helikopterflug über den Nationalpark mit den Fällen leistet- DAS ist unvergesslich!!! Die fünf Tage waren fast ein bisschen kurz, man kann die Schlucht von der argentinischen und der brasilianischen Seite bewundern und jede der beiden Perspektiven ist absolut sehenswert! Von oben, von unten, rechts links- alle Aussichtspunkte haben uns begeistert. Und der anliegende Vogelpark hat unseren Tucanmangel vom Dschungel wieder wettgemacht. Uns sind Vögel, die an Menschen gewöhnt sind und auch ganz schön frech sind, nun doch lieber als scheue Exemplare, die man nur durch ein Teleskop still auf dem Baum sitzen sieht. Es gibt ja so unterschiedliche Tucanarten mit verschiedenfarbigen Schnäbeln!
Die letzten 5 Tage des Riesenurlaubs waren für Rio reserviert. Nach allen Berichten von anderen Touris ist es hier nur eine Frage der Zeit, bis du ausgeraubt wirst... doch das vorweg- wir haben noch alles mit nach Hause nehmen können! Ist ja fast so eine Art Sport, klaufrei durch die Stadt zu kommen. Aber die tags und nachts auf dem Bürgersteig schlafenden Obdachlosen sind hier sehr auffällig- sowas haben wir bisher nirgends gesehen. Das erstaunliche: sie schlafen nicht nur in ärmeren, sondern auch in gehobenen Wohngegenden. Man stelle sich Berlin-Charlottenburgs gute Adressen mit Menschen auf Kartonmatratzen auf Bürgersteigen vor!
Natürlich haben wir keine (wichtige) Sehenswürdigkeit Rios ausgelassen: den Zuckerhut betreten, die Christusstatue auf dem Berg Corcovado besichtigt, sogar ein Fussballspiel der hiesigen "Top"-Mannschaft Flamengo Rio d.J. im 100.000-Mann-Stadion besucht- wobei laut Fachkritiker Tom das Spiel nicht besser war als ein beliebiges von Hertha BSC. Schnell, aber plan- und ziellos... Und das bei einem so entscheidenden Spiel um die Meisterschaft! Aber die Fans waren unermüdlich und treu trotz Grützenspiel.
Das Beste in Rio waren und werden immer sein: der Strand und die Wellen!!! Das ist echt nix für Kinder, hier werden Erwachsene Plansch-Sportlern. Die Wucht, mit denen das Wasser einem die Beine wegreisst, wenn man nicht in Kampfesposition bereitsteht, ist der Hauch von Ahnung, was ein Tsunami bedeuten könnte... Es gilt also, die Technik des Wellenreitens ohne Brett zu beherrschen oder wenigstens durch die Wellen durchzutauchen und bei alledem so wenig wie möglich Salzwasser in die Nase zu bekommen. Trotz roten Augen und kratzender Kehle von soviel Salz, es fetzt tierisch und man will am liebsten gar nicht raus... DAS ist also die Copacabana... die (oder ein anderer der weißen Strände der Stadt) stand täglich auf dem Programm, genau wie das leckere kalte Agua de Coco aus (noch unreifen?) grünen Cocosnüssen, die frisch an der Strandbar aufgeschlagen und mit Strohhalm serviert werden. Und: Caipirinha, das Grundnahrungsmittel eines jeden Strandbesuchers....
Ein sehr schöner Abschluss unseres Südamerika-Urlaubs. Abends um 23 Uhr noch 28°C, und das im November... Und so sehr man sich zwischendurch auch nach Hause und nach diversen Annehmlichkeiten in Deutschland gesehnt hat, die Tränen in den Augen bei der Fahrt zum Flughafen bleiben nicht aus nach so langer Zeit in einer anderen Welt. Mit dem Bus durchreist man die Stadt von Süden nach Norden, mit den Gedanken den ganzen Urlaub von Norden nach Süden, die Erlebnisse mit Land und Leuten, die schönen und die doofen Momente. Die andere Mentalität und das Wurschteln jedes Einzelnen durch sein Leben und seine Umgebung mit den vorhandenen Mitteln. Die Unbeschwertheit trotz härterer Umstände und das zweckmäßigere und damit etwas unumständliche Denken der Leute, denn hier geht es nicht um Aktienwerte und Zinsen, nicht um Stil in Kleidung und Häusern, sondern hier geht es um satt werden und trocken bleiben...und ganz viel um Familie... Wenn man auch wahrlich nicht behaupten kann, dass DIESE Art zu leben das Nonplusultra wäre, so nimmt man einige Facetten doch zu Herzen und stellt sie dem europäischen, dem deutschen Standard gegenüber. Aber hierüber könnte man wohl ein alleinstehendes Buch schreiben. Das Fazit nach allem Denken und Erinnern lautet jedenfalls:
Verdammtes Südamerika, wir werden dich vermissen!
Donnerstag, 19. November 2009
Montag, 26. Oktober 2009
Peru...zweite Halbzeit!
"Smile! And don't look like a bulldog!"- waren Toms drastische erste Worte, die er in Cusco gegenueber einer Dame (!) fallen liess. Die "Freundschaft" zwischen ihm und dieser Angestellten unserer Busagentur begann schon kurz nach dem Einstieg, als Toms Sicherheitsgurt kaputt war, er darauf hinwies und sie ihn ganz laessig mit einem Knoten im Gurt abspeiste. Doch im Vergleich mit den darauf folgenden psychoterroristischen 10 Stunden Nachtbusfahrt, begleitet von ohrenbetaeubendem Geklapper einer lockeren Schraube irgendwo hinter der Verkleidung, das jedes Einschlafen kontinuierlich verhinderte, war die Sache mit dem Gurt ja Pillepalle. Jedenfalls hat die Frau nach diversen Diskussionen (in den Geschmacksrichtungen freundlich-bettelnd, eindringlich und agressiv) nicht einen Finger krumm gemacht, um dieses Problem zu loesen und Tom der Glueckspilz war nun derjenige, der genau dort sass, wo die Schraube am lautesten zu hoeren war. Dies war der Beginn unserer Cusco-Zeit. Danach wurde es ruhiger, kultureller und steinreicher. In und um Cusco gibt es ja unzaehlige (mehr oder weniger interessante) Inkastaetten. Und weil die Tourismusbranche auch hier nicht bloed ist, versammeln sie alle Eintritte auf einer Touristenkarte, die fuer teuer Geld zu kaufen ist und dann natuerlich auch abgearbeitet werden will... vergleichbar mit einem All-you-can-eat- Einheitspreis... Daher hatten wir taeglich gutes Programm, und da die groesseren Ruinen alle ausserhalb der Stadt liegen, waren die Ausfluege auch tagesfuellend. Sacsayhuaman, die einzig ohne Bus erreichbare Staette, ist eine bedeutende Festung (bzw. deren Reste) auf einem Huegel nahe des Zentrums von Cusco. Die Inkas haben die Stadt Cusco in Form eines (mehr oder weniger erkennbaren) Pumas gebaut, und die Festung oberhalb sollte den Kopf darstellen, so berichtete uns ein angehender, fast 25jaehriger Schamane. Ganz bezeichnend bei der Bauweise der Inkaanlagen und -mauern sind die riesigen Steine, die so geschliffen wurden, dass sie NICHT EINEN Klecks Moertel oder sowas benoetigten, sondern jeder Stein eine andere Form besass und so wie ein 3-D-Puzzle ineinander gesteckt wurden. DAS ist echt eine Kunst gewesen. Sogar diverse Erdbeben haben diese Mauern ueberstanden (allerdings nicht die spanische Invasion...)
So haben wir uns, bevor es dann natuerlich auch nach Macchu Pichu gehen sollte, schon vorher mit etlichen Steinhaufen beschaeftigt. Baeder, Plaetze fuer heilige Rituale, Wachanlagen oder Raststaette fuer Durchreisende (manchmal sind sich die Historiker eben auch nicht ganz einig)- wir haben fast alle gesehen. Und Peru ist eben immer noch ein Tobeplatz fuer die Geschichtsfetischisten. Das schoene fuer uns Laien hier ist vor allem, dass sagenhaft schoene Natur mit Geschichte gemischt ist. Riesige Bergketten, teilweise mit Gletscher behangen, bilden den Horizont, oft befinden sich ganze Doerfer auch ganz oben auf dem Berg mit Blick auf atemberaubende Kulisse. Klar, in Europa gibt es auch Bergdoerfer und Burgen... ja, auch wunderschoen. Und trotzdem sind die Berge in Suedamerika noch anders- viiiieeel groesser. Und obwohl wir nach all den Steinvisiten eher skeptisch waren, dass das so hochgelobte Machu Picchu so einzigartig sein soll- schliesslich ist es gleichzeitig ein Ort mit ueber 2000 Touristen am Tag, was einem schon die mystische Atmosphaere versauen kann- waren auch wir begeistert und schwer beeindruckt von den Resten des Bauwerks in Zusammenspiel mit der umliegenden Natur. Steile gruene Felsen und tiefe Schluchten praegen die Landschaft- und ganz oben liegt die "verlorene Stadt", deren tatsaechliche Geschichte bis heute auch unterschiedlich dargestellt wird. Das weltweit bekannte Ansicht haben wir genossen, aber vor allem aus neuen Blickwinkeln diesen Ort zu betrachten, ist den Aufwand wert: 8 Stunden im Bus auf wirbelsaeulenschaedigender Schlagloch-Sandstrasse am Bergabhang, 2 Stunden Gleisbettmarsch im Moskitoattackenland und 4 Uhr Aufstehen am naechsten Tag, um rechtzeitig am Eingang zu sein und eine von den 200 Eintrittskarten fuer den Huaynapicchu (der Berg, den man immer auf dem Bild hinter den Steinruinen sieht) zu ergattern. Stimmt, es IST sehr touristisch. Und die Leute sind besessen!Aber wenn dann nachmittags die ganzen nervigen Touristen weg sind (hahaha), dann wird es richtig wirkungsvoll. Wir haben tatsaechlich von 6 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags dort oben verbracht- es war wirklich das i-Tuepfelchen nach allen anderen Besichtigungen.
Zurueck in Cusco, haben wir einen Tag Verschnaufpause eingelegt (die natuerlich wieder zur Haelfte mit Organisatorischem gespickt war, unter anderem ein Geldautomatenstreich am Sonntag, so dass man sich nirgends beschweren kann, wenn zwar die Rechnung rauskommt, dass man 200 Dollar abgehoben hat, nicht aber das Geld!). Denn fuer die naechsten Tage haben wir bereits vor dem Machu Picchu-Trip binnen 10 Minuten entschieden, dass wir (also ich ja nochmal) in den Dschungel fahren - bzw. eine Strecke im 10-Mann-Flugzeug ueber den Amazonasbecken sogar fliegen. Es ist echt Wahnsinn. Aber ich hoffte auf Kompensierung meines Affenbeobachtungsmangels aus Ecuador. Schon der Flug war voll cool. Langsam haben wir uns von den Anden entfernt, deren Auslaeufer waren schon voll von gruener Vegetation (genannt Nebelwald) und dann unter uns die riesigen Palmen und was sonst noch so an Riesenbaeumen im Dschungel waechst. Gelandet wird hier auf einer Wiese, butterweich und erstaunlich unruckelig- ist wohl ne andere Wiese als der Berliner Treptower Park... und schon bei der Bootsfahrt hin zu unserer Huette (Lodge) haben wir sie tatsaechlich gesehen- AFFEN!!! Hier spricht der Fachmann: Cappucino-Aeffchen. Ich war wie in Trance- naja, fast. Sie springen am Ufer von Baum zu Baum, mit dem Fernglas hatte ich sogar das Gefuehl, sie glotzen mich an. Ach, waren wir gluecklich!!! In diversen Wanderungen und Boots- und Catamaran-Touren kamen uns noch so einige Dschungelbewohner vor die menschliche und technische Linse: rote Bruellaffen, Kaimane, Riesenottern, Tucane, hunderte von Papageien, Sittiche ach und Dutzende von anderen Vogelarten, die mehr oder weniger spannend aussahen. Jawohl, ein Erlebnis, aber mein Affenbedarf wurde ehrlich gesagt auch hier nicht gedeckt- bin ich suechtig? Nein, denn allen anderen Reisenden ging es aehnlich. Allerdings von Wanderungen mit der Machete durch Urwaldgestruepp und vom Schmatzen der Gummistiefel in ordentlich tiefer Modderpampe haben alle vorerst genug! Auch wenn Tiere nicht in Zoonaehe, es war viel besser als in Ecuador...
Die letzte Station in Peru haben wir in Puno am Titicacasee gemacht- die Stadt selber ist nicht so spannend, aber die schwimmenden Inseln! 50 Inseln aus Stroh liegen verankert inmitten des riesigen Sees und alles: die Haeuser, die Boote, alles ist aus Stroh. Und wenn man da schonmal eine Nacht verbringen kann, warum dann nicht auch wir? Eine unvergessliche Nacht wurde versprochen, das war sie dann auch- Regen und Wind stellten die Haeuser auf die Probe, haben aber den Test bestanden- wir die Hundekaelte auch, denn immerhin befinden wir uns hier auf 3800 Meter Hoehe- und das mit unserem Sommerfestivalschlafsack. Toms vorheriges kurzes Fieber hat sich dennoch verabschiedet und nun sind wir schon wieder gesund und munter in La Paz, Bolivien. Doch dazu mehr ein anderes Mal. Denn heute abend geht es mit dem Bus nach Uyuni (groesste Salzwueste der Welt)... Adios, amigos- hasta luego! Esst nicht zuviel Lebkuchen, denn wenn wir zum ersten Advent wieder einreiten, dann wollen wir auch noch welche! Bis dahin geniessen wir noch die dominosteinfreie Zeit und erfreuen uns an Mango, Papaya und Co.- und freuen uns auf die vielen Kommentare, die auf diesen Bericht WIEDER kommen werden... ;-)
So haben wir uns, bevor es dann natuerlich auch nach Macchu Pichu gehen sollte, schon vorher mit etlichen Steinhaufen beschaeftigt. Baeder, Plaetze fuer heilige Rituale, Wachanlagen oder Raststaette fuer Durchreisende (manchmal sind sich die Historiker eben auch nicht ganz einig)- wir haben fast alle gesehen. Und Peru ist eben immer noch ein Tobeplatz fuer die Geschichtsfetischisten. Das schoene fuer uns Laien hier ist vor allem, dass sagenhaft schoene Natur mit Geschichte gemischt ist. Riesige Bergketten, teilweise mit Gletscher behangen, bilden den Horizont, oft befinden sich ganze Doerfer auch ganz oben auf dem Berg mit Blick auf atemberaubende Kulisse. Klar, in Europa gibt es auch Bergdoerfer und Burgen... ja, auch wunderschoen. Und trotzdem sind die Berge in Suedamerika noch anders- viiiieeel groesser. Und obwohl wir nach all den Steinvisiten eher skeptisch waren, dass das so hochgelobte Machu Picchu so einzigartig sein soll- schliesslich ist es gleichzeitig ein Ort mit ueber 2000 Touristen am Tag, was einem schon die mystische Atmosphaere versauen kann- waren auch wir begeistert und schwer beeindruckt von den Resten des Bauwerks in Zusammenspiel mit der umliegenden Natur. Steile gruene Felsen und tiefe Schluchten praegen die Landschaft- und ganz oben liegt die "verlorene Stadt", deren tatsaechliche Geschichte bis heute auch unterschiedlich dargestellt wird. Das weltweit bekannte Ansicht haben wir genossen, aber vor allem aus neuen Blickwinkeln diesen Ort zu betrachten, ist den Aufwand wert: 8 Stunden im Bus auf wirbelsaeulenschaedigender Schlagloch-Sandstrasse am Bergabhang, 2 Stunden Gleisbettmarsch im Moskitoattackenland und 4 Uhr Aufstehen am naechsten Tag, um rechtzeitig am Eingang zu sein und eine von den 200 Eintrittskarten fuer den Huaynapicchu (der Berg, den man immer auf dem Bild hinter den Steinruinen sieht) zu ergattern. Stimmt, es IST sehr touristisch. Und die Leute sind besessen!Aber wenn dann nachmittags die ganzen nervigen Touristen weg sind (hahaha), dann wird es richtig wirkungsvoll. Wir haben tatsaechlich von 6 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags dort oben verbracht- es war wirklich das i-Tuepfelchen nach allen anderen Besichtigungen.
