P.S. hab jetzt mal beide Teile zusammengefaßt, damit es nicht zu unübersichtlich wird....
Nun will ich mal nicht schottisch sein und trag auch was in die Welt von Sushi ein.
Kurz bevor meine Suse den Abflug nach SA gemacht hat, sind ihr Italienbegleiter (man könnte auch sagen ihr Freund) und dessen Kumpel Tim zu den Inselbewohnern mit der großen Affinität zu Röcken aufgebrochen. War eigentlich ein cleverer Schachzug von mir, so hat die Suse mir am Flughafen LEBEWOHL gesagt und nicht umgekehrt. Letztendlich aber egal, denn schwer fiel der Abschied so oder so!
Wir hatten ein straffes Programm ausgearbeitet und nur 10 Tage Zeit, um es umzusetzen. Als erstes galt es, mit dem Mietwagen die Linksfahrerei zu verinnerlichen und von Glasgow nach Edinburgh zu gelangen. Auf einen Freitag Nachmittag ist das ein etwas längeres Unterfangen. Auf meinem Spickzettel standen mindestens 6 Dinge, die ich unbedingt dort machen wollte. Als wir aber im Hostel endlich eingecheckt hatten, war es schon fast 18 Uhr. Flugs überredete ich Tim (trotz der tägl. Parkgebühr von 9Pf) zu einem Verlängerungstag. Kurzum, wir habens nicht bereut, auch wenn die Schotten am Wochenende schon am frühen Nachmittag abgefüllt sind. Höhepunkte waren sicherlich die Besteigung des Arthur´s Seat mit wirklich toller Aussicht auf die Stadt und der mitternächtliche Moonwalk (Jacko lebte da noch) von ca. 10.000 Frauen, Mädchen oder als Frauen verkleidete Männer. Da wir auch einer schottischen Militärparade vor dem Edinburgh Castle beiwohnen durften, verzichteten wir auf die Besichtigung des Schlosses (und der damit verbundenen 13 Pf Eintritt..) Die Schlossbesichtigungen holten wir dann in Stirling (sogar größer) und am Loch Ness (Urquhart Castle) nach - letzteres bei wunderbarem Wetter. Auch gelang es uns, Nessi zu finden und das glaubwürdig zu beweisen - die aufgelobte Belohnung von 10.000 Pf einer großen schottischen Brauerei war somit UNSERE. Leider kann man sich für Geld kein Wetter kaufen und so konnten wir die Dimensionen der Highlands höchstens erahnen. Sehr viele Wolken und Nebelschwaden behinderten die Sicht doch erheblich. Auch die geplante Zugfahrt mit der Harry-Potter-Eisenbahn fiel in den Nebel. Wir sind dann paralell zum Zug mit dem Auto gefahren, was eh cleverer ist, da die Aussicht AUF das berühmte Viadukt mit Zug viel schöner ist, als vom Zug nur herrunterzusehen.
An diesem Tag hab ich es auch getan und "Haggis" gegessen. Wer den Film "Armageddon" gesehen hat, dürfte wissen, was die Bestandteile dieser Delikatesse sind... erstaunlicherweise hat es sogar gut geschmeckt!
Weiter ging die Reise nach Norden mit dem Ziel, nach Orkney überzusetzen. Ursprünglich war das Tim´s Idee, nun moserte er aber rum, weil er befürchtete, dass er die Steinkreise und das Flachland doch eher langweilig finden würde. Ich hatte aber Feuer gefangen und deshalb einigten wir uns auf einen Ganztagestripp nach Orkney.
(ab hier steht die Fortsetzung!)
Als erstes mußten wir aus den verschiedenen Fährangeboten das BESTE heraussuchen. Wir haben uns dann für die nicht organisierte Tour entschieden, da es die einzige Möglichkeit war, an der Insel Hoy mit dem "Old Man of Hoy" vorbeizuschippern. Also mal schnell 30 Pfund (Equador-Preise sind das nicht) investiert und los gehts. Es folgt aber schnell Ernüchterung, aufm Wasser alles zugezogen und keine Sicht. Ich schreibe Tagebuch, Tim schläft. Plötzlich nehm ich nach ner guten Stunde mit den Augenwinkeln was Helles war... tatsächlich Sonne und schon taucht die Insel Hoy auf. Wir stürzten raus und trauen unseren Augen kaum.... es sieht traumhaft aus (und ich muss nun aus den 1000 Fotos eins für die Galerie auswählen,,,). Trotzdem wird die Kamera auch mal weggepackt, damit der Liveanblick nicht zu kurz kommt. Nur ein paar Minuten später hat uns der Nebel wieder vollständig verschluckt, das Schiff benutzt fleißig das Nebelhorn - gespenstisch. Auf der Insel Mainland wird als erstes das Steinhügelgrab "Maes Howe" besichtigt. Nix für Klaustrophobiegeschädigte, der Eingang samt Tunnel ist ca. 1m hoch. Wir haben totales Glück, denn die Besichtigung ist eigentlich nur nach Voranmeldung möglich, der Guide nimmt uns aber trotzdem noch mit, bezahlen sollen wir danach - wie vertrauenswürdig wir doch sind...