Zurueck in Cusco, haben wir einen Tag Verschnaufpause eingelegt (die natuerlich wieder zur Haelfte mit Organisatorischem gespickt war, unter anderem ein Geldautomatenstreich am Sonntag, so dass man sich nirgends beschweren kann, wenn zwar die Rechnung rauskommt, dass man 200 Dollar abgehoben hat, nicht aber das Geld!). Denn fuer die naechsten Tage haben wir bereits vor dem Machu Picchu-Trip binnen 10 Minuten entschieden, dass wir (also ich ja nochmal) in den Dschungel fahren - bzw. eine Strecke im 10-Mann-Flugzeug ueber den Amazonasbecken sogar fliegen. Es ist echt Wahnsinn. Aber ich hoffte auf Kompensierung meines Affenbeobachtungsmangels aus Ecuador. Schon der Flug war voll cool. Langsam haben wir uns von den Anden entfernt, deren Auslaeufer waren schon voll von gruener Vegetation (genannt Nebelwald) und dann unter uns die riesigen Palmen und was sonst noch so an Riesenbaeumen im Dschungel waechst. Gelandet wird hier auf einer Wiese, butterweich und erstaunlich unruckelig- ist wohl ne andere Wiese als der Berliner Treptower Park... und schon bei der Bootsfahrt hin zu unserer Huette (Lodge) haben wir sie tatsaechlich gesehen- AFFEN!!! Hier spricht der Fachmann: Cappucino-Aeffchen. Ich war wie in Trance- naja, fast. Sie springen am Ufer von Baum zu Baum, mit dem Fernglas hatte ich sogar das Gefuehl, sie glotzen mich an. Ach, waren wir gluecklich!!! In diversen Wanderungen und Boots- und Catamaran-Touren kamen uns noch so einige Dschungelbewohner vor die menschliche und technische Linse: rote Bruellaffen, Kaimane, Riesenottern, Tucane, hunderte von Papageien, Sittiche ach und Dutzende von anderen Vogelarten, die mehr oder weniger spannend aussahen. Jawohl, ein Erlebnis, aber mein Affenbedarf wurde ehrlich gesagt auch hier nicht gedeckt- bin ich suechtig? Nein, denn allen anderen Reisenden ging es aehnlich. Allerdings von Wanderungen mit der Machete durch Urwaldgestruepp und vom Schmatzen der Gummistiefel in ordentlich tiefer Modderpampe haben alle vorerst genug! Auch wenn Tiere nicht in Zoonaehe, es war viel besser als in Ecuador...
Die letzte Station in Peru haben wir in Puno am Titicacasee gemacht- die Stadt selber ist nicht so spannend, aber die schwimmenden Inseln! 50 Inseln aus Stroh liegen verankert inmitten des riesigen Sees und alles: die Haeuser, die Boote, alles ist aus Stroh. Und wenn man da schonmal eine Nacht verbringen kann, warum dann nicht auch wir? Eine unvergessliche Nacht wurde versprochen, das war sie dann auch- Regen und Wind stellten die Haeuser auf die Probe, haben aber den Test bestanden- wir die Hundekaelte auch, denn immerhin befinden wir uns hier auf 3800 Meter Hoehe- und das mit unserem Sommerfestivalschlafsack. Toms vorheriges kurzes Fieber hat sich dennoch verabschiedet und nun sind wir schon wieder gesund und munter in La Paz, Bolivien. Doch dazu mehr ein anderes Mal. Denn heute abend geht es mit dem Bus nach Uyuni (groesste Salzwueste der Welt)... Adios, amigos- hasta luego! Esst nicht zuviel Lebkuchen, denn wenn wir zum ersten Advent wieder einreiten, dann wollen wir auch noch welche! Bis dahin geniessen wir noch die dominosteinfreie Zeit und erfreuen uns an Mango, Papaya und Co.- und freuen uns auf die vielen Kommentare, die auf diesen Bericht WIEDER kommen werden... ;-)
Sonntag, 25. Oktober 2009
Peru adios...doch hier erstmal die erste Halbzeit
Nein, nicht dass wir binnen zwei Wochen von Ecuador durch ganz Peru gehirscht waeren, wir haben nur blogtechnisch etwas gebummelt... Vier ganze Wochen in Peru haben so allerhand Einblicke gegeben und Eindruecke hinterlassen. Die Zeit ist verrannt wie ueblich und wenn man sich vorstellt, dass wir eigentlich nur durch den Sueden gereist sind, dann wird einem bewusst, wie gross das hier so alles ist bzw. was es alles zu besuchen, sehen, tun gibt. Mit relativ kurzem Stopp (1 Tag Trujillo- fuer mich ja nun schon zum dritten Mal...) sind wir vom Sueden Ecuadors durch Nordperu gebusst, haben wir Lima kurz gekreuzt (1,5h Aufenthalt bis zur naechsten Busfahrt, hier gibt es ja auch nicht allzuviel zu sehen, was einem Freude bereiten koennte) und den ersten exzessiven Halt mit einer Uebernachtung in Pisco gemacht. Diese Stadt kennzeichnet sich nicht nur durch den (welt?)beruehmten hochprozentigen Pisco, in Cocktailform auch als Pisco Sour erhaeltlich, sondern auch durch das Erdbeben im Jahr 2007 und dessen immernoch sichtbaren Schaeden (als waere es vor einem Monat gewesen). So trug es sich zu, dass unser Lonely Planet vom Maerz 2007 von tollen Hostals und Restaurants schrieb, die wir nach Auskunft des Taxifahrers erstmal nach und nach streichen konnten, weil die ja schon laengst nicht mehr stehen, eben wegen des traurigen Events. Obwohl fuer Touristen daher nicht mehr attraktiv, ist es doch ein selten eindringliches Gefuehl, durch eine Stadt zu gehen, die zu 85% zerstoert wurde, und deren Bewohner mit allen mickrigen Mitteln versuchen, seit gut 2 Jahren wieder irgendwas aufzubauen. Dank der Korruption, die hier wie im Bilderbuch funktioniert, haben von den finanziellen Mitteln des Landes die Einwohner hier kaum etwas gesehen. Dafuer seien die Verantwortlichen nun mit neuen Haeusern und Autos und so´n Kram ausgestattet. Sehr aufwuehlend. DAS mussten wir erstmal mit dem oben erwaehnten Pisco Sour runterspuelen- zu fuenft im Hostal haben wir unsere eigene Pisco-Lemon-Zucker-Eis-Mischung gezaubert und dank Tom, dem Eierhasser, die traditionelle Zutat "rohes Eiweiss" einfach mal weggelassen- gar nicht uebel! Von Pisco aus kann man (so auch wir) eine ziemlich touristische Tour zu Inseln machen, die von Millionen von Voegeln, aber auch von Seeloewen (schon wieder? - aber natuerlich ne GAAANZ andere Rasse!!!) und Pinguinen bevoelkert wird. Die hiesige Vogelkacke ist bzw. war weltweit bekannt und beliebt: das bestialisch stinkende Zeug wird als hervorragender Duenger (schon mal was von Guano gehoert?) genutzt. Naja, ich bevorzuge da lieber Blaukorn... Weiter ging es nach Ica (noch suedlicher an der Kueste), genauer gesagt nach Huacachina. Die ehemalig fuer die hohen Tiere des Landes geschaffene Oase mitten in der Wueste ist nun die Hochburg fur Sandbuggy- und Sandboarding-Touristen. Also hin da und gleich eine solche Veranstaltung mitgemacht! Sandbuggyfahren ist wie Achterbahn nur mit Wueste unter dem Hintern. Was man da fuer Huepfer macht und welche steilen Abhaenge man mit dem Ding nehmen kann, ohne sich zu ueberschlagen, grenzt an physikalische Raetsel- MEINER Meinung nach. Tom fand's ja auch ganz cool, hat natuerlich nicht so geschrieen wie ich.
Aber als sich der Fahrer mitten im Fahren dann ploetzlich AUCH angeschnallt hat, da wurde es auch fuer Tom ziemlich spannend. Zwischendurch kamen wir noch in den Genuss von Sandboarding- wenn der Winterurlaub schon ausgefallen ist- auch hier kostet es einige Ueberwindung, sich irre steile Sandduenen baeuchlings mit Kopf nach vorne! runterzustuerzen. Schreien sollte man dabei dann lieber nicht, sonst hat man den Mund voll, also nur Augen aufreissen und nach innen bruellen- aber nicht zu knapp! Meine Guete, dass war Adrenalin pur.
Die Landschaft an der Kueste Perus ist mehr Wueste als alles andere, und zwar kann man behaupten von Norden bis Sueden- mal flacher Sand, aber eben hier richtige Sandberge- so stell ich mir die Sahara vor. Unglaublich, welche Natur uns hier erwartet hat. Diese Oase ist wirklich zum rumhaengen gedacht, Hostals mit Haengematten sind hier ueblich. Gern waeren wir noch geblieben, aber schliesslich beherrscht einen das Programm (meistens) und so zogen wir weiter nach Nazca, denn hier sind laienhaft beschrieben ein paar Figuren in den Sand gekritzelt, die der ganzen Welt bis heute Raetsel aufgeben. Nun ja, denn wird das auch wohl nuescht mehr, seit 80 Jahren denken sie und denken sie, die Wissenschaftler. Aber Hauptsache, man kann sie ankucken- und das auch noch mit ner einmotorigen Propellermaschine (fuer sage und schreibe nicht 6, nicht 5, nein: VIER Passagiere!!!). Das bedeutete: vorher kein Fruehstueck, das waere glatte Verschwendung, denn die Kreise, die das Flugzeug dreht, sind nicht von schlechten Eltern. Es ging aber alles gut und war sogar noch beeindruckend, das Fliegen UND auch die Bilder am Boden- obwohl die inzwischen schon etwas unkenntlicher geworden sind. Tom sass neben dem Piloten und da wurde sein Flugwunsch wieder wachgeruettelt- ach herrje. In mir wurde waehrend des gleichen Tages hingegen der Wunsch nach kuerzeren Haaren immer dominanter, sodass ich letztendlich in einem von etlichen Marktfriseurschuppen landete und mir fuer 6 Sol (= 1,50 EUR) eine Frisur hab verpassen lassen, die Tom zunaechst in nen halben Wutanfall versetzt hat (darauf hin hat er sich ebenfalls unter die Schere gesetzt), mir aber anfangs schon ganz gut und inzwischen (nach 2 Wochen) noch besser gefaellt. FRISCH FRISIERT und mittelschoen gelaunt konnten wir also in den Nachtbus weiter nach Arequipa steigen...
Diese Stadt, ebenfalls an der Kueste, ist die zweitgroesste Perus und sehr schoen anzusehen. Neben ein paar Besichtigungen geht fuer Nahrungssuche, die den Anspruechen gerecht wird und organisatorisches eine MENGE Zeit drauf. Moechtest du eine Tour durch den Colca Canyon machen? KEIN Problem: hunderte von Agenturen warten nur darauf, diesen Wunsch in deinen Augen abzulesen und dich mit Angeboten zu belagern bzw. bei Preisanfrage erstmal bitten, Platz zu nehmen und (egal, wie oft du es schon gehoert hast, das Programm) alles von vorn bis hinten runterzurasseln. Der Lonely Planet ist in diesem Punkt eher ein Stein im Weg, das steht mal fest. Denn die einzige Agentur, die vom L.P. als vertrauenswuerdig eingestuft wurde (die anderen werden ohne Namen als windig abgestempelt) nimmt mehr als das 5fache als alle anderen Agenturen und ist dazu (oder deswegen) noch oberarrogant!!! Das mussten wir einfach boykottieren- mit einem etwas mulmigen Gefuehl haben wir uns (nach stundenlanger Recherche- wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht) fuer eine der angeblich "windigen" Agenturen entschieden und waren daher um so (an)gespannter, wie die naechsten 3 Tage durch ein landschaftlich wunderschoenes Gebiet werden wuerden. Und ich fasse mich hier mal kurz: die drei Tage waren soooo wundervoll, dass eine weitere Hausaufgabe noch sein wird, dem Lonely Planet mal einen kleinen Text zu schreiben und allen kuenftigen Touristen DIESEN Zeit- und Geldaufwand zu ersparen. Der Colca Canyon ist bis zu 3200 m der zweittiefste Canyon der Welt (von wegen GRAND Canyon...nur 1800m)! Lebensraum fuer Kondore, majestaetisch in und ueber der Schlucht fliegend- die atemberaubendste Kulisse, die man sich fuer dieses Schauspiel vorstellen kann. Abstieg in den Canyon, Wanderung im Tal, Uebernachtung im Paradies, wie sich eine Oase im Canyon zu recht nennt, und Aufstieg waren ein Naturgenuss ohne Grenzen. In dieser Tour lernten wir noch ein deutsch-griechisches Paerchen kennen, mit denen wir noch den einen oder andere gemuetliche Zeit verbracht haben, nicht nur in Arequipa, sondern (wir hatten die aehnliche Reiseroute) auch in Cusco, ja sogar zwischen den 2000 Besuchern von Maccu Pichu trifft man sich... die Welt ist eben echt so klein. A pros pos Cusco: das war unser naechstes Ziel, aber DAS ist dann schon die zweite Halbzeit!Fortsetzung folgt...
Aber als sich der Fahrer mitten im Fahren dann ploetzlich AUCH angeschnallt hat, da wurde es auch fuer Tom ziemlich spannend. Zwischendurch kamen wir noch in den Genuss von Sandboarding- wenn der Winterurlaub schon ausgefallen ist- auch hier kostet es einige Ueberwindung, sich irre steile Sandduenen baeuchlings mit Kopf nach vorne! runterzustuerzen. Schreien sollte man dabei dann lieber nicht, sonst hat man den Mund voll, also nur Augen aufreissen und nach innen bruellen- aber nicht zu knapp! Meine Guete, dass war Adrenalin pur.
Die Landschaft an der Kueste Perus ist mehr Wueste als alles andere, und zwar kann man behaupten von Norden bis Sueden- mal flacher Sand, aber eben hier richtige Sandberge- so stell ich mir die Sahara vor. Unglaublich, welche Natur uns hier erwartet hat. Diese Oase ist wirklich zum rumhaengen gedacht, Hostals mit Haengematten sind hier ueblich. Gern waeren wir noch geblieben, aber schliesslich beherrscht einen das Programm (meistens) und so zogen wir weiter nach Nazca, denn hier sind laienhaft beschrieben ein paar Figuren in den Sand gekritzelt, die der ganzen Welt bis heute Raetsel aufgeben. Nun ja, denn wird das auch wohl nuescht mehr, seit 80 Jahren denken sie und denken sie, die Wissenschaftler. Aber Hauptsache, man kann sie ankucken- und das auch noch mit ner einmotorigen Propellermaschine (fuer sage und schreibe nicht 6, nicht 5, nein: VIER Passagiere!!!). Das bedeutete: vorher kein Fruehstueck, das waere glatte Verschwendung, denn die Kreise, die das Flugzeug dreht, sind nicht von schlechten Eltern. Es ging aber alles gut und war sogar noch beeindruckend, das Fliegen UND auch die Bilder am Boden- obwohl die inzwischen schon etwas unkenntlicher geworden sind. Tom sass neben dem Piloten und da wurde sein Flugwunsch wieder wachgeruettelt- ach herrje. In mir wurde waehrend des gleichen Tages hingegen der Wunsch nach kuerzeren Haaren immer dominanter, sodass ich letztendlich in einem von etlichen Marktfriseurschuppen landete und mir fuer 6 Sol (= 1,50 EUR) eine Frisur hab verpassen lassen, die Tom zunaechst in nen halben Wutanfall versetzt hat (darauf hin hat er sich ebenfalls unter die Schere gesetzt), mir aber anfangs schon ganz gut und inzwischen (nach 2 Wochen) noch besser gefaellt. FRISCH FRISIERT und mittelschoen gelaunt konnten wir also in den Nachtbus weiter nach Arequipa steigen...
Diese Stadt, ebenfalls an der Kueste, ist die zweitgroesste Perus und sehr schoen anzusehen. Neben ein paar Besichtigungen geht fuer Nahrungssuche, die den Anspruechen gerecht wird und organisatorisches eine MENGE Zeit drauf. Moechtest du eine Tour durch den Colca Canyon machen? KEIN Problem: hunderte von Agenturen warten nur darauf, diesen Wunsch in deinen Augen abzulesen und dich mit Angeboten zu belagern bzw. bei Preisanfrage erstmal bitten, Platz zu nehmen und (egal, wie oft du es schon gehoert hast, das Programm) alles von vorn bis hinten runterzurasseln. Der Lonely Planet ist in diesem Punkt eher ein Stein im Weg, das steht mal fest. Denn die einzige Agentur, die vom L.P. als vertrauenswuerdig eingestuft wurde (die anderen werden ohne Namen als windig abgestempelt) nimmt mehr als das 5fache als alle anderen Agenturen und ist dazu (oder deswegen) noch oberarrogant!!! Das mussten wir einfach boykottieren- mit einem etwas mulmigen Gefuehl haben wir uns (nach stundenlanger Recherche- wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht) fuer eine der angeblich "windigen" Agenturen entschieden und waren daher um so (an)gespannter, wie die naechsten 3 Tage durch ein landschaftlich wunderschoenes Gebiet werden wuerden. Und ich fasse mich hier mal kurz: die drei Tage waren soooo wundervoll, dass eine weitere Hausaufgabe noch sein wird, dem Lonely Planet mal einen kleinen Text zu schreiben und allen kuenftigen Touristen DIESEN Zeit- und Geldaufwand zu ersparen. Der Colca Canyon ist bis zu 3200 m der zweittiefste Canyon der Welt (von wegen GRAND Canyon...nur 1800m)! Lebensraum fuer Kondore, majestaetisch in und ueber der Schlucht fliegend- die atemberaubendste Kulisse, die man sich fuer dieses Schauspiel vorstellen kann. Abstieg in den Canyon, Wanderung im Tal, Uebernachtung im Paradies, wie sich eine Oase im Canyon zu recht nennt, und Aufstieg waren ein Naturgenuss ohne Grenzen. In dieser Tour lernten wir noch ein deutsch-griechisches Paerchen kennen, mit denen wir noch den einen oder andere gemuetliche Zeit verbracht haben, nicht nur in Arequipa, sondern (wir hatten die aehnliche Reiseroute) auch in Cusco, ja sogar zwischen den 2000 Besuchern von Maccu Pichu trifft man sich... die Welt ist eben echt so klein. A pros pos Cusco: das war unser naechstes Ziel, aber DAS ist dann schon die zweite Halbzeit!Fortsetzung folgt...
Sonntag, 11. Oktober 2009
Ecuador ist nun ein Oldie....
Ha! Jetzt aber mal frueher ein Lebenszeichen von uns zween... Es fehlt ja noch ein kurzer (prust) Abschlussbericht von Ecuador... nachdem wir uns nun schon seit fast 2 Wochen in Peru befinden. Dabei sind eigentlich nur noch 2 Aktionen von Bedeutung: der Versuch, den Cotopaxi, den mit 5.893m zweithoechsten Berg (d.h. Vulkan) in Ecuador zu besteigen und ne coole Rafting Tour diesmal zu zweit und ein bisschen aufregender und wilder... aber von vorn: Zurueck aus Galapagos konnten wir ja nicht einfach so mal eben auf fast 6000 Hoehenmeter umsteigen, sondern der Koerper verlangt schon ein paar Tage der Aklimatisierung. Doch diese Vorbereitungszeit war es uns beiden sowas von wert, denn der Cotopaxi ist unseres Empfindens nach einer der schoensten "Berge", die wir je gesehen haben. Fuer die Frauen und Schokoliebhaber unter uns: er erinnert mich an die Montelinos von Milka, sehr symmetrisch und die Spitze mit einzelnen langgezogenen Auslaeufern mit Schnee bedeckt- Fotos siehe rechts... na jedenfalls wollten wir es einfach versuchen und haben eine Woche nicht nur mit Anwesenheit, sondern teilweise auch mit koerperlicher Betaetigung in Hoehen bis zu 4700m die Tage davor verbracht- gewandert, gewandert und nochmal gewandert... dann war es endlich soweit: am 23.9. startete unsere 2-Tagestour. Wir beide hatten einen Guide fuer uns alleine- das ist so vorgesehen, denn fuer den Fall, dass es auch nur Einem nicht gut geht, muss die ganze "Gruppe" komplett zurueckgehen, und da sollen ja nicht 9 Leute auf einen armen "kranken" Menschen herumhacken. Die erste Etappe fuehrte uns per Auto durch den Nationalpark Cotopaxi, von weitem blickte er, also Herr Cotopaxi, schon ziemlich majestaetisch auf uns herab und wir ehrfuerchtig, ja fast ein bisschen aufgeregt zu ihm herauf. Wenn man sich Tage davor schon mit dem Aufstieg beschaeftigt und darauf hin arbeitet, dann klopft das Herz schon mal etwas schneller, wenn man dann die Aufgabe vor einem herausragen sieht. Tom hat es in diesem Moment schon ganz richtig formuliert: man fuehlt sich ein bisschen wie vor einer Pruefung, es gibt nur eine Chance, man hat geuebt und geuebt, aber nun kommt es auf DIESEN Moment an- Kaffee brauchten wir beide keinen mehr. Auf dem Weg durch den Park haben wir noch ein ecuadorianisches Paerchen mit seinem sechsjaehrigen Enkel aufgegabelt. Als wir mit dem Auto auf einer Hoehe von 4.500m ankamen, war die "Oma" schon ausser Gefecht- Hoehen"krankheit" hatte ihr schon Uebelkeit vom feinsten verschafft. Da waren's nur noch 2 von 5... wir hatten am ersten Tag nur noch eine Hoehe von 300 m zu schaffen, das ging auch relativ problemlos. Schon waren wir im Refugium, unsere Uebernachtungshuette- ohne Feuer, ohne Heizung, mit 3stoeckigen Betten, so dass zu Hochsaisonzeiten hier ungefaehr 50 Leute pennen koennen- heute waren wir aber die einzigen beiden, die sich im Schlafsack vor lauter Kaelte nicht entspannen konnten, geschweige denn schlafen. Gluecklicherweise "durften" wir ja um halb 12 nachts auch schon wieder aufstehen, denn die Besteigung beginnt hier regelmaessig 1 Uhr in der Fruehe. Der Wind pfiff durch das Fenster, dass man denken konnte, kaum aus der Tuer raus, wird man schon wieder an den Fuss des Vulkanviehs gewedelt- aber es hoerte sich schlimmer an als es war... also wir mit unseren ausgeliehenen Winterbergbesteigungsklamotten in ALLEN erdenklichen Farben raus in die Nacht. Beim Sachen aussuchen wollte ich zuerst gegen pinkfarbene Hose fuer Tom und mich plus orangene Jacke und wild gemusterte oder einfach nur schreckliche Muetzen protestieren, dann fiel mir aber ein, dass es erstens dunkel ist, zweitens wir alleine sind und drittens: Hauptsache WARM!!! Der Sternenhimmel von hier aus ist Weltklasse und preisverdaechtig- keine einzige Wolke, die uns die Sicht versperren wollte, hier fuehlt man das klitzekleine Planetchen Erde und das riiiiiieeesig grosse Universum. Quito, 50km entfernt von uns, leuchtete mit seinen Millionen von Lichtern charmant entgegen. Die Motivation der beiden Steinboecke konnte nicht hoeher sein!!! Die ersten eineinhalb Stunden schraubten wir uns auf Sandweg hoch, Schritt fuer Schritt, langsam, denn die Luft ist hier schon merklich knapper als weiter unten und das Herz pocht ordentlich- aber nicht wegen der Aufregung ;-) Der Sandweg ist deshalb muessig, weil wir einsacken und 3 Schritte sich effektiv auf 2 verringern, weil wir staendig runterrutschen- also freuen wir uns auf den festeren Schnee-und Eisteil, bis...ja, bis wir am Schnee- und Eisteil angekommen sind... da wird einem ja schon etwas anders, wenn man die Steigeisen unter den Schuhen hat, der Wind pfeift und es ist dunkel, wir beide sind mit dem Seil und mit dem Guide verbunden, meine Stirnlampe hat schon nach 5min den Geist aufgegeben, so dass wir nur noch eine hinten (Tom) und eine vorne (Guide) haben. Jeder Schritt bedeutet: Kucken, wo man hintritt und dann mit voller Wucht die Eisen in die vereiste Oberflaeche reinhaemmern- wir sehnen uns zurueck zum Sandweg!!! Mit kleinen, aber vielen Pausen wegen Luftmangel wurschteln wir uns durch bis auf 5.300m. Dann kommt er, der Hammer der Natur: Nachdem fuer Tom die Luft schon ziemlich knapp ist, wird ihm auch noch schlecht, und da gibt es keinen Ehrgeiz und keinen Sportsgeist mehr, sondern nur noch eine Antwort: wir kehren um... diesen Fall haben wir natuerlich vorher in unsere Planung mit einbezogen, aber komischerweise ist die Stimmung wegen des Nichterrreichens des Kraterlochs nicht so gedrueckt wie erwartet- eher bin ich nach dem Rueckweg gluecklich, dass nichts Schlimmes passiert ist- unser Guide hat uns da Geschichten von einem deutschen Paerchen erzaehlt, in der SIE auf dem Berg ohnmaechtig geworden ist und der Guide sie zuruecktragen musste, waehrend ihr Freund nicht nur auf dem Rueckweg unbehilflich war, sondern auch nach dem Erwachen der Freundin im Refugium darauf gedraengt hat, nochmal hochzugehen...als das LOGISCHERWEISE vom Guide abgelehnt wurde, wollte er sein Geld zurueck. Wie peinlich fuer uns Landsleute... WIR haben uns jedenfalls erstmal ausgeruht von dieser aufregenden Tour und sind dann vormittags zurueck in die Stadt Latacunga. Tom hat sich dann auch nach einiger Zeit wieder erholt, aber die Kraft der Natur sass uns beiden noch in den Knochen, aber auch im Kopf: hier wird einem klar, dass wir kleinen Hutzelmaennchen mit all unserem Ehrgeiz und festen Willen manchmal einfach nix zu sagen haben, manchmal laechelt uns die Natur mitleidig an und zeigt uns, dass da noch jemand ist, der hat einfach mehr "Muckis" zu bieten! Da kann man nur hoeflich den Hut ziehen und einsehen...ja okay, wir haben verstanden... aber diese einzigartige Erfahrung als auch die Benutzung von Steigeisen war den Ausflug wert. Abends fand hier in Latacunga zu unserer Bespassung die "fiesta de la mamma negra", DAS Fest des Jahres mit Kostuemen, Tanz und viel Alkohol statt. So konnten wir uns noch ein bisschen unterhalten lassen und von dem grossen Kapitel Cotopaxi Abschied nehmen. Am naechsten Tag fuhren wir nach Baños, hier gab's die zweite Disziplin: Rafting. Fuer mich das zweite Mal, aber diese Tour war in der Tat so anders und auf wilderem Wasser, dass ich mich wirklich NICHT gelangweilt habe! Auf der Skala zwischen 1 (Planschbecken) und 6 (garantiert toedlich) haben wir auf Wellen des Levels 4+ mit 4 anderen lustigen Gesellinnen und Gesellen doch schon ziemlich hohe Wellen mitgenommen, manchmal haben sie uns auch mitgenommen... am Anfang ist es schon komisch, wenn man sieht, dass 2 Rettungskajaks mit einem durch die Wellen jachtern (hhhmmmm, SOWAS hatte ich doch beim ersten Mal nicht...???), aber wir haben sie dank unserer Professionalitaet (haha) ja nicht gebraucht. Riesen-Mega-Superspass. Auch hier kriegt man die Kraft der Natur zu spueren, wie blitzschnell aus einem ruhigen Wellenplaetschern adrenalinfressende Babytsunamis (ich nu wieder) werden. Naja, jedenfalls ganz schoen prickelnde Wellen, die einem zeitweise das Boot unterm Hintern wegreissen. Tom war auch froh, dass es keine Kaffeefahrt geworden ist, also hat das genau unseren Geschmack getroffen. Das sollte dann auch die letzte Aktion in Ecuador werden... Von dort aus hat dann die unendlich lange Busfahrt Richtung Suedperu begonnen. Kurzer nerviger Zwischenfall war der beginnende Generalstreik in Ecuador genau am Tag unserer Abfahrt. Die Einheimischen Indigenas haben etliche Strassen mit Baumstaemmen und all so Zeug belagert und die Weiterfahrt blockiert. Wir haben aber kaum Zeitschaden genommen, nur eine Blockade mit ner halben Stunde Wartezeit abgesahnt, bis die Polizei alles fast friedlich im Griff hatte. Es ist zweischneidig: einerseits moechte man ja ohne Probleme und zuegig durchkommen, andererseits kann man die armen Leute verstehen, die was Wirksames dagegen tun muessen, dass der Praesident hier das Wasser privatisieren moechte, das wuerde naemlich unglaublich viel teurer, manchmal vielleicht sogar unbezahlbar fuer die Leute werden. Also jetzt koennen sie streiken, was das Zeug haelt!!! Wollen wir hoffen, dass der Praesident von Peru nicht auf solche Ideen kommt... Ein erneuter Blick ins Ecuador-Album wird sich in Baelde lohnen (findet schon jetzt die 5 neuen... hier sind nicht nur Menschen, auch Maschinen langsamer...)
Dienstag, 22. September 2009
Sielmanns Enkel
Hab ich nicht gesagt, ich schreibe das naechste Mal frueher? Hab ich da vielleicht etwas geschwindelt...? 3 Wochen sind nun schon wieder rum, Kinder, Kinder... wie soll das weitergehen? Wir sind heute den letzten Tag in Quito- aber nicht, dass ihr denkt, wir haben die letzten 3 Wochen nur schmusend im Hotelzimmer verbracht- Naahhhhheiiiinnn! D.h., also AUCH, aber nicht NUR ;-)! Denn wir haben nicht nur 3 wunderbare "Wandertage" in atemberaubender Natur rund um die Quilotoa-Lagune gehabt, sondern sind auch schon mal eben nach Galapagos ruebergejuckelt und haben eine faszinierende Woche dort verbracht- eher wacklig zwischen, aber staunend auf den einzelnen Inseln. Zugegebenermassen hab ICH waehrend der Woche beim Beobachten der Tiere, die sich weniger als 2 m entfernt von uns unbeeindruckt ihrem Tagesprogramm gewidmet haben, nun nicht staendig "Wahnsinn- fantastisch!- das ist ja sooooo unglaublich...!" gejubelt und bin mit aufgerissenen Augen und Mund fassungslos ueberwaeltigt durch die Woche geschwebt, aber nun, da ich Zoogeschaedigte danach auch einen Nationalpark mit angeblich 150 Vogelarten durchstreift habe, in dem wir aber nur genau 1 Vogelsorte besichtigen konnten, weil die anderen sich versteckt haben oder gleich weggeflogen sind, weiss ich die Besonderheit der Galapagos-Inseln auch deutlich mehr zu schaetzen. Tom dagegen war schon waehrend der Inselwoche offensichtlich mehr beeindruckt- auch war ER es, der trotz mittelschweren Wellengangs des abends frisch und froehlich im Zimmer hin und her wurschteln, ja sogar LESEN oder mit anderen jungen Gaesten einen gemuetlichen Abend verbringen konnte (z.B. um den Grundstein fuer unsere herzliche deutsch-franzoesische Freundschaft zu legen); waehrend unserereiner (also ICH) nach dem Abendessen binnen einer Minute zusehen musste, sich in Horizontallage zu bringen, damit nicht alles wieder ueber Bord landet... trotz regelmaessigen Reisetabletten war das Schwanken kein Freund meines Wohlbefindens. Nun zum G.-Bericht: Wir haben uns mit 12 anderen Gaesten in ein romantisches altes Segelboot eingemietet, das mit uns innerhalb von einer Woche zu den verschiedenen Inseln fahren sollte. Ja, es war schon etwas alt... denn schon am ersten Abend unserer Ankunft hat der Generator (der nicht nur den Motor mit Energie fuettert, sondern nebenbei auch fuer allgemeinen Strom und auch Wasser! sorgt) den alten Geist aufgegeben... der erste Tag bestand also nur aus Warten auf dem Schiff und fuer mich gluecklicherweise auch ein paar Stuendchen auf dem Festland, bis ein neuer Generator angeschafft und behelfsmaessig oben und aussen auf dem Schiff befestigt wurde (wir dachten nur, hoffentlich kommt waehrend einer langen Nachtfahrt keine grosse Welle und ruiniert auch DEN noch! An diesem Tag haben wir die ersten Schnorchelversuche gestartet, wurden zur Bekaempfung der Langenweile naemlich zum Tortuga Bay gefuehrt, wo wir ausserdem (nein, keine Schildkroeten) Marineleguane gesehen haben. Dann abends ging die erste Fahrt los- die Kabinen selbst waren sehr gemuetlich, nur hatten wir oefter das Beduerfnis, das Fenster aufzumachen- ging natuerlich nicht auf, denn anderenfalls haetten wir ziemlich schnell den Zustand "Kabine unter..." (siehe Foto). Das Wasser hat zeitweise ordentlich ans Fenter geklopft, da kommen einem schon die wildesten Gedanken und Fantasien (was haben wir bloss gebucht???). Man liegt da und hoert oben nur die Stuehle umkippen, auch das ein oder andere Glas klirrte auf dem Boden und andere "mobile" Gegenstaende waren auch wirklich mobil. Den Kuehlschrank hatten sie gluecklicherweise festgeknotet...