Dann 2 Meilen zu den Steinkreisen "Stones of Stenness" (naja) und ne weitere Meile zum "Ring of Brodgar". Der ist wirklich beeindruckend, da sehr weitläufig und gut erhalten. Wir haben dann noch das Glück, kurz vor einer kostenlosen Führung anzukommen und den Ring daher für uns alleine zu haben! Auf der Rücktour ist die Insel Hoy noch beeindruckender. Wolkenschwaden fließen förmlich die Insel runter - die Insel sieht aus wie im alten King-Kong-Film...
Wir entschließen uns dann spontan aufs Highlander/Braveheart-Schloss zu verzichten und fahren Richtung Osten. Erstmal eine gute Entscheidung, da wir an einem Schloss mit Falknerei vorbeikommen. Vor lauter Freude über die in 15 Minuten beginnende Vorführung übersehe ich ne kleine Stufe und mache mir meinen schon vorgeschädigten Zehennagel wieder kaputt...Aua. Das Schloss und der dazugehörige Garten sind ein Traum und die Vorführung ist wirklich SUPER!!! Leider haben wir danach nicht mehr so viel Glück. In Glenfiddich kommen wir 5 min zu spät an - nix mit der kostenlosen Whiskytour. Danach wollen wir Craivigar Castle besichtigen, es ist bis zur Unkenntlichkeit eingerüstet. Als wir dann endlich an der Ostküste ankommen, ist der Anblick der Steilklippe mit Dunottar Castle trotz Wolkenhimmels ein versöhnender Abschluss. Nachts um 3 ist strahlender Sonnenschein aber anstatt wir Blödis schnell mit dem Auto nochmal hinfahren, warten wir bis 8 Uhr und da ist dann wieder alles zugezogen (Der frühe Vogel fängt den Wurm).... Letztes Ziel ist Loch Lomond, Tim will sind endlich mal erholen ;o) - allerdings gibts den von Tim erhofften tollen Mietcaravan nicht und auch das Wetter ist sehr bescheiden. So wird noch ein wenig in nicht sooo berauschender Landschaft gewandert. Mein Adrenalinspiegel steigt nochmal, als ich ein über den Baumwipfeln gespanntes Drahseil entdecke, an dem kreischende Menschen mit AFFENZAHN entlangpesen. Leider ist der Spass nur in Kombi mit einem komplett ausgebuchten Kletterwald zu haben.... ich bin total traurig.
Den Abschluss bildet Glasgow. Was soll ich zu dieser Stadt sagen; man kann hier 1a die Wirtschaftskrise spüren, denn jeder 2. Laden in der Innenstadt ist geräumt. Ansonsten sind wir froh, eine gemütliche Musikkneipe zu finden, um den Urlaub ausklingen zu lassen - muss ich mehr zu Glasgow sagen!?
Für Tim gehts am nächsten Tag zurück in die Heimat, ich düse nach London. Dazu brauch ich wohl nicht viel zu schreiben, ich war wohl der Einzige, der diese Stadt noch nicht besucht hatte... Ich mache 3 Tage Hardcorevisiting. Mit am beeindruckensten ist die London Bridge Experience-Tour mit den LondonTombs. Ich werde von den anderen 11en per Zeigefinger als "Anführer" ausgesucht (sprich: ich muss vorneweg gehen) und fühle mich irgendwann wie Bruce Willis - sah allerdings danach noch ganz brauchbar aus. Auch unterschrieb ich einen Vertrag bei Chelsea London und wurde bei meinem ersten Match gleich als "Player of the day" ausgezeichnet und mußte zur Pressekonferenz. Da mir der Rummel zu viel war, löste ich meinen Vertrag umgehend wieder auf. Ihr glaubt das nicht? Dann seht euch die Fotos an.
Das wars....
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1 Kommentar:
Was seid Ihr doch (alle beide!) für wunderbare Urlauber – speziell aus Sicht der Zuhausegebliebenen! Jeder Text ist ein Gedicht und ich bin hoch erfreut, dass auch die „Einzel“touren ihren ausführlichen Platz bekommen.
An einem Abend wie heute reist man mal eben durch Schottland, darf live dabei sein und mitfiebern, darf die schönsten Anblicke miterleben und die Enttäuschungen, die natürlich auch den Leser traurig machen, sind durch das nächste Highlight binnen einer Sekunde wieder übermalt. Fantastisch! Ich werde ein weiteres Reisejahr für Euch beantragen – wo muss ich unterschreiben? ;-)
Passt einfach nur weiterhin gut auf Euch auf und seid liebstens gegrüßt und umarmt von
Eurer Krille.
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