Nachts geschippert, tagsueber an Land, das Inselprogramm dabei immer unterteilt in Inselwanderung und Schnorcheln. Jeden Tag gab es ein anderes "Gesicht": der Inselsand wechselte von schneeweiss ueber goldig bis hin zu lavaschwarzgrau, die Inselherrschaft haben hier die Seeloewen oder Leguane, teilen sich da die Blaufusstoelpel, Fregattvoegel und Albatrosse, auf einer anderen Insel ist alles nur von Lava bedeckt und die Falten und aufgeplatzten Blasen noch so klar, als waere der gluehende Fluss erst gestern erstarrt. Vegetation gibt es hier fast keine, seit 120 Jahren hat es aus den (zu) entfernten anderen Inseln kein Samenkorn geschweige denn Tier geschafft, sich anzupflanzen/-siedeln. DAS ist schon beeindruckend. Tuerkisblaues Meer umgibt jede Insel und darin tummeln sich neben vielen bunten Fischen auch Meeresschildkroeten (auch die knabbern unbeeidnruckt von den Schnorcheltouristentieren in 1m-Entfernung an den Algen und sind gigantisch gross!), Haie, Rochen und lustigerweise fangen die Seeloewen im Wasser an, mit uns zu spielen! Die Geraeusche der Seeloewen an Land hoeren sich allerdings nicht wie "Oink!Oink!" an, sondern eher wie Brechreiz, wuerd ich mal sagen... macht aber nix, es ist einfach schoen, eine Weile am Strand zu sitzen und nur zu beobachten, wie die "Kinder" im Wasser spielen oder sich tolpatschig am Strand fortzubewegen versuchen, nach "Mama" schreien oder wie sich alle uebereinanderwerfen, um es sich in der Gruppe gemuetlich zu machen. Ja, so ein gewisses "Sielmann"-Feeling kommt da auf- hier sind sie die Nr. 1: die Tiere. Und wie oben schon erwaehnt- so unglaublich nah, dass man sich selbst wie ein Seeloewe, Blaufusstoelpel oder was auch immer in der jeweiligen Herde fuehlen koennte. Wenn wir uns heute die gut 500 (!) Bilder von dieser einen Woche ansehen, ist es selbst fuer uns schon wieder fast unwirklich- gut daher, dass Tom ein T-Shirt im dortigen Kiosk gekauft hat, so haben wir -neben seinem inzwischen verloren gegangenen Galapagos-Hut, willkommen daher im Club der "Welten(ver)bummler"- immerhin noch EINEN Nachweis: wir haben's tatsaechlich getan! Das bleibt auf jeden Fall unvergesslich und ist daher einen extra Foto-Ordner wert... bleibt artig und zufrieden- und seid auf jeden Fall lieb gegruesst von den gluecklich wiedervereinten Toms und Suses
Nachts geschippert, tagsueber an Land, das Inselprogramm dabei immer unterteilt in Inselwanderung und Schnorcheln. Jeden Tag gab es ein anderes "Gesicht": der Inselsand wechselte von schneeweiss ueber goldig bis hin zu lavaschwarzgrau, die Inselherrschaft haben hier die Seeloewen oder Leguane, teilen sich da die Blaufusstoelpel, Fregattvoegel und Albatrosse, auf einer anderen Insel ist alles nur von Lava bedeckt und die Falten und aufgeplatzten Blasen noch so klar, als waere der gluehende Fluss erst gestern erstarrt. Vegetation gibt es hier fast keine, seit 120 Jahren hat es aus den (zu) entfernten anderen Inseln kein Samenkorn geschweige denn Tier geschafft, sich anzupflanzen/-siedeln. DAS ist schon beeindruckend. Tuerkisblaues Meer umgibt jede Insel und darin tummeln sich neben vielen bunten Fischen auch Meeresschildkroeten (auch die knabbern unbeeidnruckt von den Schnorcheltouristentieren in 1m-Entfernung an den Algen und sind gigantisch gross!), Haie, Rochen und lustigerweise fangen die Seeloewen im Wasser an, mit uns zu spielen! Die Geraeusche der Seeloewen an Land hoeren sich allerdings nicht wie "Oink!Oink!" an, sondern eher wie Brechreiz, wuerd ich mal sagen... macht aber nix, es ist einfach schoen, eine Weile am Strand zu sitzen und nur zu beobachten, wie die "Kinder" im Wasser spielen oder sich tolpatschig am Strand fortzubewegen versuchen, nach "Mama" schreien oder wie sich alle uebereinanderwerfen, um es sich in der Gruppe gemuetlich zu machen. Ja, so ein gewisses "Sielmann"-Feeling kommt da auf- hier sind sie die Nr. 1: die Tiere. Und wie oben schon erwaehnt- so unglaublich nah, dass man sich selbst wie ein Seeloewe, Blaufusstoelpel oder was auch immer in der jeweiligen Herde fuehlen koennte. Wenn wir uns heute die gut 500 (!) Bilder von dieser einen Woche ansehen, ist es selbst fuer uns schon wieder fast unwirklich- gut daher, dass Tom ein T-Shirt im dortigen Kiosk gekauft hat, so haben wir -neben seinem inzwischen verloren gegangenen Galapagos-Hut, willkommen daher im Club der "Welten(ver)bummler"- immerhin noch EINEN Nachweis: wir haben's tatsaechlich getan! Das bleibt auf jeden Fall unvergesslich und ist daher einen extra Foto-Ordner wert... bleibt artig und zufrieden- und seid auf jeden Fall lieb gegruesst von den gluecklich wiedervereinten Toms und Suses
Dienstag, 1. September 2009
SchnupPERUrlaub
Ist sie da, ist sie auch schon wieder weg... 3 Wochen Probereisen in Peru, um mein 90 Tage-Visum in Ecuador nicht auszureizen, sind schon wieder um und ich bin nun kurz vor meinem Ende als blonder, blauaeugiger, alleinreisender suedamerikanischer Albino- yippieh! Eine echt coole, aber auch praegende Zeit, die ich in jedem Fall NICHT missen moechte, geht vorbei. Aber jetzt freu ich mich wie Bolle, dass der Tom nun endlich auf dem Weg zu mir ist. Es ist schon fast ein bisschen unwirklich. Und nun, da er ja schon unterwegs ist, kann ich Euch auch schon ein paar Fotos von Peru rueberwachsen lassen, denn er sollte die ja noch nicht sehen, die echten Bilder warten schliesslich noch auf ihn...
Kurzer (haha) Abriss der letzten 3 Wochen: Man steigt also abends um 23 Uhr im Sueden von Ecuador in den Bus, wird wg. Grenzuebergangmodalitaeten um halb 4 morgens geweckt, schlaeft weiter, der Hintern schmerzt leicht... und wenn es um halb 7 hell wird, begruesst einen die wuesteste Wueste, die ich bisher gesehen habe- fast KEINE Pflanze, endlose Sandweiten und mittendrin Huettenmeere in einer Gegend, die einem normalerweise unbewohnbar scheint. Ohne fliessend Wasser oder ausreichend sanitaere Anlagen wohnen hier die Menschen, die es aus dem Hochland hier her gezogen hat, u.a. weil mit Einfuehrung des Fernsehens den Menschen ueber den Bildschirm suggeriert wurde, dass das Leben an der Kueste viel luxurioeser waere (scheiss Erfindung...). Sie geben alles bisherige auf (wenn sie vorher etwas hatten), um dieses so viel bessere Leben an der Kueste zu beginnen- und landen letztendlich in diesen - Baracken ist noch zu hoch gegriffen - Buchten. Ich bin ganz schoen irritiert. Nach 18 h Busfahrt incl. 2mal umsteigen komme ich endlich in Trujillo an- eine Kuestenstadt, die nicht nur bei Surfern beliebt sein soll, sondern auch mit praeinkazeitlichen Ueberresten prahlt... auf die ich allerdings nicht hereinfalle, denn ich als weltbekannter Geschichts- und Museumsmuffel checke schon vom Bus aus die Lage und erkenne, dass hier nicht mehr als Sandhaufen ueber Mauerresten auf mich warten. Hah! Durchschaut!!! Dann treffe ich auch noch auf einen (klar!) Amerikaner, der hierherkommt, um mit seinem Freund bisher unentdeckte Orte mit archaeologischen Funden auszumachen- ja, klar...typisch, denke ich.... JEDOCH! dank eines Treffens auf supernettes Paerchen aus Bayreuth bekomme ich einen Kulturtipp und damit auch den notwendigen Funken, der mir die Spannung des Archaeologendaseins hautnah vermittelt. Hier in der Naehe gibt es naemlich noch zwei weitere Sandhaufen (Huaca de la Luna & Huaca del Sol), unter denen sich tatsaechlich Tempel der hiesigen Mochekultur befinden, die zwischen 1. und 8. Jhd. hier "hauste". Als ich hinfahre, sehe ich nur den Sandhaufen, und bin schon fast am enttaeuscht sein, doch als ich mit meinem "personal guide" die Fuehrung mache und sehe, wie dort noch frisch Sand entfernt, also gebuddelt und gepinselt wird und noch ein riesiges Areal von Sand bedeckt ist, das man nicht betreten darf, weil darunter noch etliche Fragmente und Keramiken vermutet werden, moechte ich doch schon fast mitbuddeln und verstehe jetzt den eigentlichen Spass an der Archaeologie! Das Feuer ist entfacht- genau richtiger Start fuer die Perureise also. Ansonsten fuehl ich mich in Trujillo statt wie in einem Surferparadies eher wie bei einer Herbstkur an der Ostsee: wetter- und touritechnisch ist es eher mau, so laufe ich eben jeden Tag (von den beiden...) am Strand lang und entdecke neben Muscheln auch Seeigel, -sterne, Katzenwasserleichen und Kondome... aber AUCH diese schnuckligen Boote, die aussehen wie Harlekinschuhe, ausgestopft mit Styropor, auf denen die Fischer des Abends ins Meer schaukeln, um die Netze auszuwerfen. Koestlichkeit dieses Landes ist roher Fisch oder andere Meeresfruechte in Limone und allmoeglichem Zeug eingelegt- mit dem Probieren warte ich lieber auf Tom... eine andere Spezialitaet hier sind auch die Maenner, die es mir nicht erlauben, laenger als 3 Minuten auf einer Bank zu sitzen und zu entspannen, lesen oder was zu schnabulieren oder einfach nur unbemerkt die Strasse langzugehen- lt. Lonely Planet sollte man als alleinreisende Frau wohl besonders nachts damit rechnen, bis zur Verzweiflung angequatscht zu werden- mir scheint, hier herrschen 24 Std. Nacht... ich werd schon leicht gereizt und unfreundlich und irgendwie kommt mir der Gedanke, dass Totalverschleierung, also incl. der Augen nicht nur erniedrigend sein koennte- obwohl ich froh sein muesste, dass es nur Machismus und keine boesartigen Ueberfaelle sind, die mich begleiten. Ja, so kann man aus fast allem was Positives ziehen. Und letztendlich haben mir schon viele Leute durch ihre Kontaktfreudigkeit, wie ich es nenne, weitergeholfen.
Hier in Trujillo lasse ich mir uebrigens auch eine neue Brille machen, denn Suses muessen nicht beklaut werden, sie sorgen bekanntlich selber fuer Verluste: ich hab irgendwo meine Brille verschlumpst- grosse Trauer... unter Traenen kucke ich aus dem Café raus und gegenueber winkt mir ne Werbefigur eines Optikergeschaefts entgegen, die verlautet- Ihr Alter ist Ihr Discount! Kennt man ja... ich trau mich rein... binnen EINES Tages und viel billiger als in Deutschland hab ich eine neue Brille! Also bisher sind die Verluste (Federtasche, Taschenmesser, Brille) alle noch im Rahmen und heilbar, wenn man vom ideellen Wert absieht.
Als ich einmal im Bus ca. 10 min nach der Abfahrt merke, dass ich den lebensnotwendigen Lonely Planet im Internetcafé hab liegen lassen, bestehe ich auf Ausstieg. Allerdings gibt es einen kleinen Haken- mein grosser Rucksack muss im Gepaeckabteil bleiben und soll angeblich am Ziel (3h entfernt) auf mich warten. Als ich aussteige und zurueck zum Café laufe, kommt mir kurz der Gedanke, ob es ein guter Tausch waere, das Buch zwar (evtl.) wiederzukriegen, dafuer aber keinen Rucksack mehr zu haben... aber alles geht gut, ich hab beides wieder- hier funktioniert doch echt ne Menge!!!
Mein naechster Anlaufpunkt sollte Cusco werden- meinen werten Kollegen Frank und seine Familie besuchen, die gerade hier Urlaub bei seinen Schwiegereltern machen- na, das lass ich mir doch nicht entgehen, bekannte Gesichter in unbekanntem Gebiet zu treffen. Wieder Erwarten war es nur kurz komisch, sie hier anzutreffen, dann fuehlte ich mich die ganze Woche echt wie zu Hause bei den supernetten Heidemanns und Familie! So konnte ich Abwechslung jeden Tag geniessen, etwas allein zu unternehmen und auch schoen viel Zeit mit meiner "Gastfamilie" zu verbringen. Eine superschoene Woche! Cusco ist ja auch ne Stadt, die einen in den Bann zieht- nach etlichen eher suedamerikanischen Staedten mit abgeranzten Haeusern und stressigen Strassen fuehlt man sich ja hier schon fast wie in Europa! Es gibt gemuetliche Gassen (incl. der beruehmten Inkamauer mit dem noch beruehmteren 12-Ecken-Stein; hier wurden die Steine so exakt bearbeitet, dass Moertel nicht noetig war!), eine Altstadt, die ich auch als Altstadt bezeichnen wuerde, weil viel mehr Altbauten als irgendwo anders, kurz: ein richtiges Areal, das man durchschlendern kann- das tut auch mal gut. Ausserdem wimmelt es ja in Cusco und Umgebung von Inka-Ruinen; ich mit meinem inzwischen gewachsenen Interesse fuer Geschichte war natuerlich entzueckt, vor allem, weil es hier die fuer mich perfekte Mischung aus Natur und Geschichte zu erleben gibt. Die wirklich ganz wichtigen Dinge wie Macchu Picchu und noch andere Staetten heb ich mir natuerlich auch fuer Tom auf.
Auf dem Weg nach Cusco durchkreuzt man auch Lima- eine Stadt, in der ich auf KEINEN Fall alleine bleiben wollte, also nur durchgefahren bzw. Zwischenstopp von 3 Std. gemacht habe. Von allen Seiten kommt nix positives: Selbst die Baeckerfrau schickt mich unverzueglich (aber freundlich) wieder an meinen Platz (3m entfernt vom Tresen) zurueck, als ich doch nur was bestellen wollte- ich solle doch lieber auf meine Sachen aufpassen... manno... mach ich also ne laute Fernbestellung... das einzig Faszinierende in Lima fuer mich war der Markt, den wir quer mit dem oeffentlichen Bus durchfahren, auf dem die rohen Schweine- und Huehnerfleischbatzen direkt neben einem Kohlestand liegen (sozusagen alles fuers naechste Barbecue an einem Ort), die Busse fast die Kraeuterhaufen ueberfahren und sowieso viel Zeug mitten auf dem Boden liegt, dass unmoeglich noch verkaeuflich ist (denke ICH)...
Von Cusco auf dem Rueckweg Richtung Ecuador mach ich noch eine groessere Pause in Chachapoyas. Hier findet man eine Ruinenstadt ("Kuelap"), die fast so bedeutend ist wie Macchu Picchu, allerdings und GLUECKLICHERWEISE noch nicht so bekannt und ueberlaufen- da muss ich natuerlich noch hin. Verbinde das mit einem 4-Tage-Trek durch die dortige Landschaft und DAS ist einfach megagenial! Wieder eine Mischung aus Geschichte und Natur- an einem Tag sehen wir Sakopharge (mit ueber 1000 Jahre alten Knochen) eingelassen in Felswaende und wandern am anderen Tag auf alten Prae-Inka-Wegen, lassen uns von schwitzenden Mulis die matschigen und felsigen, aber vor allem steilen Berg"wege" hochschleppen (ein schlechtes Gewissen kommt schon zeitweise auf, vor allem, wenn ich sehe, dass die 10- und 15-jaehrigen Kinder neben uns 3h ohne Pause wie die Bergziegen den gleichen Weg hochhopsen...). Die Landschaft hier ist viiiiieeeeelllll schoener und somit bin ich 100mal entzueckter als in diesem komischen Dschungel... ja, das ist superirre... Teilweise sind wir ueber den Wolken, teilweise mitten im Regen und Matsch- weniger superirre, aber nach meinem kurzen Wutanfall auf die (Standard)Frage, ob ich okay sei, nachdem ich mich laengs hinpacke und damit den ganzen Mistmatsch an meiner Hose habe- mit dem Wissen, dass an diesem Abend -wie auch davor und DAVOR- kein warmes Wasser auf mich wartet und auch keine Gelegenheit, die Sachen bis morgen trocken zu kriegen- "NO, I'M NOT OKAY!" schreie ich meinen Mittouristen und den Guide an- was ist das auch fuer eine bloede Frage...- ist dann doch alles wieder gut, und wir lachen, weil die Situation so verrueckt und unurlaubig ist, dass es doch schon wieder lustig ist und letztendlich alles wieder gut wird- irgendwann... wie lang war jetzt dieser Satz eigentlich???
Also mit nassen Hosen und doppelt so schweren Schuhen und Socken besuchen wir am letzten Tag diese Ruinenstadt der Chachas (die danach von Inkas besiedelt wurde) auf dem hoechsten Berg der Umgebung, aber nicht nur das sorgt dafuer, dass ich hin und weg bin: liegt natuerlich auch am Guide, der so emotional und motiviert das Leben und die Geschichte der Kultur an den Mann/die Frau bringt. Hier haben Schamanenmaennchen und Schamanenweibchen noch Sex praktiziert, um Regen herbeizufuehren- nicht nur zum Vergnuegen also! Harte Arbeit... Man sieht auf den Treppen noch die Abriebe von den Lamas, die hier zu hunderten, tausenden gehalten wurden, Knochen von der "koeniglichen Familie" in Mauern vergraben und Meerschweinchenhaeuser...
Diese Tierchen haben hier in der Gegend natuerlich andere Bedeutung als bei uns, das weiss ich ja schon. Aber als ich eines Abends in die Kueche unserer Trekking-herberge sehe und im unteren Teil des Regals die suessen Schnurzis und Stupsis sehe, staune ich. Die Frau der Familie rennt hinter einem Tier her, dieses flieht umher in der Kueche, hat natuerlich keine Chance und wird gefasst- den Zwischenteil erspar ich euch, nur soviel- nur 30 min spaeter lag dieses suesse Tier knusprig braun auf unserem Teller. Essen konnte ich DAS natuerlich nicht mehr. Aber organisch und bio und gluecklich war es auf jeden Fall in seinem Leben.
Das naechste Mal schreib ich frueher und weniger... Ihr koennt Euch ja den Text aufteilen fuer mehrer Wochenenden!
Soweit zu meinem Perutripp- nach einem Megaritt im Bus von 2 Tagen und 2 Naechten hab ich noch 3 Tage in herrlichster Natur verbracht und werd mich nun auf den Weg nach Quito machen, die letzten 2 einsamen Stunden im Bus.
Morgen ist der grosse Tag, ich glaub, ich renne Tom vor Freude ueber'n Haufen.
DAS steht Euch ja noch ein bisschen laenger bevor! Bis dahin druecke ich Euch virtuell und freu mich auch ueber E-Mail oder KOMMENTARE!!! ;-)
Kurzer (haha) Abriss der letzten 3 Wochen: Man steigt also abends um 23 Uhr im Sueden von Ecuador in den Bus, wird wg. Grenzuebergangmodalitaeten um halb 4 morgens geweckt, schlaeft weiter, der Hintern schmerzt leicht... und wenn es um halb 7 hell wird, begruesst einen die wuesteste Wueste, die ich bisher gesehen habe- fast KEINE Pflanze, endlose Sandweiten und mittendrin Huettenmeere in einer Gegend, die einem normalerweise unbewohnbar scheint. Ohne fliessend Wasser oder ausreichend sanitaere Anlagen wohnen hier die Menschen, die es aus dem Hochland hier her gezogen hat, u.a. weil mit Einfuehrung des Fernsehens den Menschen ueber den Bildschirm suggeriert wurde, dass das Leben an der Kueste viel luxurioeser waere (scheiss Erfindung...). Sie geben alles bisherige auf (wenn sie vorher etwas hatten), um dieses so viel bessere Leben an der Kueste zu beginnen- und landen letztendlich in diesen - Baracken ist noch zu hoch gegriffen - Buchten. Ich bin ganz schoen irritiert. Nach 18 h Busfahrt incl. 2mal umsteigen komme ich endlich in Trujillo an- eine Kuestenstadt, die nicht nur bei Surfern beliebt sein soll, sondern auch mit praeinkazeitlichen Ueberresten prahlt... auf die ich allerdings nicht hereinfalle, denn ich als weltbekannter Geschichts- und Museumsmuffel checke schon vom Bus aus die Lage und erkenne, dass hier nicht mehr als Sandhaufen ueber Mauerresten auf mich warten. Hah! Durchschaut!!! Dann treffe ich auch noch auf einen (klar!) Amerikaner, der hierherkommt, um mit seinem Freund bisher unentdeckte Orte mit archaeologischen Funden auszumachen- ja, klar...typisch, denke ich.... JEDOCH! dank eines Treffens auf supernettes Paerchen aus Bayreuth bekomme ich einen Kulturtipp und damit auch den notwendigen Funken, der mir die Spannung des Archaeologendaseins hautnah vermittelt. Hier in der Naehe gibt es naemlich noch zwei weitere Sandhaufen (Huaca de la Luna & Huaca del Sol), unter denen sich tatsaechlich Tempel der hiesigen Mochekultur befinden, die zwischen 1. und 8. Jhd. hier "hauste". Als ich hinfahre, sehe ich nur den Sandhaufen, und bin schon fast am enttaeuscht sein, doch als ich mit meinem "personal guide" die Fuehrung mache und sehe, wie dort noch frisch Sand entfernt, also gebuddelt und gepinselt wird und noch ein riesiges Areal von Sand bedeckt ist, das man nicht betreten darf, weil darunter noch etliche Fragmente und Keramiken vermutet werden, moechte ich doch schon fast mitbuddeln und verstehe jetzt den eigentlichen Spass an der Archaeologie! Das Feuer ist entfacht- genau richtiger Start fuer die Perureise also. Ansonsten fuehl ich mich in Trujillo statt wie in einem Surferparadies eher wie bei einer Herbstkur an der Ostsee: wetter- und touritechnisch ist es eher mau, so laufe ich eben jeden Tag (von den beiden...) am Strand lang und entdecke neben Muscheln auch Seeigel, -sterne, Katzenwasserleichen und Kondome... aber AUCH diese schnuckligen Boote, die aussehen wie Harlekinschuhe, ausgestopft mit Styropor, auf denen die Fischer des Abends ins Meer schaukeln, um die Netze auszuwerfen. Koestlichkeit dieses Landes ist roher Fisch oder andere Meeresfruechte in Limone und allmoeglichem Zeug eingelegt- mit dem Probieren warte ich lieber auf Tom... eine andere Spezialitaet hier sind auch die Maenner, die es mir nicht erlauben, laenger als 3 Minuten auf einer Bank zu sitzen und zu entspannen, lesen oder was zu schnabulieren oder einfach nur unbemerkt die Strasse langzugehen- lt. Lonely Planet sollte man als alleinreisende Frau wohl besonders nachts damit rechnen, bis zur Verzweiflung angequatscht zu werden- mir scheint, hier herrschen 24 Std. Nacht... ich werd schon leicht gereizt und unfreundlich und irgendwie kommt mir der Gedanke, dass Totalverschleierung, also incl. der Augen nicht nur erniedrigend sein koennte- obwohl ich froh sein muesste, dass es nur Machismus und keine boesartigen Ueberfaelle sind, die mich begleiten. Ja, so kann man aus fast allem was Positives ziehen. Und letztendlich haben mir schon viele Leute durch ihre Kontaktfreudigkeit, wie ich es nenne, weitergeholfen.
Hier in Trujillo lasse ich mir uebrigens auch eine neue Brille machen, denn Suses muessen nicht beklaut werden, sie sorgen bekanntlich selber fuer Verluste: ich hab irgendwo meine Brille verschlumpst- grosse Trauer... unter Traenen kucke ich aus dem Café raus und gegenueber winkt mir ne Werbefigur eines Optikergeschaefts entgegen, die verlautet- Ihr Alter ist Ihr Discount! Kennt man ja... ich trau mich rein... binnen EINES Tages und viel billiger als in Deutschland hab ich eine neue Brille! Also bisher sind die Verluste (Federtasche, Taschenmesser, Brille) alle noch im Rahmen und heilbar, wenn man vom ideellen Wert absieht.
Als ich einmal im Bus ca. 10 min nach der Abfahrt merke, dass ich den lebensnotwendigen Lonely Planet im Internetcafé hab liegen lassen, bestehe ich auf Ausstieg. Allerdings gibt es einen kleinen Haken- mein grosser Rucksack muss im Gepaeckabteil bleiben und soll angeblich am Ziel (3h entfernt) auf mich warten. Als ich aussteige und zurueck zum Café laufe, kommt mir kurz der Gedanke, ob es ein guter Tausch waere, das Buch zwar (evtl.) wiederzukriegen, dafuer aber keinen Rucksack mehr zu haben... aber alles geht gut, ich hab beides wieder- hier funktioniert doch echt ne Menge!!!
Mein naechster Anlaufpunkt sollte Cusco werden- meinen werten Kollegen Frank und seine Familie besuchen, die gerade hier Urlaub bei seinen Schwiegereltern machen- na, das lass ich mir doch nicht entgehen, bekannte Gesichter in unbekanntem Gebiet zu treffen. Wieder Erwarten war es nur kurz komisch, sie hier anzutreffen, dann fuehlte ich mich die ganze Woche echt wie zu Hause bei den supernetten Heidemanns und Familie! So konnte ich Abwechslung jeden Tag geniessen, etwas allein zu unternehmen und auch schoen viel Zeit mit meiner "Gastfamilie" zu verbringen. Eine superschoene Woche! Cusco ist ja auch ne Stadt, die einen in den Bann zieht- nach etlichen eher suedamerikanischen Staedten mit abgeranzten Haeusern und stressigen Strassen fuehlt man sich ja hier schon fast wie in Europa! Es gibt gemuetliche Gassen (incl. der beruehmten Inkamauer mit dem noch beruehmteren 12-Ecken-Stein; hier wurden die Steine so exakt bearbeitet, dass Moertel nicht noetig war!), eine Altstadt, die ich auch als Altstadt bezeichnen wuerde, weil viel mehr Altbauten als irgendwo anders, kurz: ein richtiges Areal, das man durchschlendern kann- das tut auch mal gut. Ausserdem wimmelt es ja in Cusco und Umgebung von Inka-Ruinen; ich mit meinem inzwischen gewachsenen Interesse fuer Geschichte war natuerlich entzueckt, vor allem, weil es hier die fuer mich perfekte Mischung aus Natur und Geschichte zu erleben gibt. Die wirklich ganz wichtigen Dinge wie Macchu Picchu und noch andere Staetten heb ich mir natuerlich auch fuer Tom auf.
Auf dem Weg nach Cusco durchkreuzt man auch Lima- eine Stadt, in der ich auf KEINEN Fall alleine bleiben wollte, also nur durchgefahren bzw. Zwischenstopp von 3 Std. gemacht habe. Von allen Seiten kommt nix positives: Selbst die Baeckerfrau schickt mich unverzueglich (aber freundlich) wieder an meinen Platz (3m entfernt vom Tresen) zurueck, als ich doch nur was bestellen wollte- ich solle doch lieber auf meine Sachen aufpassen... manno... mach ich also ne laute Fernbestellung... das einzig Faszinierende in Lima fuer mich war der Markt, den wir quer mit dem oeffentlichen Bus durchfahren, auf dem die rohen Schweine- und Huehnerfleischbatzen direkt neben einem Kohlestand liegen (sozusagen alles fuers naechste Barbecue an einem Ort), die Busse fast die Kraeuterhaufen ueberfahren und sowieso viel Zeug mitten auf dem Boden liegt, dass unmoeglich noch verkaeuflich ist (denke ICH)...
Von Cusco auf dem Rueckweg Richtung Ecuador mach ich noch eine groessere Pause in Chachapoyas. Hier findet man eine Ruinenstadt ("Kuelap"), die fast so bedeutend ist wie Macchu Picchu, allerdings und GLUECKLICHERWEISE noch nicht so bekannt und ueberlaufen- da muss ich natuerlich noch hin. Verbinde das mit einem 4-Tage-Trek durch die dortige Landschaft und DAS ist einfach megagenial! Wieder eine Mischung aus Geschichte und Natur- an einem Tag sehen wir Sakopharge (mit ueber 1000 Jahre alten Knochen) eingelassen in Felswaende und wandern am anderen Tag auf alten Prae-Inka-Wegen, lassen uns von schwitzenden Mulis die matschigen und felsigen, aber vor allem steilen Berg"wege" hochschleppen (ein schlechtes Gewissen kommt schon zeitweise auf, vor allem, wenn ich sehe, dass die 10- und 15-jaehrigen Kinder neben uns 3h ohne Pause wie die Bergziegen den gleichen Weg hochhopsen...). Die Landschaft hier ist viiiiieeeeelllll schoener und somit bin ich 100mal entzueckter als in diesem komischen Dschungel... ja, das ist superirre... Teilweise sind wir ueber den Wolken, teilweise mitten im Regen und Matsch- weniger superirre, aber nach meinem kurzen Wutanfall auf die (Standard)Frage, ob ich okay sei, nachdem ich mich laengs hinpacke und damit den ganzen Mistmatsch an meiner Hose habe- mit dem Wissen, dass an diesem Abend -wie auch davor und DAVOR- kein warmes Wasser auf mich wartet und auch keine Gelegenheit, die Sachen bis morgen trocken zu kriegen- "NO, I'M NOT OKAY!" schreie ich meinen Mittouristen und den Guide an- was ist das auch fuer eine bloede Frage...- ist dann doch alles wieder gut, und wir lachen, weil die Situation so verrueckt und unurlaubig ist, dass es doch schon wieder lustig ist und letztendlich alles wieder gut wird- irgendwann... wie lang war jetzt dieser Satz eigentlich???
Also mit nassen Hosen und doppelt so schweren Schuhen und Socken besuchen wir am letzten Tag diese Ruinenstadt der Chachas (die danach von Inkas besiedelt wurde) auf dem hoechsten Berg der Umgebung, aber nicht nur das sorgt dafuer, dass ich hin und weg bin: liegt natuerlich auch am Guide, der so emotional und motiviert das Leben und die Geschichte der Kultur an den Mann/die Frau bringt. Hier haben Schamanenmaennchen und Schamanenweibchen noch Sex praktiziert, um Regen herbeizufuehren- nicht nur zum Vergnuegen also! Harte Arbeit... Man sieht auf den Treppen noch die Abriebe von den Lamas, die hier zu hunderten, tausenden gehalten wurden, Knochen von der "koeniglichen Familie" in Mauern vergraben und Meerschweinchenhaeuser...
Diese Tierchen haben hier in der Gegend natuerlich andere Bedeutung als bei uns, das weiss ich ja schon. Aber als ich eines Abends in die Kueche unserer Trekking-herberge sehe und im unteren Teil des Regals die suessen Schnurzis und Stupsis sehe, staune ich. Die Frau der Familie rennt hinter einem Tier her, dieses flieht umher in der Kueche, hat natuerlich keine Chance und wird gefasst- den Zwischenteil erspar ich euch, nur soviel- nur 30 min spaeter lag dieses suesse Tier knusprig braun auf unserem Teller. Essen konnte ich DAS natuerlich nicht mehr. Aber organisch und bio und gluecklich war es auf jeden Fall in seinem Leben.
Das naechste Mal schreib ich frueher und weniger... Ihr koennt Euch ja den Text aufteilen fuer mehrer Wochenenden!
Soweit zu meinem Perutripp- nach einem Megaritt im Bus von 2 Tagen und 2 Naechten hab ich noch 3 Tage in herrlichster Natur verbracht und werd mich nun auf den Weg nach Quito machen, die letzten 2 einsamen Stunden im Bus.
Morgen ist der grosse Tag, ich glaub, ich renne Tom vor Freude ueber'n Haufen.
DAS steht Euch ja noch ein bisschen laenger bevor! Bis dahin druecke ich Euch virtuell und freu mich auch ueber E-Mail oder KOMMENTARE!!! ;-)
Samstag, 8. August 2009
Letzter Gruss aus Ecuador...
...denn heute Nacht (uuuaaahhhh) werd ich die Grenze nach Peru ueberschreiten. Ueberfahren, besser gesagt- schoen gemuetlich innerhalb von 8 Stunden im Bus. Mal wieder Bus- ich muesste mal die gesammelten Fahrstunden zaehlen... oder lieber nicht? Aber von vorn:
Die letzte Nachricht stammte ja noch von Quito, zwischenzeitlich war ich also schon an der Kueste in Puerto Lopez. Laut Lonely Planet ein Ort, den man nur schweren Herzens wieder verlassen moechte (juchhuuuu!), weil das gemuetliche Fischerdorf von gemuetlichen Strandbars, tollem Strand und sehr relaxter Atmosphaere nur so strotzt. Gut, wie komm ich da auf eine Vorstellung, dass der Ort ein schickes suedlaendisches Doerfchen mit Karibikflair sein koennte? Ist er naemlich nicht. Mein erster Eindruck gleicht dem Besuch eines minderbemittelten Dorfes im Irak oder irgendwo sonst im Nahen Osten (aber wahrscheinlich hab ich DA die Doerfer noch nicht gesehen). Abgesehen davon, dass ICH mir nur schwer vorstellen kann, an der nach Fisch stinkenden "Uferpromenade" auch nur irgendetwas, geschweige denn Fruehstueck zu mir zu nehmen, bin ich auch sonst anfangs ziemlich enttaeuscht. Aber mein Hotel, dessen frech-sympathische Besitzerin und auch sonst die supernetten Leute hier, lassen mich binnen eines Tages spueren, was mir eine hier (seit 5 Monaten) haengengebliebene Schweizerin waehrend eines netten Plaeuschchens prophezeite: man bleibt laenger, als man meint... irgendwie ist es hier doch ein guter Ort, einfach mal kein Programm zu haben, im Zimmer (fantastisch!!!) rumzuhaengen, den Fischern zuzukucken, mit den Einheimischen Abendbrot zu essen und ein bisschen Spanisch praktizieren. Die Broetchen immer bei der gleichen Panaderia zu kaufen, das fuehlt sich schon nach einem hiesigen TESTLEBEN an- so, wie ich es ja auch haben wollte. Nicht immer nur Tourismus ausueben... Ausserdem kamen zwei Tage spaeter auch schon 2 Leute nach, mit denen ich schon im Dschungel war- und so ist es eine perfekte Mischung gewesen aus alleinrumhaengen und zusammen was unternehmen. Baden im Pazifik musste natuerlich auch sein- echt warm. Highlight sollte aber die Tour auf eine "nahe" gelegene Insel sein (NUR 2 h mit dem Boot). Auf dem Hinweg haben wir unzaehlige Wale gesehen, diesmal NICHT nur den Ruecken, sondern tatsaechlich, wie sich einer in die Luft und rueckwaerts wieder reingeschmissen hat- ein Gigant, wirklich wahr- live wird einem das erst richtig bewusst. Auf der Insel dann ein kleiner Vorgeschmack auf die Galapagos-Inseln: man sieht Voegel, die mitten auf dem Weg sitzen und nicht im Traum daran denken, nur wegen der paar Touristen aus dem Weg zu gehen- echt cool. Die sogenannten Blaufusstoelpel (siehe Foto) gabs auch in Rotfuss-Ausfertigung! Schon lustig- die Fuesse sehen echt aus wie Plastikbeine. Auf der Rueckfahrt war mir nur schlecht und ich musste als einzige ueber Bord haengen. Kurz haben ca. 200 Delfine versucht, mich von meinem derweiligen Zustand abzulenken, indem sie total nah fuer knapp 10 min spielerisch mit unserem Boot mitgeschwommen sind- das war super! Hat mir aber gesundheitlich nicht viel geholfen... Mist nur, dass zuruek auf dem Festland nicht die erhoffte Besserung eintrat. Die Nacht war fuer mich keine Nacht... Fieber, und der Magen spielt verrueckt zu beiden Seiten- so ein Doppelmist- jetzt hat es mich doch noch erwischt! Wird doch hoffentlich nicht die Fischsuppe gewesen sein, die so aussah wie Wischwasser nach Bad und Kueche? Aus diesem Grunde hat das Schicksal beschlossen, dass ich spontan die Kueste verlassen musste, um in einer naechstgroesseren Stadt die Moeglichkeit eines Arztes (KEINEN Schamanen!) zu wissen. So bin ich nach Guayaquil gekommen (die Stadt ist superstolz auf ihre Uferpromenade- ja DAS ist eine!!! - die SOLL sogar nachts sicher sein, laut Werbung!!!). Hier ist mir wieder aufgefallen, wie kinderreich die Familien sind. 6-10 Kinder sind hier keine Seltenheit- es passen also nur 4 Familien auf einen Spielplatz, haha. Wie mir von diversen Seiten bestaetigt wurde, bist du als 25jaehrige kinderlose Frau schon so gut wie auf dem Abstellgleis... und ich sehe die jungen Paerchen und denke- habt ihr armen Menschen ueberhaupt genug Zeit, Euch kennenzulernen und zu entscheiden, dass DAS DA der richtige Partner fuer Euch ist??? Ertappe mich mit mitleidigem Blick und schuettele ihn abrupt aus meinem Gesicht- sie wissen hoffentlich was sie tun. Weiter mit dem Bus nach Cuenca- die Landschaft ist hier so schoen, dass ich Angst habe vor dem Einschlafen, sie veraendert sich doch schon gewaltig- an der Kueste noch so puptrocken, hier schon saftig gruen und irre gewaltige Berge (siehe auch Foto). Und Kuehe- wie im Bilderbuch. Weil ich diese Stadt noch mit Tom durchforsten werde, bleib ich nur eine Nacht und fahre weiter nach Vilcabamba, aus der ich jetzt den Gruss schicke. Die Stadt ist beruehmt fuer seine sehr alt werdenden Leute- ueber 100 Jahre! Vielleicht nehm ich ja (anteilig) auch daran teil... Auch hier prophezeit man mir, dass ich ne Weile bleiben wuerde- und es stimmt- das Klima hier ist sehr freundlich- nicht nur vom Wetter her, sondern alle sind auch hier total entspannt. So ist der erste Schock von meiner klitzekleinen Hotelbuchte schnell verdaut und inzwischen fand ich es echt gemuetlich dadrin. Zumal auch der aeltere Hostalbesitzer wie ein halber Opa zu mir war! Da drueckt man auch schon mal ein Auge zu, wenn es kein Warmwasser gibt! Schon wieder treffe ich eine Deutsche, die gerade vor 2 Monaten alle Zelte in Deutschland abgebrochen hat, um hier zu leben. Fuer mich schon ein Riesenschritt- ich waer nicht so ein Charakter... Hier in Vilcabamba hab ich meinen ersten (und vorerst letzten, sagen Beine und Ruecken) Reitversuch gestartet- Hut ab vor Frau Haidig! Es war eine Erfahrung, wie man so schoen sagt... nee, war schon sehr nett, nur schneller durften die Pferde nicht werden, sonst: Aua! Dafuer hab ich eine der besten Rueckenmassagen hinter mir, die ich je erlebt habe (von den beiden) und bin jetzt startklar fuer die Bustour! Bin gespannt, wie der Grenzuebertritt von statten geht... So, nun hab ich Euch wieder zugetextet, reicht fuer eine Weile. Seht Euch die neuen Fotos an und lasst Euch sagen, dass fuer mich nach wie vor Deutschland in Punkto Reisen dieser Gegend in kaum was nachsteht!!! Seid trotzdem nicht sauer, wenn ich mit meiner Rueckkehr noch ein Momentchen auf mich warten lasse... ;-)
Gruesse!!! an ALLE!!! von Suse!!!!!!!!!!
Die letzte Nachricht stammte ja noch von Quito, zwischenzeitlich war ich also schon an der Kueste in Puerto Lopez. Laut Lonely Planet ein Ort, den man nur schweren Herzens wieder verlassen moechte (juchhuuuu!), weil das gemuetliche Fischerdorf von gemuetlichen Strandbars, tollem Strand und sehr relaxter Atmosphaere nur so strotzt. Gut, wie komm ich da auf eine Vorstellung, dass der Ort ein schickes suedlaendisches Doerfchen mit Karibikflair sein koennte? Ist er naemlich nicht. Mein erster Eindruck gleicht dem Besuch eines minderbemittelten Dorfes im Irak oder irgendwo sonst im Nahen Osten (aber wahrscheinlich hab ich DA die Doerfer noch nicht gesehen). Abgesehen davon, dass ICH mir nur schwer vorstellen kann, an der nach Fisch stinkenden "Uferpromenade" auch nur irgendetwas, geschweige denn Fruehstueck zu mir zu nehmen, bin ich auch sonst anfangs ziemlich enttaeuscht. Aber mein Hotel, dessen frech-sympathische Besitzerin und auch sonst die supernetten Leute hier, lassen mich binnen eines Tages spueren, was mir eine hier (seit 5 Monaten) haengengebliebene Schweizerin waehrend eines netten Plaeuschchens prophezeite: man bleibt laenger, als man meint... irgendwie ist es hier doch ein guter Ort, einfach mal kein Programm zu haben, im Zimmer (fantastisch!!!) rumzuhaengen, den Fischern zuzukucken, mit den Einheimischen Abendbrot zu essen und ein bisschen Spanisch praktizieren. Die Broetchen immer bei der gleichen Panaderia zu kaufen, das fuehlt sich schon nach einem hiesigen TESTLEBEN an- so, wie ich es ja auch haben wollte. Nicht immer nur Tourismus ausueben... Ausserdem kamen zwei Tage spaeter auch schon 2 Leute nach, mit denen ich schon im Dschungel war- und so ist es eine perfekte Mischung gewesen aus alleinrumhaengen und zusammen was unternehmen. Baden im Pazifik musste natuerlich auch sein- echt warm. Highlight sollte aber die Tour auf eine "nahe" gelegene Insel sein (NUR 2 h mit dem Boot). Auf dem Hinweg haben wir unzaehlige Wale gesehen, diesmal NICHT nur den Ruecken, sondern tatsaechlich, wie sich einer in die Luft und rueckwaerts wieder reingeschmissen hat- ein Gigant, wirklich wahr- live wird einem das erst richtig bewusst. Auf der Insel dann ein kleiner Vorgeschmack auf die Galapagos-Inseln: man sieht Voegel, die mitten auf dem Weg sitzen und nicht im Traum daran denken, nur wegen der paar Touristen aus dem Weg zu gehen- echt cool. Die sogenannten Blaufusstoelpel (siehe Foto) gabs auch in Rotfuss-Ausfertigung! Schon lustig- die Fuesse sehen echt aus wie Plastikbeine. Auf der Rueckfahrt war mir nur schlecht und ich musste als einzige ueber Bord haengen. Kurz haben ca. 200 Delfine versucht, mich von meinem derweiligen Zustand abzulenken, indem sie total nah fuer knapp 10 min spielerisch mit unserem Boot mitgeschwommen sind- das war super! Hat mir aber gesundheitlich nicht viel geholfen... Mist nur, dass zuruek auf dem Festland nicht die erhoffte Besserung eintrat. Die Nacht war fuer mich keine Nacht... Fieber, und der Magen spielt verrueckt zu beiden Seiten- so ein Doppelmist- jetzt hat es mich doch noch erwischt! Wird doch hoffentlich nicht die Fischsuppe gewesen sein, die so aussah wie Wischwasser nach Bad und Kueche? Aus diesem Grunde hat das Schicksal beschlossen, dass ich spontan die Kueste verlassen musste, um in einer naechstgroesseren Stadt die Moeglichkeit eines Arztes (KEINEN Schamanen!) zu wissen. So bin ich nach Guayaquil gekommen (die Stadt ist superstolz auf ihre Uferpromenade- ja DAS ist eine!!! - die SOLL sogar nachts sicher sein, laut Werbung!!!). Hier ist mir wieder aufgefallen, wie kinderreich die Familien sind. 6-10 Kinder sind hier keine Seltenheit- es passen also nur 4 Familien auf einen Spielplatz, haha. Wie mir von diversen Seiten bestaetigt wurde, bist du als 25jaehrige kinderlose Frau schon so gut wie auf dem Abstellgleis... und ich sehe die jungen Paerchen und denke- habt ihr armen Menschen ueberhaupt genug Zeit, Euch kennenzulernen und zu entscheiden, dass DAS DA der richtige Partner fuer Euch ist??? Ertappe mich mit mitleidigem Blick und schuettele ihn abrupt aus meinem Gesicht- sie wissen hoffentlich was sie tun. Weiter mit dem Bus nach Cuenca- die Landschaft ist hier so schoen, dass ich Angst habe vor dem Einschlafen, sie veraendert sich doch schon gewaltig- an der Kueste noch so puptrocken, hier schon saftig gruen und irre gewaltige Berge (siehe auch Foto). Und Kuehe- wie im Bilderbuch. Weil ich diese Stadt noch mit Tom durchforsten werde, bleib ich nur eine Nacht und fahre weiter nach Vilcabamba, aus der ich jetzt den Gruss schicke. Die Stadt ist beruehmt fuer seine sehr alt werdenden Leute- ueber 100 Jahre! Vielleicht nehm ich ja (anteilig) auch daran teil... Auch hier prophezeit man mir, dass ich ne Weile bleiben wuerde- und es stimmt- das Klima hier ist sehr freundlich- nicht nur vom Wetter her, sondern alle sind auch hier total entspannt. So ist der erste Schock von meiner klitzekleinen Hotelbuchte schnell verdaut und inzwischen fand ich es echt gemuetlich dadrin. Zumal auch der aeltere Hostalbesitzer wie ein halber Opa zu mir war! Da drueckt man auch schon mal ein Auge zu, wenn es kein Warmwasser gibt! Schon wieder treffe ich eine Deutsche, die gerade vor 2 Monaten alle Zelte in Deutschland abgebrochen hat, um hier zu leben. Fuer mich schon ein Riesenschritt- ich waer nicht so ein Charakter... Hier in Vilcabamba hab ich meinen ersten (und vorerst letzten, sagen Beine und Ruecken) Reitversuch gestartet- Hut ab vor Frau Haidig! Es war eine Erfahrung, wie man so schoen sagt... nee, war schon sehr nett, nur schneller durften die Pferde nicht werden, sonst: Aua! Dafuer hab ich eine der besten Rueckenmassagen hinter mir, die ich je erlebt habe (von den beiden) und bin jetzt startklar fuer die Bustour! Bin gespannt, wie der Grenzuebertritt von statten geht... So, nun hab ich Euch wieder zugetextet, reicht fuer eine Weile. Seht Euch die neuen Fotos an und lasst Euch sagen, dass fuer mich nach wie vor Deutschland in Punkto Reisen dieser Gegend in kaum was nachsteht!!! Seid trotzdem nicht sauer, wenn ich mit meiner Rueckkehr noch ein Momentchen auf mich warten lasse... ;-)
Gruesse!!! an ALLE!!! von Suse!!!!!!!!!!
Freitag, 24. Juli 2009
Zurueck aus dem Spreewald Suedamerikas
Die erste Woche OHNE Schule- welch eine Abwechslung, meine Herrschaften! 4 Wochen Sprachkurs sind nun schon LAAANGE vorbei und der Abschied war schon mit lachendem und weinendem Auge verbunden. Auch wenn jede Woche hier ein paar Leute kommen und gehen, so hat man doch mit einem oder anderen - nein kein intimes, aber doch schon innigeres bzw. sehr nettes "Verhaeltnis" aufgebaut und im Prinzip ist das ja der einzige Anlaufpunkt bisher gewesen- die Gastfamilie und die Schule. Und das war nun vor einer Woche finito- mit dem Zertifikat im Rucksaeckle habe ich mich mit Vero, einer "chica" ausm Muenchner Raum zusammengeworfen, um die entfernteren Orte zu erkunden- da haetten wir zum einen das Oekodorf Mindo (ja, auch hier haben sich solche Spezialisten versammelt...) mit einer sehr leckeren Saftbar. Gefuehrt wird diese von einer jungen Deutschen, die spontan (nach 6 Monaten) Suedamerikaurlaub entschlossen hat, dass ein Rueckflugticket nach Hause fuer sie keinen Sinn macht, die Eroeffnung eines Saftladens dagegen schon... und der ist echt eine Oase in Mindo. Die Visumfrage hat sie mit Ehelichung eines Ecuadorianers geklaert und lebt hier entspannt mit dem Hintergedanken, dass es ja in Deutschland mindestens Hartz IV gibt, wenn es mit dem Saftladen hier nicht mehr so laufen sollte. Clevere Tante... na, ich/wir bleiben ja hier in Suedamerika nur 5 Monate- ein Glueck!!! Aber nicht nur das ist ne Attraktion dort: auch ein ueber 10 m hoher Felsen nahe eines Wasserfalls, von dem sich tatsaechlich 3 Englaenderinnen in unbekannte Gewaesser stuerzen wollten. Auf meine Frage, ob sie schon mal jemanden gesehen haetten, der das vor ihnen gemacht (und ueberlebt) hat, antworten sie mit nein, aber sie haetten es im Reisefuehrer gelesen- haaaeeeeehhhhhh??? HOLA!!! Unter ihnen das quirlende Wasser, sie wussten nicht wie tief, wie kalt, wie felsig... mir war etwas mulmig und ich hatte (wiedermal) eine Sinnkrise- soll man Leute wie die einfach machen lassen oder am Arm zerrend zur Vernunft bringen? Hm. Ich war noch nicht ganz fertig mit meiner Krise, da kam tatsaechlich ein Einheimischer (allerdings in Neopren) und sprang ihnen was vor. Schluck. Und er tauchte auch lebend wieder auf. Schliesslich beschloss die erste zu springen, alle schrieen und als sie abgetaucht war, wars muxmaeuschenstill. ALLE kuckten ueber den Felsrand wie bei der Gervais-Obstgarten-Werbung, nachdem der "Bloedi" mit dem schweren Pudding oder sowas durch den Fussboden gekracht ist. Gluecklicherweise haben es alle (hintereinander) ueberlebt- aber der Gedanke, dass einer der Freundinnen etwas zugestossen waere, laesst mich jetzt noch schneller atmen. Nee, sowas bitte ohne mich. Das Schmetterlingsmuseum, das ist schon eher was fuer mich... und RAFTING!!!! Yeah- wie irre, wir haben in Baños (suedlich v. Quito) zu 7t im Schlauchboot gesessen und Ruderbefehle im (fuer Anfaenger) TOBENDEN Fluss entgegengenommen wie bei der Armee, aber es war genial! Gut, wenn man von der einen Situation mal absieht, dass wir fast ersoffen waeren, weil wir in einen klitzekleinen, aber nicht schlappen Wasserfall geraten sind, der uns das Wasser nur so ins Boot donnerte, so dass wir samt Boot bis zum Hals drinsteckten, aber ne Weile nicht mehr rauskamen, weil die (wenn man sie so nennt) Rueckstroemung einfach viel zu stark war. Minutenlang (gefuehlte Stunden) gab es keine Loesung fuer das Problem (umkippen, rausfallen, das lernste alles vorher, aber sowas... neee) ausser versuchen, oben zu bleiben, nicht allzuviel Wasser zu schlucken und Ruhe bewahren. Meine Stimme hatte sich auch schon leicht in die eines Feldsoldaten aufm Kriegsschauplatz verwandelt- versucht angreifend ohne zu wissen, welches Ende einem bevorsteht (na jedenfalls fast...). Durch vereinte Kraefte sind wir dann endlich raus aus dem Tumult. Wir sahen nur noch die entsetzten Augen der anderen Bootsfahrer- scheint also wirklich nicht im Programm gestanden zu haben. Ja, hier kriegt man noch was fuers Geld, hihi! Nee, wirklich unvergesslich.
Ein anderer Ausflug nach Otavalo (bekannt fuer seinen Handwerkermarkt) hat in mir eine Sucht verursacht- kaum hatte ich mein erstes Armband erfeilscht (und soooo guenstig!!!), hatte ich nur noch Augen fuer solche weiteren Kostbarkeiten. Ich denke, mein rechter Arm wird bei meiner Rueckkehr etwas muskuloeser sein von den ganztaegigen Stemmuebungen, den Armbandbatzen mit hochzuheben, wenn ich mit rechts irgendwas regeln will. (Ich uebertreibe natuerlich masslos, es sind naemlich erst 4 Stueck, allerdings bin ich auch noch 5 Wochen ohne ernsthaften Wirtschaftsminister unterwegs...).
Heute morgen bin ich gerade zurueck aus dem Dschungel. 4 Tage ohne Strom, Warmwasser (aber immerhin Wasser!) und in Haeusern ohne Waende (aber immerhin mit Dach) haben wir einen Gruenzeug-Schock hinter uns nach all den Tagen mit nur Stadt, Dreck und Laerm. Allzu viele Gruesse soll ich aber leider nicht ausrichten, denn leider haben sich unsere Tierbeobachtung auf wackelnde Baumwipfel (die angeblich mit den und den Aeffchen behangen gewesen sein sollten), Piranhas, 4 Papageien-Silhouetten (die total bunt gewesen sein sollen), 3 Schlangen (ja okay) und 30 cm Ruecken einer Delfinmama plus Kindchen beschraenkt. Gut, die beiden Faultiere waren fuer mich persoenlich das Highlight, denn die haben sich immerhin so langsam bewegt, dass wir sie ausreichend beobachten konnten. Ansonsten konnten die Ameisen, die wir zu Milliarden gesehen haben, auch sicher nicht schnell genug das Feld raeumen, um zu fliehen. Und die Tarantel in unserem "Speisehaus" hat sich auch nicht vor dem Blitzlichtgewitter gescheut. Aber der Dschungel ist nun mal kein Zoo und somit ist es fuer groessere Tiere wie Panther, noch mehr Affen und sowat echt eine Gluecksache. Glueck war auch, dass wir letztendlich doch noch nach Hause gefunden haben, nachdem wir uns samt Guide fuer ne knappe Stunde im Regenwald verlaufen hatten, weil der seinen ersten Tag in DIESEM Territorium mit uns hatte. Hat zwar immer versucht, kompetent zu wirken, aber selbst wir haben dann schnell mitbekommen, dass es gerade keinen Plan gibt, wieder zu unseren Haeusern zurueckzukommen... aber auch das ist unvergesslich und so haben wir ein sehr authentisches Get-lost-Gefuehl gehabt (das sich zeitlich noch im Rahmen hielt). Der Amazonas erinnert stark an Spreewald in gross und unaufgeraeumt, nur damit ihr mal ne Vorstellung habt - in ETWA. In den naechsten Tagen geht es an die Kueste. Mit dem Bus. Nach 12 h heute (aus dem Dschungel nach Quito) hab ich aber fuer heute und morgen erstmal genug vom Beineinknicken, lauten Chinadoofifilmen nachts um 12 und staendigen Polizeikontrollen (3 mal mitten in der Nacht waehrend EINER Fahrt!) mit Aussteigen, Rucksack auspacken und Passport zeigen. An die Kueste sind es nochmal gut 11 h, also allein Ecuador ist schon gross bzw. die Strassen so schlecht, dass man fuer 90 km 3 Std. braucht. Egal. ICH hab Zeit.
Seid ganz lieb gegruesselt und ich hoffe, bei Euch ist alles in Butter!
die Suse/Susi/Suselke/Sushi/Frau Westrich
Ein anderer Ausflug nach Otavalo (bekannt fuer seinen Handwerkermarkt) hat in mir eine Sucht verursacht- kaum hatte ich mein erstes Armband erfeilscht (und soooo guenstig!!!), hatte ich nur noch Augen fuer solche weiteren Kostbarkeiten. Ich denke, mein rechter Arm wird bei meiner Rueckkehr etwas muskuloeser sein von den ganztaegigen Stemmuebungen, den Armbandbatzen mit hochzuheben, wenn ich mit rechts irgendwas regeln will. (Ich uebertreibe natuerlich masslos, es sind naemlich erst 4 Stueck, allerdings bin ich auch noch 5 Wochen ohne ernsthaften Wirtschaftsminister unterwegs...).
Heute morgen bin ich gerade zurueck aus dem Dschungel. 4 Tage ohne Strom, Warmwasser (aber immerhin Wasser!) und in Haeusern ohne Waende (aber immerhin mit Dach) haben wir einen Gruenzeug-Schock hinter uns nach all den Tagen mit nur Stadt, Dreck und Laerm. Allzu viele Gruesse soll ich aber leider nicht ausrichten, denn leider haben sich unsere Tierbeobachtung auf wackelnde Baumwipfel (die angeblich mit den und den Aeffchen behangen gewesen sein sollten), Piranhas, 4 Papageien-Silhouetten (die total bunt gewesen sein sollen), 3 Schlangen (ja okay) und 30 cm Ruecken einer Delfinmama plus Kindchen beschraenkt. Gut, die beiden Faultiere waren fuer mich persoenlich das Highlight, denn die haben sich immerhin so langsam bewegt, dass wir sie ausreichend beobachten konnten. Ansonsten konnten die Ameisen, die wir zu Milliarden gesehen haben, auch sicher nicht schnell genug das Feld raeumen, um zu fliehen. Und die Tarantel in unserem "Speisehaus" hat sich auch nicht vor dem Blitzlichtgewitter gescheut. Aber der Dschungel ist nun mal kein Zoo und somit ist es fuer groessere Tiere wie Panther, noch mehr Affen und sowat echt eine Gluecksache. Glueck war auch, dass wir letztendlich doch noch nach Hause gefunden haben, nachdem wir uns samt Guide fuer ne knappe Stunde im Regenwald verlaufen hatten, weil der seinen ersten Tag in DIESEM Territorium mit uns hatte. Hat zwar immer versucht, kompetent zu wirken, aber selbst wir haben dann schnell mitbekommen, dass es gerade keinen Plan gibt, wieder zu unseren Haeusern zurueckzukommen... aber auch das ist unvergesslich und so haben wir ein sehr authentisches Get-lost-Gefuehl gehabt (das sich zeitlich noch im Rahmen hielt). Der Amazonas erinnert stark an Spreewald in gross und unaufgeraeumt, nur damit ihr mal ne Vorstellung habt - in ETWA. In den naechsten Tagen geht es an die Kueste. Mit dem Bus. Nach 12 h heute (aus dem Dschungel nach Quito) hab ich aber fuer heute und morgen erstmal genug vom Beineinknicken, lauten Chinadoofifilmen nachts um 12 und staendigen Polizeikontrollen (3 mal mitten in der Nacht waehrend EINER Fahrt!) mit Aussteigen, Rucksack auspacken und Passport zeigen. An die Kueste sind es nochmal gut 11 h, also allein Ecuador ist schon gross bzw. die Strassen so schlecht, dass man fuer 90 km 3 Std. braucht. Egal. ICH hab Zeit.
Seid ganz lieb gegruesselt und ich hoffe, bei Euch ist alles in Butter!
die Suse/Susi/Suselke/Sushi/Frau Westrich
Mittwoch, 8. Juli 2009
Schott(er)land Teil 1 + 2 (also alles)
P.S. hab jetzt mal beide Teile zusammengefaßt, damit es nicht zu unübersichtlich wird....
Nun will ich mal nicht schottisch sein und trag auch was in die Welt von Sushi ein.
Kurz bevor meine Suse den Abflug nach SA gemacht hat, sind ihr Italienbegleiter (man könnte auch sagen ihr Freund) und dessen Kumpel Tim zu den Inselbewohnern mit der großen Affinität zu Röcken aufgebrochen. War eigentlich ein cleverer Schachzug von mir, so hat die Suse mir am Flughafen LEBEWOHL gesagt und nicht umgekehrt. Letztendlich aber egal, denn schwer fiel der Abschied so oder so!
Wir hatten ein straffes Programm ausgearbeitet und nur 10 Tage Zeit, um es umzusetzen. Als erstes galt es, mit dem Mietwagen die Linksfahrerei zu verinnerlichen und von Glasgow nach Edinburgh zu gelangen. Auf einen Freitag Nachmittag ist das ein etwas längeres Unterfangen. Auf meinem Spickzettel standen mindestens 6 Dinge, die ich unbedingt dort machen wollte. Als wir aber im Hostel endlich eingecheckt hatten, war es schon fast 18 Uhr. Flugs überredete ich Tim (trotz der tägl. Parkgebühr von 9Pf) zu einem Verlängerungstag. Kurzum, wir habens nicht bereut, auch wenn die Schotten am Wochenende schon am frühen Nachmittag abgefüllt sind. Höhepunkte waren sicherlich die Besteigung des Arthur´s Seat mit wirklich toller Aussicht auf die Stadt und der mitternächtliche Moonwalk (Jacko lebte da noch) von ca. 10.000 Frauen, Mädchen oder als Frauen verkleidete Männer. Da wir auch einer schottischen Militärparade vor dem Edinburgh Castle beiwohnen durften, verzichteten wir auf die Besichtigung des Schlosses (und der damit verbundenen 13 Pf Eintritt..) Die Schlossbesichtigungen holten wir dann in Stirling (sogar größer) und am Loch Ness (Urquhart Castle) nach - letzteres bei wunderbarem Wetter. Auch gelang es uns, Nessi zu finden und das glaubwürdig zu beweisen - die aufgelobte Belohnung von 10.000 Pf einer großen schottischen Brauerei war somit UNSERE. Leider kann man sich für Geld kein Wetter kaufen und so konnten wir die Dimensionen der Highlands höchstens erahnen. Sehr viele Wolken und Nebelschwaden behinderten die Sicht doch erheblich. Auch die geplante Zugfahrt mit der Harry-Potter-Eisenbahn fiel in den Nebel. Wir sind dann paralell zum Zug mit dem Auto gefahren, was eh cleverer ist, da die Aussicht AUF das berühmte Viadukt mit Zug viel schöner ist, als vom Zug nur herrunterzusehen.
An diesem Tag hab ich es auch getan und "Haggis" gegessen. Wer den Film "Armageddon" gesehen hat, dürfte wissen, was die Bestandteile dieser Delikatesse sind... erstaunlicherweise hat es sogar gut geschmeckt!
Weiter ging die Reise nach Norden mit dem Ziel, nach Orkney überzusetzen. Ursprünglich war das Tim´s Idee, nun moserte er aber rum, weil er befürchtete, dass er die Steinkreise und das Flachland doch eher langweilig finden würde. Ich hatte aber Feuer gefangen und deshalb einigten wir uns auf einen Ganztagestripp nach Orkney.
(ab hier steht die Fortsetzung!)
Als erstes mußten wir aus den verschiedenen Fährangeboten das BESTE heraussuchen. Wir haben uns dann für die nicht organisierte Tour entschieden, da es die einzige Möglichkeit war, an der Insel Hoy mit dem "Old Man of Hoy" vorbeizuschippern. Also mal schnell 30 Pfund (Equador-Preise sind das nicht) investiert und los gehts. Es folgt aber schnell Ernüchterung, aufm Wasser alles zugezogen und keine Sicht. Ich schreibe Tagebuch, Tim schläft. Plötzlich nehm ich nach ner guten Stunde mit den Augenwinkeln was Helles war... tatsächlich Sonne und schon taucht die Insel Hoy auf. Wir stürzten raus und trauen unseren Augen kaum.... es sieht traumhaft aus (und ich muss nun aus den 1000 Fotos eins für die Galerie auswählen,,,). Trotzdem wird die Kamera auch mal weggepackt, damit der Liveanblick nicht zu kurz kommt. Nur ein paar Minuten später hat uns der Nebel wieder vollständig verschluckt, das Schiff benutzt fleißig das Nebelhorn - gespenstisch. Auf der Insel Mainland wird als erstes das Steinhügelgrab "Maes Howe" besichtigt. Nix für Klaustrophobiegeschädigte, der Eingang samt Tunnel ist ca. 1m hoch. Wir haben totales Glück, denn die Besichtigung ist eigentlich nur nach Voranmeldung möglich, der Guide nimmt uns aber trotzdem noch mit, bezahlen sollen wir danach - wie vertrauenswürdig wir doch sind...
Dann 2 Meilen zu den Steinkreisen "Stones of Stenness" (naja) und ne weitere Meile zum "Ring of Brodgar". Der ist wirklich beeindruckend, da sehr weitläufig und gut erhalten. Wir haben dann noch das Glück, kurz vor einer kostenlosen Führung anzukommen und den Ring daher für uns alleine zu haben! Auf der Rücktour ist die Insel Hoy noch beeindruckender. Wolkenschwaden fließen förmlich die Insel runter - die Insel sieht aus wie im alten King-Kong-Film...
Wir entschließen uns dann spontan aufs Highlander/Braveheart-Schloss zu verzichten und fahren Richtung Osten. Erstmal eine gute Entscheidung, da wir an einem Schloss mit Falknerei vorbeikommen. Vor lauter Freude über die in 15 Minuten beginnende Vorführung übersehe ich ne kleine Stufe und mache mir meinen schon vorgeschädigten Zehennagel wieder kaputt...Aua. Das Schloss und der dazugehörige Garten sind ein Traum und die Vorführung ist wirklich SUPER!!! Leider haben wir danach nicht mehr so viel Glück. In Glenfiddich kommen wir 5 min zu spät an - nix mit der kostenlosen Whiskytour. Danach wollen wir Craivigar Castle besichtigen, es ist bis zur Unkenntlichkeit eingerüstet. Als wir dann endlich an der Ostküste ankommen, ist der Anblick der Steilklippe mit Dunottar Castle trotz Wolkenhimmels ein versöhnender Abschluss. Nachts um 3 ist strahlender Sonnenschein aber anstatt wir Blödis schnell mit dem Auto nochmal hinfahren, warten wir bis 8 Uhr und da ist dann wieder alles zugezogen (Der frühe Vogel fängt den Wurm).... Letztes Ziel ist Loch Lomond, Tim will sind endlich mal erholen ;o) - allerdings gibts den von Tim erhofften tollen Mietcaravan nicht und auch das Wetter ist sehr bescheiden. So wird noch ein wenig in nicht sooo berauschender Landschaft gewandert. Mein Adrenalinspiegel steigt nochmal, als ich ein über den Baumwipfeln gespanntes Drahseil entdecke, an dem kreischende Menschen mit AFFENZAHN entlangpesen. Leider ist der Spass nur in Kombi mit einem komplett ausgebuchten Kletterwald zu haben.... ich bin total traurig.
Den Abschluss bildet Glasgow. Was soll ich zu dieser Stadt sagen; man kann hier 1a die Wirtschaftskrise spüren, denn jeder 2. Laden in der Innenstadt ist geräumt. Ansonsten sind wir froh, eine gemütliche Musikkneipe zu finden, um den Urlaub ausklingen zu lassen - muss ich mehr zu Glasgow sagen!?
Für Tim gehts am nächsten Tag zurück in die Heimat, ich düse nach London. Dazu brauch ich wohl nicht viel zu schreiben, ich war wohl der Einzige, der diese Stadt noch nicht besucht hatte... Ich mache 3 Tage Hardcorevisiting. Mit am beeindruckensten ist die London Bridge Experience-Tour mit den LondonTombs. Ich werde von den anderen 11en per Zeigefinger als "Anführer" ausgesucht (sprich: ich muss vorneweg gehen) und fühle mich irgendwann wie Bruce Willis - sah allerdings danach noch ganz brauchbar aus. Auch unterschrieb ich einen Vertrag bei Chelsea London und wurde bei meinem ersten Match gleich als "Player of the day" ausgezeichnet und mußte zur Pressekonferenz. Da mir der Rummel zu viel war, löste ich meinen Vertrag umgehend wieder auf. Ihr glaubt das nicht? Dann seht euch die Fotos an.
Das wars....
Nun will ich mal nicht schottisch sein und trag auch was in die Welt von Sushi ein.
Kurz bevor meine Suse den Abflug nach SA gemacht hat, sind ihr Italienbegleiter (man könnte auch sagen ihr Freund) und dessen Kumpel Tim zu den Inselbewohnern mit der großen Affinität zu Röcken aufgebrochen. War eigentlich ein cleverer Schachzug von mir, so hat die Suse mir am Flughafen LEBEWOHL gesagt und nicht umgekehrt. Letztendlich aber egal, denn schwer fiel der Abschied so oder so!
Wir hatten ein straffes Programm ausgearbeitet und nur 10 Tage Zeit, um es umzusetzen. Als erstes galt es, mit dem Mietwagen die Linksfahrerei zu verinnerlichen und von Glasgow nach Edinburgh zu gelangen. Auf einen Freitag Nachmittag ist das ein etwas längeres Unterfangen. Auf meinem Spickzettel standen mindestens 6 Dinge, die ich unbedingt dort machen wollte. Als wir aber im Hostel endlich eingecheckt hatten, war es schon fast 18 Uhr. Flugs überredete ich Tim (trotz der tägl. Parkgebühr von 9Pf) zu einem Verlängerungstag. Kurzum, wir habens nicht bereut, auch wenn die Schotten am Wochenende schon am frühen Nachmittag abgefüllt sind. Höhepunkte waren sicherlich die Besteigung des Arthur´s Seat mit wirklich toller Aussicht auf die Stadt und der mitternächtliche Moonwalk (Jacko lebte da noch) von ca. 10.000 Frauen, Mädchen oder als Frauen verkleidete Männer. Da wir auch einer schottischen Militärparade vor dem Edinburgh Castle beiwohnen durften, verzichteten wir auf die Besichtigung des Schlosses (und der damit verbundenen 13 Pf Eintritt..) Die Schlossbesichtigungen holten wir dann in Stirling (sogar größer) und am Loch Ness (Urquhart Castle) nach - letzteres bei wunderbarem Wetter. Auch gelang es uns, Nessi zu finden und das glaubwürdig zu beweisen - die aufgelobte Belohnung von 10.000 Pf einer großen schottischen Brauerei war somit UNSERE. Leider kann man sich für Geld kein Wetter kaufen und so konnten wir die Dimensionen der Highlands höchstens erahnen. Sehr viele Wolken und Nebelschwaden behinderten die Sicht doch erheblich. Auch die geplante Zugfahrt mit der Harry-Potter-Eisenbahn fiel in den Nebel. Wir sind dann paralell zum Zug mit dem Auto gefahren, was eh cleverer ist, da die Aussicht AUF das berühmte Viadukt mit Zug viel schöner ist, als vom Zug nur herrunterzusehen.
An diesem Tag hab ich es auch getan und "Haggis" gegessen. Wer den Film "Armageddon" gesehen hat, dürfte wissen, was die Bestandteile dieser Delikatesse sind... erstaunlicherweise hat es sogar gut geschmeckt!
Weiter ging die Reise nach Norden mit dem Ziel, nach Orkney überzusetzen. Ursprünglich war das Tim´s Idee, nun moserte er aber rum, weil er befürchtete, dass er die Steinkreise und das Flachland doch eher langweilig finden würde. Ich hatte aber Feuer gefangen und deshalb einigten wir uns auf einen Ganztagestripp nach Orkney.
(ab hier steht die Fortsetzung!)
Als erstes mußten wir aus den verschiedenen Fährangeboten das BESTE heraussuchen. Wir haben uns dann für die nicht organisierte Tour entschieden, da es die einzige Möglichkeit war, an der Insel Hoy mit dem "Old Man of Hoy" vorbeizuschippern. Also mal schnell 30 Pfund (Equador-Preise sind das nicht) investiert und los gehts. Es folgt aber schnell Ernüchterung, aufm Wasser alles zugezogen und keine Sicht. Ich schreibe Tagebuch, Tim schläft. Plötzlich nehm ich nach ner guten Stunde mit den Augenwinkeln was Helles war... tatsächlich Sonne und schon taucht die Insel Hoy auf. Wir stürzten raus und trauen unseren Augen kaum.... es sieht traumhaft aus (und ich muss nun aus den 1000 Fotos eins für die Galerie auswählen,,,). Trotzdem wird die Kamera auch mal weggepackt, damit der Liveanblick nicht zu kurz kommt. Nur ein paar Minuten später hat uns der Nebel wieder vollständig verschluckt, das Schiff benutzt fleißig das Nebelhorn - gespenstisch. Auf der Insel Mainland wird als erstes das Steinhügelgrab "Maes Howe" besichtigt. Nix für Klaustrophobiegeschädigte, der Eingang samt Tunnel ist ca. 1m hoch. Wir haben totales Glück, denn die Besichtigung ist eigentlich nur nach Voranmeldung möglich, der Guide nimmt uns aber trotzdem noch mit, bezahlen sollen wir danach - wie vertrauenswürdig wir doch sind...
Dann 2 Meilen zu den Steinkreisen "Stones of Stenness" (naja) und ne weitere Meile zum "Ring of Brodgar". Der ist wirklich beeindruckend, da sehr weitläufig und gut erhalten. Wir haben dann noch das Glück, kurz vor einer kostenlosen Führung anzukommen und den Ring daher für uns alleine zu haben! Auf der Rücktour ist die Insel Hoy noch beeindruckender. Wolkenschwaden fließen förmlich die Insel runter - die Insel sieht aus wie im alten King-Kong-Film...
Wir entschließen uns dann spontan aufs Highlander/Braveheart-Schloss zu verzichten und fahren Richtung Osten. Erstmal eine gute Entscheidung, da wir an einem Schloss mit Falknerei vorbeikommen. Vor lauter Freude über die in 15 Minuten beginnende Vorführung übersehe ich ne kleine Stufe und mache mir meinen schon vorgeschädigten Zehennagel wieder kaputt...Aua. Das Schloss und der dazugehörige Garten sind ein Traum und die Vorführung ist wirklich SUPER!!! Leider haben wir danach nicht mehr so viel Glück. In Glenfiddich kommen wir 5 min zu spät an - nix mit der kostenlosen Whiskytour. Danach wollen wir Craivigar Castle besichtigen, es ist bis zur Unkenntlichkeit eingerüstet. Als wir dann endlich an der Ostküste ankommen, ist der Anblick der Steilklippe mit Dunottar Castle trotz Wolkenhimmels ein versöhnender Abschluss. Nachts um 3 ist strahlender Sonnenschein aber anstatt wir Blödis schnell mit dem Auto nochmal hinfahren, warten wir bis 8 Uhr und da ist dann wieder alles zugezogen (Der frühe Vogel fängt den Wurm).... Letztes Ziel ist Loch Lomond, Tim will sind endlich mal erholen ;o) - allerdings gibts den von Tim erhofften tollen Mietcaravan nicht und auch das Wetter ist sehr bescheiden. So wird noch ein wenig in nicht sooo berauschender Landschaft gewandert. Mein Adrenalinspiegel steigt nochmal, als ich ein über den Baumwipfeln gespanntes Drahseil entdecke, an dem kreischende Menschen mit AFFENZAHN entlangpesen. Leider ist der Spass nur in Kombi mit einem komplett ausgebuchten Kletterwald zu haben.... ich bin total traurig.
Den Abschluss bildet Glasgow. Was soll ich zu dieser Stadt sagen; man kann hier 1a die Wirtschaftskrise spüren, denn jeder 2. Laden in der Innenstadt ist geräumt. Ansonsten sind wir froh, eine gemütliche Musikkneipe zu finden, um den Urlaub ausklingen zu lassen - muss ich mehr zu Glasgow sagen!?
Für Tim gehts am nächsten Tag zurück in die Heimat, ich düse nach London. Dazu brauch ich wohl nicht viel zu schreiben, ich war wohl der Einzige, der diese Stadt noch nicht besucht hatte... Ich mache 3 Tage Hardcorevisiting. Mit am beeindruckensten ist die London Bridge Experience-Tour mit den LondonTombs. Ich werde von den anderen 11en per Zeigefinger als "Anführer" ausgesucht (sprich: ich muss vorneweg gehen) und fühle mich irgendwann wie Bruce Willis - sah allerdings danach noch ganz brauchbar aus. Auch unterschrieb ich einen Vertrag bei Chelsea London und wurde bei meinem ersten Match gleich als "Player of the day" ausgezeichnet und mußte zur Pressekonferenz. Da mir der Rummel zu viel war, löste ich meinen Vertrag umgehend wieder auf. Ihr glaubt das nicht? Dann seht euch die Fotos an.
Das wars....
Montag, 6. Juli 2009
es gibt (immer) Reis, baby...
Die zweite Woche verging schon schneller als die erste. Mein Spanisch fruchtet so dermassen, dass ich zwar wie behindert langsam spreche und ICH solche Sprachschueler wie mich niemals aufnehmen wuerde, weil das Verstehen bestimmt megaanstrengend (weil eben so langsam) ist, aber immerhin sind Fortschritte zu erkennen und ich bin bisher immer (frueher oder spaeter) dort angekommen, wo ich wollte und habe auch noch keine Torte bestellt und Spinat bekommen oder so- also irgendwie laeuft es doch...hihi.
Neben der Schule finden ja nicht soooo viele Reisen statt, aber von einer muss ich doch berichten:
Am Wochenende unternehmen wir- meist die deutschsprachigen Schueler (zum erholen des Kopfes) einen Ausflug- am letzten Sonntag waren wir in Cayambe. Der Ort ist 1,5 Std. von Quito entfernt und die Reise dorthin mit dem Bus ist schon eine suedamerikanische Erfahrung: Der Bus -superbillig trotz RELATIVEN Luxus' (soll heissen keine Plastesitze, dafuer sogar Gardinen)-wird ziemlich vollgestopft, es stinkt nach Abgasen und ob die Bremsen noch so intakt sind, wie man sich wuenscht, bleibt offen. Angekommen, wollen wir den dortigen superbeliebten Stierkampf besuchen. Immerhin, 6 $ Eintritt fuer die oberen Plaetze, ist schon ein Preis fuer diese Gegend. Bevor es anfaengt, herrscht Stadionstimmung: Hotdogs, Zuckerwatte, Militaerblaskapelle und rummtata. Als das Pferd, auf dem der schoene Torrero sitzt, die Augen verbunden hat und schon auf der Strasse kotzt, wundern wir uns zwar ein bisschen, aber es ist doch alles so lustig gestimmt hier, was soll schon sein. Dann treten sie ein, die 6 eleganten Torreros, in saemtlichen Farben ihre Uniform tragend und sehr imposant. Der Stier- ein sportlicher Typ - macht seinen Job auch hervorragend, finde ich: Rennt los, macht ordentlich staub- sieht echt gut aus. Nach 10 min tritt der Torrero auf dem kotzenden Pferd ein und ich kann meinen Augen nicht glauben: Waehrend der Stier immer gegen das mit Metall geschuetzte Pferd (es hat die Augen immernoch verbunden) presst, sticht der Torrero mit einer Lanze mindestens fuer 30 Sekunden in den Nacken des armen Sportsfreunds und ruehrt darin rum, bis ein Stueck Fleisch lose an dessen Ruecken haengt!!! Ja, mir war auch schlecht und Ihr muesst das nur lesen- wir mussten das ANSEHEN!!! Vier von unseren 7 Leuten der Schule haben die Arena verlassen, weil wir so etwas nicht ankucken oder unterstuetzen. Ich muss sagen, ich hatte danach eine Sinnkrise mit mir und dem Rest der Menschheit. Wie koennen die Leute zum Spass Tiere so quaelen??? Aber vorher schoen in die Kirche gehen- da haette ICH kotzen koennen.
Ich war so angewidert, dass sich das auf den kompletten Eindruck von Suedamerika niedergeschlagen hat. Im Prinzip ist das nur ein klitzekleiner Fortschritt von den Arenakaempfen mit Gladiatoren im alten Rom...
Die Leute, die laenger geblieben sind, erzaehlten, dass in der Tat 2 Stiere abgemurkst wurden und noch 4 weitere folgen sollten. Ich bin ja dafuer, dass man dem Torrero die Augen verbindet und Stier und Pferd machen laesst. Ja, sorry. Mir kommts jetzt noch hoch.
Ein bisschen in den Kopf steigt auch der Dreck und der Gestank nach Abgasen hier in der Stadt. Wenn der Bus hier losfaehrt steigt eine schwarze Wolke aus dem Auspuff wie im Trickfilm, Wahnsinn. Dafuer haben sie hier eine Busspur, und die ist noch schaerfer durchgesetzt als von den Gruenen in Berlin: Die Busspur ist naemlich nicht durch eine Linie, sondern ein ca. 30cm hohes Maeuerchen getrennt vom restlichen Verkehr. Sehr hilfreich! Jede Busfahrt ist aber insofern immer wieder spannend, als das man nicht weiss, ob man mit allen Sachen, mit denen man eingestiegen ist, auch wieder rauskommt. Innerhalb einer Woche sind 3 Leute unserer Schueler beklaut worden: Handy, I-Pod, Kamera, noch'n Handy. Alles ist gefragt. Und die Leute sind hier schon echt arm. WIR leben ja im Reichenviertel, aber auch hier verkaufen Kinder in den Bussen Suessigkeiten, stehen jonglierend vor den Autos an der roten Ampel oder sitzen zusammen mit der Mutter, die was auf der Strasse verkauft. Deren Spielplatz ist der Buergersteig. Aber suess sind sie alle mit ihren fastschwarzen Knopfaugen- da moechte man am liebsten zur Kindergaertnerin in Quito werden. Aber keene Angst, da ja die Knopfaugen zu oft von der schwarzen Buswolke verdeckt werden, bleibe ich meiner Heimat treu!!!
Auf Wunsch einer einzelnen Dame in der Heimat moechte ich in DIESEM Reiseteil auch nicht verpassen, von dem Essen hier zu sprechen, wie die Ueberschrift schon vermuten laesst- denn es gibt hier taeglich Reis, Reis oder Reis. Wie eine unserer Lehrerin bemerkte: Eine Mahlzeit ohne Reis ist keine Mahlzeit. Aha. Ich bin ja da nicht so penibel, da sind die Amerikaner schon etwas konservativer: Eine aus unserer Klasse (USA) isst keine Sachen, die man nicht in der Mikrowelle fertig machen kann. Und die Fruchtverkostung am letzten Dienstag (fuer mich SEHR interessant und fast alles neu) war fuer unsere Amitante wohl ein einziger "Slimy"-Day! Sie hat zu allem immer nur "slimy!" gesagt und abgewehrt. Tja. Ich hau bisher alles rein. Wassermelonengrosse Papayas, Baumtomaten (suesslich), Maracuja und frische Litschi sind nur ein paar der Fruechte, die es hier gibt, alle anderen sind eher unbekannt, aber voll lecker!
So, jetzt ist aber Schluss. Fuer mich, denn IHR lest ja jetzt noch den Report aus Schotterland und geniesst die saftigen Bilder. Ich bin ja schon ein bisschen neidisch auf soviel Gruenzeug- hier ist alles staubgruen und sowieso viel karger, weil eben auch hoeher...
Seid gegruesst und gewiss, dass ich es mit Freuden erwarte, von Euch etwas zu hoeren. Denn ein halloele aus der Heimat ist doch das Leckerste, wo gibt...
Neben der Schule finden ja nicht soooo viele Reisen statt, aber von einer muss ich doch berichten:
Am Wochenende unternehmen wir- meist die deutschsprachigen Schueler (zum erholen des Kopfes) einen Ausflug- am letzten Sonntag waren wir in Cayambe. Der Ort ist 1,5 Std. von Quito entfernt und die Reise dorthin mit dem Bus ist schon eine suedamerikanische Erfahrung: Der Bus -superbillig trotz RELATIVEN Luxus' (soll heissen keine Plastesitze, dafuer sogar Gardinen)-wird ziemlich vollgestopft, es stinkt nach Abgasen und ob die Bremsen noch so intakt sind, wie man sich wuenscht, bleibt offen. Angekommen, wollen wir den dortigen superbeliebten Stierkampf besuchen. Immerhin, 6 $ Eintritt fuer die oberen Plaetze, ist schon ein Preis fuer diese Gegend. Bevor es anfaengt, herrscht Stadionstimmung: Hotdogs, Zuckerwatte, Militaerblaskapelle und rummtata. Als das Pferd, auf dem der schoene Torrero sitzt, die Augen verbunden hat und schon auf der Strasse kotzt, wundern wir uns zwar ein bisschen, aber es ist doch alles so lustig gestimmt hier, was soll schon sein. Dann treten sie ein, die 6 eleganten Torreros, in saemtlichen Farben ihre Uniform tragend und sehr imposant. Der Stier- ein sportlicher Typ - macht seinen Job auch hervorragend, finde ich: Rennt los, macht ordentlich staub- sieht echt gut aus. Nach 10 min tritt der Torrero auf dem kotzenden Pferd ein und ich kann meinen Augen nicht glauben: Waehrend der Stier immer gegen das mit Metall geschuetzte Pferd (es hat die Augen immernoch verbunden) presst, sticht der Torrero mit einer Lanze mindestens fuer 30 Sekunden in den Nacken des armen Sportsfreunds und ruehrt darin rum, bis ein Stueck Fleisch lose an dessen Ruecken haengt!!! Ja, mir war auch schlecht und Ihr muesst das nur lesen- wir mussten das ANSEHEN!!! Vier von unseren 7 Leuten der Schule haben die Arena verlassen, weil wir so etwas nicht ankucken oder unterstuetzen. Ich muss sagen, ich hatte danach eine Sinnkrise mit mir und dem Rest der Menschheit. Wie koennen die Leute zum Spass Tiere so quaelen??? Aber vorher schoen in die Kirche gehen- da haette ICH kotzen koennen.
Ich war so angewidert, dass sich das auf den kompletten Eindruck von Suedamerika niedergeschlagen hat. Im Prinzip ist das nur ein klitzekleiner Fortschritt von den Arenakaempfen mit Gladiatoren im alten Rom...
Die Leute, die laenger geblieben sind, erzaehlten, dass in der Tat 2 Stiere abgemurkst wurden und noch 4 weitere folgen sollten. Ich bin ja dafuer, dass man dem Torrero die Augen verbindet und Stier und Pferd machen laesst. Ja, sorry. Mir kommts jetzt noch hoch.
Ein bisschen in den Kopf steigt auch der Dreck und der Gestank nach Abgasen hier in der Stadt. Wenn der Bus hier losfaehrt steigt eine schwarze Wolke aus dem Auspuff wie im Trickfilm, Wahnsinn. Dafuer haben sie hier eine Busspur, und die ist noch schaerfer durchgesetzt als von den Gruenen in Berlin: Die Busspur ist naemlich nicht durch eine Linie, sondern ein ca. 30cm hohes Maeuerchen getrennt vom restlichen Verkehr. Sehr hilfreich! Jede Busfahrt ist aber insofern immer wieder spannend, als das man nicht weiss, ob man mit allen Sachen, mit denen man eingestiegen ist, auch wieder rauskommt. Innerhalb einer Woche sind 3 Leute unserer Schueler beklaut worden: Handy, I-Pod, Kamera, noch'n Handy. Alles ist gefragt. Und die Leute sind hier schon echt arm. WIR leben ja im Reichenviertel, aber auch hier verkaufen Kinder in den Bussen Suessigkeiten, stehen jonglierend vor den Autos an der roten Ampel oder sitzen zusammen mit der Mutter, die was auf der Strasse verkauft. Deren Spielplatz ist der Buergersteig. Aber suess sind sie alle mit ihren fastschwarzen Knopfaugen- da moechte man am liebsten zur Kindergaertnerin in Quito werden. Aber keene Angst, da ja die Knopfaugen zu oft von der schwarzen Buswolke verdeckt werden, bleibe ich meiner Heimat treu!!!
Auf Wunsch einer einzelnen Dame in der Heimat moechte ich in DIESEM Reiseteil auch nicht verpassen, von dem Essen hier zu sprechen, wie die Ueberschrift schon vermuten laesst- denn es gibt hier taeglich Reis, Reis oder Reis. Wie eine unserer Lehrerin bemerkte: Eine Mahlzeit ohne Reis ist keine Mahlzeit. Aha. Ich bin ja da nicht so penibel, da sind die Amerikaner schon etwas konservativer: Eine aus unserer Klasse (USA) isst keine Sachen, die man nicht in der Mikrowelle fertig machen kann. Und die Fruchtverkostung am letzten Dienstag (fuer mich SEHR interessant und fast alles neu) war fuer unsere Amitante wohl ein einziger "Slimy"-Day! Sie hat zu allem immer nur "slimy!" gesagt und abgewehrt. Tja. Ich hau bisher alles rein. Wassermelonengrosse Papayas, Baumtomaten (suesslich), Maracuja und frische Litschi sind nur ein paar der Fruechte, die es hier gibt, alle anderen sind eher unbekannt, aber voll lecker!
So, jetzt ist aber Schluss. Fuer mich, denn IHR lest ja jetzt noch den Report aus Schotterland und geniesst die saftigen Bilder. Ich bin ja schon ein bisschen neidisch auf soviel Gruenzeug- hier ist alles staubgruen und sowieso viel karger, weil eben auch hoeher...
Seid gegruesst und gewiss, dass ich es mit Freuden erwarte, von Euch etwas zu hoeren. Denn ein halloele aus der Heimat ist doch das Leckerste, wo gibt...
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